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Dammer Politiker in Sorge um Krankenhaus

Rats- und Kreistagsmitglieder suchen trotz Dr.-Cruse-Abschieds Gespräch über aktuelle Lage in der Einrichtung

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Bewegte Tage: Das Dammer Krankenhaus St. Elisabeth bekommt nach nur fünf Monaten Amtszeit Dr. Niklas Cruses im August einen neuen Geschäftsführer. Der übernimmt ein Haus, das dann ganz frisch zur Schwester Euthymia-Stiftung gehört. Foto: Lammert

Bewegte Tage: Das Dammer Krankenhaus St. Elisabeth bekommt nach nur fünf Monaten Amtszeit Dr. Niklas Cruses im August einen neuen Geschäftsführer. Der übernimmt ein Haus, das dann ganz frisch zur Schwester Euthymia-Stiftung gehört. Foto: Lammert

Nur fünf Monate war Dr. Niklas Cruse Geschäftsführer des Dammer Krankenhauses St. Elisabeth, wenn er die Einrichtung am 31. Juli des Jahres verlässt. Gewechselt war der promovierte Diplom-Betriebswirt von der Helios-Gruppe nach Damme.

Das Krankenhaus St. Elisabeth kommt aber nicht nur deswegen nicht zur Ruhe. Ein wichtiger Grund dafür ist der Beschluss der verantwortlichen Gremien, dass das Haus am 1. Juli des Jahres der Schwester Euthymia-Stiftung beitreten und damit einen Verbund mit den Krankenhäusern in Cloppenburg, Lohne und Vechta bilden wird. Die Sorge unter vielen Beschäftigten wegen der Zukunft des Hauses ist groß, die Stimmung ist dem Vernehmen nach schlecht. Und das betrifft offenbar nicht nur die Ärzteschaft, sondern alle Abteilungen.

Der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Johann. Berend Groß de Wente erklärte auf Nachfrage, er wolle die aktuelle Situation nicht kommentieren. Das seien Krankenhausinterna. Allerdings sagte er, die Sorgen der Mitarbeiter wegen der Zukunft des Hauses seien zuletzt nicht geringer geworden.

Große Angst vor der Schließung

Über die Lage vor Ort wollen sich am Mittwoch CDU-Kreistagsmitglieder aus dem Südkreis ein Bild machen. Sie kommen mit einem Vertreter des Krankenhauses zu einem Gespräch zusammen. Walter Goda, Kreistagsmitglied aus der Dammer Glückauf-Siedlung, erklärte: „Der gute Ruf des Dammer Krankenhauses ist meiner Einschätzung nach in Gefahr.“ Das beziehe sich sowohl auf die Einrichtung als Arbeitgeberin als auch bei den Patienten.

Er werde nicht nur von Ärzten, sondern auch von Mitarbeitern aus anderen Abteilungen angesprochen, die große Angst vor einer Schließung des Hauses haben, sagte der CDU-Politiker im Vorfeld des Gesprächs. Noch bei der jüngsten Dammer Ratssitzung hatte der scheidende Geschäftsführer Dr. Cruse während eines Vortrages über die aktuelle Situation im Krankenhaus versichert, alle Abteilungen blieben erhalten.

Pfarrer soll Dammer Politik Rede und Antwort stehen

Auch um diese Aussage solle es während des Treffens an diesem Mittwoch gehen, erklärte Walter Goda. Die Kreistagsmitglieder wollen hinterfragen, ob tatsächlich alle Abteilungen Bestand haben werden.

Am kommenden Montag erwarten die drei Ratsfraktionen von CDU, SPD und FDP nach Worten des Bürgermeisters Gerd Muhle Pfarrer Heiner Zumdohme als Vorsitzenden der Stiftung St. Elisabeth und der Gesellschafterversammlung des Krankenhauses zu einer gemeinsamen nicht-öffentlichen Sitzung im Rathaus. Der Geistliche soll den Ratsmitgliedern die Hintergründe für den Beitritt des Krankenhauses zur Schwester Euthymia-Stiftung erläutern. Es bedürfe da aber der Kommunikation hinter verschlossenen Türen, sagte Gerd Muhle.

Abschied: Dr. Niklas Cruse verlässt Damme. Foto: LammertAbschied: Dr. Niklas Cruse verlässt Damme. Foto: Lammert

Letztlich sei der vollzogene Beitritt zur Stiftung allerdings ganz allein eine Sache des Krankenhausträgers. Die städtische Politik sei in dem Punkt komplett außen vor, erklärte Gerd Muhle. Das gelte trotz der Tatsache, dass die Stadt bei Baumaßnahmen des Krankenhauses bislang Investitionskostenzuschüsse bezahlt habe.

Sein Parteifreund und CDU-Fraktionsvorsitzender im Rat, Frank Hörnschemeyer, sagte mit Blick auf die nicht-öffentliche gemeinsame Fraktionssitzung am Montag eine klare Forderung in Richtung Krankenhausleitung: „Wir erwarten eine vernünftige Kommunikation im Krankenhaus und zwischen Krankenhaus und Politik.“

Dafür setzte sich auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Florian Ewald mit Nachdruck ein. „Wir wollen eine vollständige Transparenz um die aktuellen Vorgänge im Krankenhaus. Ich fühle mich ganz schlecht über das informiert, was im Krankenhaus passiert.“ Und weiter: Die SPD wolle wissen, ob die Aussagen Dr. Cruses bei der vergangenen Ratssitzung verlässlich sind, dass alle Abteilungen erhalten bleiben und es trotz des Verbundbeitrittes keine betriebsbedingten Kündigungen geben wird.

Zweifel an Zahlen und Stiftungs-Beitritt

Heiko Bertelt, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat, erwartet am Montag beim Gespräch mit Pfarrer Zumdohme „belastbare Zahlen, die das operative und bilanzielle Ergebnis des Krankenhauses vergleichbar machen“. Die Bilanzergebnisse in den vergangenen Jahren widersprächen den Aussagen, das operative Geschäft sei schlecht gewesen. Zudem möchten die Liberalen wissen, welche Rolle die Stiftung St. Elisabeth bei der Finanzierung des Krankenhauses spielt und ob es tatsächlich zwingend erforderlich gewesen ist, der Schwester Euthymia-Stiftung jetzt schon beizutreten, zumal viele Fragen um das geplante Zentralkrankenhaus in Vechta noch offen seien.

Für Frank Hörnschemeyer ist die Verantwortlichkeit klar: Die Leitung des Dammer Krankenhauses müsse dafür sorgen, dass die Einrichtung so gut bleibt wie sie es ist. Im Vordergrund müssten die Versorgung der Patienten und der Umgang mit dem Personal stehen. In dem Zusammenhang sei es wichtig, dass die Kommunikation zwischen der Geschäftsführung und den Beschäftigten stimmt.

Sozialdemokrat Ewald forderte wie schon einmal ein, dass die Ratsmitglieder in Zukunft regelmäßig Informationen über die Entwicklungen im Krankenhaus bekommen.

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