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Corona: Althusmann will schnelle Hilfen

Der Christdemokrat äußerte sich beim Besuch im Museumsdorf unter anderem zur Situation der Schausteller und den Infektionszahlen. Die Stiftung des Museums benötigt mehr finanzielle Unterstützung.

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Im Gespräch: Minister Dr. Bernd Althusmann mit Museumsdirektorin Julia Schulte to Bühne. Foto: Hermes

Im Gespräch: Minister Dr. Bernd Althusmann mit Museumsdirektorin Julia Schulte to Bühne. Foto: Hermes

Für eine Aktivierung des Notfallfonds in Höhe von 100 Millionen Euro hat sich Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, am Donnerstag beim Besuch im Museumsdorf ausgesprochen. Hintergrund war die coronabedingte Absage aller Großveranstaltungen bis zum 31. Dezember.

Thema war die damit verbundene Situation der Schausteller und Veranstalter, die laut Althusmann das wohl katastrophalste Jahr erleben. „Zahlreiche Existenzen stehen auf dem Spiel“, sagte Althusmann. Er plädierte dafür, die Zugangsvoraussetzungen für Förderungen zu überarbeiten und eine schnelle sowie unbürokratische Abwicklung zu ermöglichen. Zudem sei eine zielgenaue Förderung notwendig und auch die Hürden dafür müssten spürbar erleichtert werden. „Wir müssen jetzt mit Geld dagegenhalten“.

„Eigentlich hatten wir das in der wärmeren Jahreszeit so nicht erwartet. Man muss aber auch dazu sagen, dass mehr getestet wird.“Bernd Althusmann (CDU), Landesminister für Wirtschaft, Arbeit, Digitales und Verkehr, über die hohen Infektionszahlen

Kritisch sieht Althusmann dagegen die Verlängerung der Insolvenzantragspflicht. Er befürworte eher einen Neustart nach einer geordneten Insolvenz. Betrübt zeigte er sich ob der steigenden Infektionszahlen. „Eigentlich hatten wir das in der wärmeren Jahreszeit so nicht erwartet. Man muss aber auch dazu sagen, dass mehr getestet wird“, so der Minister. Wichtig sei die Beobachtung der schweren Erkrankungen.

Reiserückkehrer erst nach einigen Tagen testen

Bei Testungen von Reiserückkehrern plädierte der CDU-Abgeordnete für einen anderen Zeitpunkt als direkt am Flughafen. „Wir müssen vier oder fünf Tage warten, erst dann können wir wirklich etwas nachweisen.“ Entgegen der Erwartungen seien außerdem Feiern in der Gastronomie nicht so gefährlich, Ansteckungen würden eher im privaten Bereich erfolgen. Weitere Lockerungen sind nach Angaben von Althusmann derzeit kaum machbar. Wichtig für die Akzeptanz der Maßnahmen sei eine einheitliche Linie: „Und wir müssen viel mehr erklären“.

Die Durchführung von Weihnachtsmärkten hielt Althusmann derweil für sehr unwahrscheinlich: „Wir können auch nicht Schulen schließen müssen, während wir Fußballspiele vor vielen Zuschauern zulassen“. Schausteller Michael Friedrich hatte im Gespräch noch einmal auf die Situation der Branche hingewiesen: „Ich sehe noch mehr sehr schwere Monate auf uns zukommen“.

Für den Rundgang im Museumsdorf bedankte sich Althusmann bei Direktorin Julia Schulte to Bühne: „Sie haben heute einen weiteren Fan dazugewonnen“. Er wisse um die finanziellen Sorgen, besonders während der Coronazeit. „Ich kann nichts versprechen, werde mich aber stark machen und zwischen den zuständigen Ministerien vermitteln“, sagte Althusmann. Die Kultur habe eine hohe Bedeutung.

Einblick in die Disko: Dr. Bernd Althusmann (2. von links) erinnerte sich beim Rundgang zurück an seine Bundeswehrzeit. Foto: HermesEinblick in die Disko: Dr. Bernd Althusmann (2. von links) erinnerte sich beim Rundgang zurück an seine Bundeswehrzeit. Foto: Hermes

Der Landtagsabgeordnete Christoph Eilers und Landrat Johann Wimberg hatten zuvor auf das finanzielle Defizit des Freilichtmuseums hingewiesen. Wimberg sprach über die Bauunterhaltung: „Dass dies nicht bedacht wurde, war der Geburtsfehler der Stiftung Museumsdorf. Das holt uns jetzt ein“. Verschiedene Sanierungen stehen an, die Sorgen würden größer.

Die Christdemokraten sprachen von einem jährlichen Betrag von 800.000 Euro, der aus Hannover benötigt werde. Die Hälfte sei im vergangenen Jahr geflossen. Wie berichtet, hatten sich die Stadt Cloppenburg sowie die beiden Landkreise Cloppenburg und Vechta für eine höhere Unterstützung ausgesprochen, das Land soll mitziehen.

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