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Cyberkriminalität wird ein lokales Thema

Wenn ein Landkreis in Sachsen-Anhalt angegriffen wird, kann es morgen auch andere treffen. Was lässt sich tun, um Prävention und Abwehr zu stärken?

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Cyberangriffe sind eine wachsende Bedrohung nicht nur für weltweit agierende Konzerne, sondern eben auch für Rathäuser, Kliniken und mittelständische Firmen abseits der Megazentren. Das hat die schwerwiegende Attacke auf das Datennetzwerk des sachsen-anhaltischen Landkreises Anhalt-Bitterfeld erneut gezeigt.

Die Verwaltung musste den Katastrophenfall ausrufen, um der Lage Herr zu werden. Mehrere Server waren infiziert und eine Zahl von Dateien verschlüsselt worden. Alle kritischen Systeme mussten vom Netz getrennt werden, um einen Datenabfluss zu verhindern. Spezialisten aus Bundes- und Landesbehörden verhinderten Schlimmeres. Ein Szenario, das sich auch in Vechta oder Cloppenburg wiederholen könnte. Diese Sorge ist übertrieben? Dieses Problem wird ein wiederkehrendes und die allermeisten Behörden, Institutionen und Firmen sind darauf denkbar schlecht vorbereitet!

"Auf lokaler Ebene registrieren Experten immer mehr Übergriffe, in Deutschland und weltweit."Ulrich Suffner

Auf lokaler Ebene registrieren Experten jedenfalls immer mehr Übergriffe, in Deutschland und weltweit. In der Wirtschaft ist nicht nur die Büro-Software auf den Rechnern der Angestellten, sondern auch die komplexe Steuerung ganzer Maschinenparks bei Cyberüberfällen verwundbar. Noch sind ernste Vorfälle (wie beim Konzern Thyssenkrupp) im zunehmend vernetzten „Internet der Dinge“ selten, doch die Gefahr steigt. Steigen sollten dann aber auch Investitionen in Sicherheit.

Auch Krankenhäuser sind gegen digitale Eindringlinge nicht immun: So ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen rund um eine Online-Erpressung der Klinik Wolfenbüttel.

Was lässt sich tun, um Prävention und Abwehr zu stärken? In der Industrie 4.0 zum Beispiel müssen Maschinenbauer Cybersicherheit schon beim Anlagen-Design mit bedenken. In Industrie und Verwaltung müssen sensible Angelegenheiten zum Beispiel wieder offline erledigt werden – in abgeschotteten Systemen. So rückschrittlich das klingt. Die Sicherheit im weltweiten Netz ist eine trügerischere.

Gewiss, eine hundertprozentige Sicherheit gibt es vor erpresserischen Angriffen krimineller Hacker nie. Aber die ständige Weiterentwicklung der IT-Systeme muss zur permanenten und anspruchsvollen Aufgabe und Pflicht von Verantwortungsträgern in Wirtschaft und Verwaltung werden – auch auf lokaler Ebene.

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