Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Das ist kein „Wumms“

Thema: Mehrwertsteuersenkung beschlossen - Im Konjunkturpaket der Bundesregierung steht viel Richtiges. Die Mehrwertsteuersenkung ist allerdings nicht zu Ende gedacht.

Artikel teilen:

Das Konjunkturpaket der Bundesregierung hat zwar einiges zu bieten. Allerdings kann es speziell in einem Punkt – der Senkung der Mehrwertsteuer für Verbraucher - getrost als gut gemeint, aber schlecht gemacht bezeichnet werden. Der 20-Milliarden-Euro-Plan verfehlt sein Ziel. Ein Beispiel: Wer sich nun einen Liter Milch im Verbrauchermarkt kauft, spart durchschnittlich stolze zwei Cent pro Liter bis zum Jahresende; bei Nivea-Hautcreme etwa sind es immerhin drei Cent pro Packung. Dass das den Verbraucher innerhalb eines halben Jahres tatsächlich so stark entlastet wie erhofft und ihn zu mehr Konsum anregt, scheint hier äußerst fragwürdig.

Anders sieht es natürlich aus, wenn sich Menschen für eine Großanschaffung entscheiden – etwa für ein neues Auto. Laut Münchener Merkur sind bei einem Preis von knapp 20.000 Euro beim Kauf eines VW Golf, Basis-Modell, 504 Euro Ersparnis drin. Aber: Die Zahl derer, die sich in unsicheren Corona-Zeiten für den immer noch teuren Kauf eines neuen Autos entscheiden, dürfte eher verschwindend gering sein. So wird die Konjunktur nicht angekurbelt - ganz besonders nicht nachhaltig.

Effizienter wäre es etwa gewesen, den Familienbonus von 300 Euro pro Kind - wie von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) gefordert - zu verdoppeln und die Menschen zugleich bei den unverschämt hohen Strompreisen zu entlasten. Da würde beim Bürger sichtbar etwas im Portemonnaie hängenbleiben. Der von Finanzminister Olaf Scholz erwartete "Wumms" entpuppt sich speziell in diesem Fall als eher gut gemeintes "Wümmschen".

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Das ist kein „Wumms“ - OM online