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Corona kommt Molbergen teuer zu stehen

Die Gemeinde verzeichnet infolge der Coronakrise große Einbrüche bei der Gewerbe- und Vergnügungssteuer. Das Minus wird auf eine halbe Million Euro geschätzt.

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Wenn jeder Euro zählt: Der Haushalt der Gemeinde Molbergen soll im Herbst erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei könnte der Rotstift angesetzt werden. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Wenn jeder Euro zählt: Der Haushalt der Gemeinde Molbergen soll im Herbst erneut auf den Prüfstand gestellt werden. Dabei könnte der Rotstift angesetzt werden. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Wie groß der finanzielle Schaden ist, wird sich wohl erst am Ende des Jahres auf Euro und Cent beziffern lassen. Doch schon jetzt steht für Molbergens Kämmerin Simone Richter-Thelen fest: Die Coronakrise wird für die Gemeinde ziemlich teuer. Wie sie informierte, würden aufgrund der Coronakrise geschätzt wohl knapp eine halbe Million Euro weniger in die Gemeindekasse fließen.

An Gewerbesteuern seien es 400.000 Euro, die fehlen werden. „Viele Unternehmen haben ihre Vorauszahlungen für 2020 auf Null setzen lassen“, so Richter-Thelen. Zudem seien zahlreiche Stundungsanträge bei der Gemeinde eingegangen, wonach die Firmen ihre Gewerbesteuern in diesem Jahr nicht zahlen können. „Da bricht eine ganze Menge weg“, so die Kämmerin.

90.000 Euro weniger an Gewerbesteuern

Auch bei der Vergnügungssteuer wirkt sich die Coronakrise aus, während der die zwei Spielhallen in der Gemeinde zeitweise geschlossen bleiben mussten. „Durch die Schließung hatten sie gar keine Einnahmen“, so Richter-Thelen. Die Vergnügungssteuern, die sich an eben diesen Einnahmen bemessen, fallen weg. Das seien geschätzt 90.000 Euro. „Für so eine kleine Gemeinde wie Molbergen ist das erheblich“, stellt die Kämmerin fest.

"Das Worst-Case-Szenario ist, dass die Einnahmen wegbrechen und die Ausgaben steigen."Molbergens Kämmerin Simone Richter-Thelen

Auch im Sozialbereich könne die Coronakrise zu einer Mehrbelastung für die Gemeinde führen, wenn etwa für Wohngeldempfänger, die auf Kurzarbeit gesetzt worden seien, mehr gezahlt werden müsse.„Das Worst-Case-Szenario ist, dass die Einnahmen wegbrechen und die Ausgaben steigen“, sagt die Kämmerin, der zufolge die Einkommenssteuer- und die Umsatzsteuerumlage der Gemeinden niedriger ausfielen. Auch dadurch komme weniger Geld in die Kasse. Mit einer Ausgleichszahlung rechnet die Kämmerin „vielleicht frühestens im ersten Quartal 2021“.

Bauprojekte werden wie geplant umgesetzt

Was die verschiedenen bereits in Gang gesetzten Bauprojekte angeht, werden die Molberger das coronabedingte Finanzloch nicht zu spüren bekommen. „Dieses Jahr ist alles im Fluss“, betont Richter-Thelen. Die Erweiterung der Anne-Frank-Schule, der Neubau der Feuerwehr sowie die Umgestaltung des Geländes an der Cloppenburger Straße/Kneheimer Weg im Rahmen der Dorfentwicklung – alles werde wie geplant umgesetzt. „Alles ist terminiert. Da kann man nicht mehr dazwischengrätschen.“ Bei der von Fördermitteln getragenen Dorfentwicklung etwa müsse man sich an Fristen halten. „Sonst gibt’s kein Geld.“

Als großen Vorteil Molbergens in der Coronakrise wertet die Kämmerin, dass vor allem kleine und mittelgroße Betriebe die lokale Wirtschaft prägen. Die Gemeinde lebe nicht von einem großen Gewerbesteuerzahler allein. Stattdessen seien verschiedene Branchen angesiedelt. „Und es gibt auch Branchen, die in der Krise gut verdienen.“

Wie Molbergens Bürgermeister Witali Bastian sagte, werde der Haushalt der Gemeinde zum Herbst hin noch einmal auf den Prüfstand gestellt – „definitiv“. Die Politik werde dann beraten, wo der Rotstift angesetzt werden kann.

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