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Das Gesundheitssystem krankt

Thema: Mehr Geld für Kinder-Medikamente. Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist im Dauerkrisen-Modus.

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Spätestens seit dem Beginn der Corona-Pandemie sehen wir, wie zu lange vernachlässigte Politikbereiche vor sich hin bröckeln. Bundesdeutsche Regierungen hatten jahrzehntelang andere Schwerpunkte – allerdings auch viele Krisen. Minister Karl Lauterbach dürfte im Dauerkrisen-Modus sein. Er soll die geballten Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen wieder einfangen. Und so muss er viel Geld in das System kippen, um auch noch die dringende Versorgung mit Standard-Medikamenten für Kinder sicherzustellen. Er befeuert damit ungewollt eine problematische Entwicklung.

Während das deutsche Gesundheitsressort über Jahrzehnte vor allem die Aufgabe zu haben schien, das System auf Effizienz zu trimmen, stiegen die Kosten weiter an. Mit Stilblüten: Die unrentable Grundversorgung, etwa durch Kinderkliniken, wird zusammengestrichen. An anderer Stelle verdienen Einzelne aber sehr viel Geld – so viel, dass neben Pharma- und Klinikkonzernen zunehmend Finanzinvestoren im Gesundheitsmarkt mitmischen.

Zumindest die Pharma-Front galt durch zwar unausgewogene, aber rigide Preisdeckel als gesichert. Das ändert sich. Das Angebot billiger Medikament ist gerade schlecht, die Nachfrage dank Grippe- und RS-Virus-Wellen in vielen Ländern hoch. Die Preise steigen. Und die Deutschen konnten bislang auf dem internationalen Markt kaum mitbieten. Lauterbach befeuert jetzt den Preisanstieg weiter: durch einen Budget-Aufschlag von 50 Prozent für Kinder-Medikamente. Pauschal. Investoren freut das – weniger finanzstarke Länder nicht. Geld löst keine System-Probleme.

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