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CDU-Politiker Calderone gewinnt Wahlkreis Bersenbrück trotz Verlusten klar

Neben dem Christdemokraten, der fast 8 Prozent bei den Erststimmen im Vergleich zu 2017 verlor, zieht Marcel Queckemeyer (AfD) in den Landtag ein. Er steht auf Platz 10 der Landesliste seiner Partei.

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Am Ende strahlt er doch: Christian Calderone (links) genoss den Beifall seiner Parteifreunde, nachdem sein Wiedereinzug in den Niedersächsischen Landtag festgestanden hatte. Foto: Lammert

Am Ende strahlt er doch: Christian Calderone (links) genoss den Beifall seiner Parteifreunde, nachdem sein Wiedereinzug in den Niedersächsischen Landtag festgestanden hatte. Foto: Lammert

Richtige Freude wollte anfangs am Sonntagabend im Hotel Hagspihl in Quakenbrück nicht aufkommen, wo sich viele CDU-Mitglieder versammelt hatten, um gemeinsam mit ihrem Landtagsabgeordneten Christian Calderone die Auszählung der Stimmen im Wahlkreis Bersenbrück zu verfolgen.

Am Ende gab es dann doch großen Applaus, als feststand, dass der Jurist aus Quakenbrück den Wahlkreis, zu dem aus dem Landkreis Vechta auch die beiden Südkreiskommunen Damme und Neuenkirchen-Vörden gehören, zum 3. Mal in Folge mit deutlichem Vorsprung gewonnen hatte. Allerdings: Im Vergleich zur Wahl 2017 verlor er mehr als 7 Prozent und kam dieses Mal noch auf 45,78 Prozent.

Calderone liegt über 25 Prozent vor dem Zweitplatzierten

Der Christdemokrat ließ damit seine Mitbewerber Besian Krasniq von der SPD mit 23,74 Prozent der Erststimmen, Sandra Weigand (Die Grünen, 10,35 Prozent) und Uwe Kamphaus (FDP, 5,88) deutlich hinter sich. Sie alle verpassten den Einzug in den neuen Landtag, da sie auf den Listen ihrer Parteien jeweils weit hinten platziert waren.

Dagegen hat den Sprung in den Landtag aus dem Wahlkreis Bersenbrück auch der in Bippen wohnende AfD-Kandidat Marcel Queckemeyer geschafft. Er steht auf Platz 10 der AfD-Landesliste und erreichte an Erststimmen 11,58 Prozent gegenüber 4,3 Prozent, die die AfD vor 5 Jahren verzeichnete.

"Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht."Christian Calderone

Christian Calderone kommentierte sein Abschneiden mit den Worten: "Ich hätte mir ein besseres Ergebnis gewünscht." Er und seine Parteifreunde hätten einen engagierten Wahlkampf geführt. Voller Sorge betrachte er das Ergebnis des AfD-Kandidaten Queckemeyer. Da gebe es für die demokratischen Parteien im Wahlkreis einiges in Zukunft zu tun, um vor allem in Wahlbezirken, in denen die AfD sehr gut abgeschnitten habe, die Menschen für sich zurückzugewinnen.

Keinen Kommentar wollte Christian Calderone zu den aktuellen Entwicklungen in der niedersächsischen CDU nach dem angekündigten Rücktritt des Landesvorsitzenden und Spitzenkandidaten Dr. Bernd Althusmann geben. Außer: "Der Rücktritt ist beachtenswert und ein konsequenter Schritt." Einen Nachfolger vorzuschlagen sei nun die Aufgabe der Gremien, nicht die seine.

Offen ließ Calderone, in welchen Ausschüssen des Landtages er in der kommenden Legislaturperiode vertreten sein möchte. Das sei innerhalb der Fraktion zu klären. Seit nunmehr 2 Wahlperioden gehört er dem Rechtsausschuss an.

Bei Krasniq liegen Freude und Leid eng beieinander

In der Brust des SPD-Kandidaten Besian Krasniq schlugen am Sonntag zwei Herzen. Zum einen freute er sich über den Wahlsieg seiner Partei, zum anderen aber bedauerte er es, dass sein Erststimmenergebnis rund 4 Prozent unter dem seines Parteifreundes Matthias Wübbel vor 5 Jahren lag.

Mit Blick auf das Abschneiden der SPD bei der Landtagswahl sagte der Bersenbrücker Politiker, das Gros der Menschen in Niedersachsen habe gezeigt, dass es keinen Wahlkampf mit populistischen Parolen wolle. Hinsichtlich seines eigenen Ergebnisses erklärte der 25-Jährige, der auch Vorsitzender der Jusos in Niedersachsen ist, er und die SPD im Wahlkreis müssten es hinterfragen, warum offenbar viele eigentliche SPD-Wähler nicht an die Urnen gegangen seien. Möglicherweise habe da auch sein Alter eine Rolle gespielt, weil ihm mancher die Tätigkeit als Abgeordneter nicht zugetraut habe.

FDP-Kandidat Kamphaus bewertet sein Abschneiden als "beachtlich"

Wie Krasniq zeigte sich auch der FDP-Kandidat Uwe Kamphaus entsetzt über das starke Erst- und Zweitstimmenergebnis der AfD im Wahlkreis. Mit seinem eigenen Abschneiden war der Freidemokrat nach eigenen Worten "gut zufrieden", da es um mehr als 1,5 Prozent über dem Erststimmenresultat 2017 liegt: "Es ist ein beachtliches Ergebnis.".

Sandra Weigand von den Grünen war am Sonntagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Sie steigerte das Erststimmenergbnis ihrer Partei um mehr als 2,7 Prozent.

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