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Das braucht die Welt gerade gar nicht

Thema: Erstes Gipfeltreffen zwischen Biden und Putin – Die USA und Russland müssen endlich vom Problemverursacher zum Problemlöser mutieren.

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Viel ist im Vorfeld des ersten Gipfeltreffens zwischen US-Präsident Joe Biden und seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin über deren gegenseitige Abneigung spekuliert worden. Freunde fürs Leben werden die beiden wohl nicht, heißt es. Müssen sie auch gar nicht.

Die Welt erwartet von 2 der wichtigsten Staatenlenker keine innige Männerfreundschaft mit inszenierten Lobhuldigungen, sondern den unbedingten Willen zur Lösung dringlicher Probleme. Und davon gibt es reihenweise auf diesem Planeten, mitunter von Russen, Amerikanern oder gar gemeinsam verschuldet.

Wenn man diesen Problemen Ländernamen gibt, heißen sie Ukraine, Belarus, Irak, Iran, Afghanistan, Syrien, Palästina, Jemen, Libyen, Südsudan, Bangladesch, Myanmar und Nordkorea – um nur einige regionale Brennpunkte zu nennen. Darüber hinaus wird die Zahl der globalen Konflikte nicht kleiner. Ob Corona, Terrorismus, die wachsende Fragilität liberaler Demokratien, die Krise der Menschenrechte oder die bedrohliche globale Erwärmung: Washington und Moskau müssen endlich vom Problemverursacher zum Problemlöser mutieren.

Wer sonst sollte vorangehen? Europa hätte Wucht, wenn es mit einer Stimme sprechen und sich nicht ständig von den Autokraten in den eigenen Reihen auf der Nase herumtanzen lassen würde. Und China hat genug damit zu tun, mit perfider Hightech-Überwachung dem eigenen Allmachtsanspruch gerecht zu werden und sich die Welt untertan zu machen.

Also: Mag der Wunsch nach Weltfrieden und Klimarettung – festgemacht am Verhältnis zwischen Biden und Putin – auch ein frommer sein, so wäre es doch schön, wenn im Nachgang des ersten Gipfeltreffens zumindest weiterer Schaden, etwa in Form der Reinkarnation von Kaltem Krieg und Wettrüsten, ausbliebe. Denn das braucht die Welt gerade gar nicht.

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