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Corona legt das Dorfleben lahm

Der Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie hat zahlreiche Folgen. In Dörfern wie Bakum entfallen für die Bewohner wichtige Ereignisse des Alltags.

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Das kulturelle Leben in den Vereinen und Nachbarschaften in meinem Heimatdorf Bakum ist mit der Corona-Pandemie völlig zum Erliegen gekommen. Mit der Schließung der Schulen, Kindertagesstätten und Sportstätten ruhen sämtliche Vereinsaktivitäten.

Neben der Absage des Stoppelmarktes ist die Absage des Bakumer Volksfestes für alteingesessene Bakum eine Hiobsbotschaft. Normalerweise wären in den Bauerschaften, Kindergärten, Schulen und teilnehmenden Vereinen zahlreiche Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche dabei, an ihren Kostümen und Festwagen für ihren Motivwagen für die „schönste Jahreszeit in Bakum“ zu basteln. Doch nachdem die Entscheidung bekanntgeben wurde, dass zunächst bis Ende August keine größere Veranstaltung mehr stattfinden kann, musste der Vorstand der Volksfestgemeinschaft das diesjährige Volksfest absagen.

Aber nicht nur die Wagenbauer müssen zu Hause bleiben. Der gesamte Trainings- und Spielbetrieb der vielen Fußballmannschaften in den drei Sportvereinen in Bakum, Lüsche und Carum, im Tennisverein sowie auch die Schwimmausbildung und die Wettkämpfe in der DLRG Ortsgruppe machen eine Zwangspause. Wie lange dies noch so weiter gehen wird, weiß niemand. Der Trainings- und Spielbetrieb in den Vereinen ist wesentlicher Bestandteil der Jugendarbeit, und dies nicht nur in unserer Gemeinde, sondern wohl in den meisten Gemeinden in unserem Landkreis.

„Nicht nur viele Jugendliche leiden unter dem Lock-Down, auch die älteren Menschen in unserem Dorf."Georg Rosenbaum, Bakumer Kaufmann

Nicht nur viele Jugendliche leiden unter dem Lock-Down, auch die älteren Menschen in unserem Dorf. Mit Maskenpflicht und Kontaktsperre ist weder eine Chorprobe noch der Konzertabend eines Musikvereins möglich. Damit entfällt auch das gemütliche Beisammensein beim Bier nach einem Spiel oder nach einer Probe, bei dem man erfährt, was in der Nachbarschaft und im Dorf gerade passiert.

In Zeiten der Kontaktsperre trifft man auch die Nachbarn nur noch sehr selten und nur mit dem gebotenen Abstand. Nicht wenige Menschen ziehen sich zurück, aus Angst, sich anzustecken. Eine Clique junger Menschen trifft sich regelmäßig im Videochat, um gemeinsam mit einander zu spielen und sich zu unterhalten.

Auch unsere erweiterte Nachbarschaft verbrachte via Skype einen Abend zusammen. Jeder im eigenen Wohnzimmer vor dem Bildschirm seines Tablets. Aber ein Ersatz für das Mauerbier am gewohnten Treffpunkt ist das nicht. Wir alle, junge und alte Menschen, sehnen uns danach, dass die kontaktlose Zeit möglichst bald wieder ein Ende hat.

Zur Person:

  • Der Autor Georg 
Rosenbaum ist Kaufmann und wohnt in Bakum. 
Gebürtig stammt er aus Oldenburg.

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