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CDU richtet Fokus auf Zukunftsfragen

Der Stadtverband Vechta will ein Wohnflächenkonzept vorlegen und hat noch weitere Pläne. Auf der Mitgliederversammlung sprach Dammes Bürgermeister Gerd Muhle als Ehrengast.

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Politischer Austausch: (von links) Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Philip Wilming und der Dammer Bürgermeister Gerd Muhle. Foto: Tzimurtas

Politischer Austausch: (von links) Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Philip Wilming und der Dammer Bürgermeister Gerd Muhle. Foto: Tzimurtas

Neue Ideen für die Stadt und für die Partei - auf der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Vechta ging es am Mittwochabend um den Blick in die Zukunft. Dabei standen auch die ganz großen Herausforderungen für die Kommunen insgesamt im Landkreis im Fokus. Hierüber referierte der Ehrengast Gerd Muhle, Bürgermeister von Damme und Kreisvorsitzender des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes (NSGB).

"Wir haben noch einiges vor."Philip Wilming, Vorsitzender CDU-Stadtverband Vechta

Das Treffen im "Biergarten Waldhof" war der Neustart für die Vechtaer CDU in den politischen Betrieb unter annähernd normalen Bedingungen nach den Corona-Einschränkungen. Eine Bilanz der vergangenen acht Monate – seit dem Vorstandswechsel nach der verlorenen Bürgermeisterwahl – lag gedruckt aus. "Wir haben noch einiges vor", versprach der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Philip Wilming.

Aber auch Vergangenheitsbewältigung klang an, als er die nun "wirklich produktive Zusammenarbeit" mit der CDU-Stadtratsfraktion hervorhob. Heute könne man sagen, "dass wir alle CDU Vechta sind", fuhr Wilming fort.

Das griff auch Josef Kläne später in seinem Grußwort auf, der den CDU-Fraktionsvorsitz im Stadtrat übernommen hat, nachdem sich 2018 die Vechtaer Christdemokraten (VCD) abgespalten hatten. Kläne sagte: Es sei für ihn damals enttäuschend gewesen, dass er nach Jahrzehnten vertrauensvoller Zusammenarbeit einen "solchen Bruch" miterleben musste. Es hätten "ganz persönliche Dinge den Ausschlag gegeben", sagte Kläne, der auch Ratsvorsitzender ist.

Knappe Kassenlage ist absehbar

Trotz ernster Themen - zu denen auch die absehbar knappe Kassenlage gehörte - war die Versammlung, zu der 46 der 486 örtlichen Parteimitglieder gekommen waren, immer wieder von Heiterkeit geprägt. Zum Beispiel in dieser Szene: Als Wilming von Josef Lübke, der seit 50 Jahren der CDU die Treue hält, wissen wollte, wie er zur CDU gekommen sei, da antwortete der Parteiveteran: "Irgendjemand hat mich angeworben." Wilming darauf: "Das ist immer das Beste."

Es soll eine Sprechstunde für Bürger geben

Mitgliederwerbung - hier will die CDU laut Wilming mit einem Patenschaftsprogramm vorankommen. Nicht nur Neumitglieder, sondern auch Interessierte sollen einen Eindruck von der Parteiarbeit erhalten, indem ihnen ein Vorstandsmitglied oder ein erfahrenes Parteimitglied zur Seite gestellt wird. Auch in Sachen Kommunikation soll es Neuerungen geben. Geplant sei eine "Stadtpost". Das Druckwerk soll an alle Haushalte in Vechta verteilt werden. Ebenso soll es eine Sprechstunde für Bürger geben.

Themen, die angegangen werden sollen, sind laut Wilming diese: Das Ehrenamt soll mehr unterstützt werden - mit einer Anlaufstelle im Rathaus. Außerdem will die CDU ein Wohnflächenkonzept entwickeln – auch mit Wohnungen über neuen Supermärkten. Das erste Beispiel dazu werde bereits umgesetzt. Wilming: "Wir sind immer noch der Taktgeber für neue Ideen." Auch Attacken auf die Grünen und die AfD servierte Wilming im Biergarten.

"Ich verspüre nach wie vor den Drang zu gestalten."Gerd Muhle, Dammes Bürgermeister

Ehrengast Gerd Muhle hatte die Einladung, vor der Vechtaer CDU zu sprechen, lange vor seiner Entscheidung angenommen, 2021 nicht erneut für das Bürgermeisteramt in Damme zu kandidieren. Letztere Nachricht war erst am Morgen bekannt geworden - und so ging Muhle auch darauf ein. Er sei stets ein Befürworter begrenzter Amtszeiten gewesen, sagte er. Muhle bekräftigte auch, dass er "nach wie vor den Drang zu gestalten" verspüre.

Muhle, der auch dem NSGB-Präsidium angehört, untermauerte das mit einem detailreichen und mit klaren Ansagen gespickten Vortrag über die Herausforderungen, vor denen die Kommunen stehen – und worauf ihre Verbände bei der Politik in Land und Bund drängen. So forderte Muhle eine gerechtere Kompensation für die weggebrochenen Gewerbesteuereinnahmen und eine unbürokratische Verteilung der 89 Millionen Euro an die Städte und Gemeinden als Ausgleich für Sonderausgaben während der Corona-Pandemie.

Im Landkreis sei die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum und von Bauplätzen eine der größten Aufgaben. Und hier mahnte Muhle: Es dürfe "keine Knebelung über die Regionalplanung und Raumordnung" geben.

Außerdem seien die drei bedeutendsten Wirtschaftsbereiche der Region – Automobilzulieferer, Kunststoffindustrie und Landwirtschaft - unter Druck. Veränderungen in Richtung neue Mobiliät, Nachhaltigkeit und mehr Klimaschutz sowie mehr Tierwohl stünden an. Und zu den Prioritäten für die Kommunen zählte er auch die Trinkwasserversorgung und die Umsetzung der Klimaschutzziele.


Fakten:

  • Wegen der stattlichen Zahl an 40 Jubilaren, die für ihre langjährige CDU-Mitgliedschaft zu ehren sind, kündigte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Vechta, Philip Wilming, eine „Extra-Veranstaltung zum Herbst hin“ an.
  • Auf der Versammlung am Mittwochabend wurden folgende Jubilare für ihre 60-jährige Mitgliedschaft hervorgehoben: Gottfried Grieshop (der anwesend war) und Agnes Siemer.
  • Für ihre 50-jährige CDU-Mitgliedschaft wurden Günter Gelhaus, Josef Lübke (der anwesend war) und Bernhard Tönnies geehrt.
  • Auf der Mitgliederversammlung stellten sich Petra Ahlers und Matthias Möller als Kandidaten für den CDU-Kreisvorstand vor. Es kandidieren hier zudem Simone Göhner und Cornelia Schmedes (wir berichteten).

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