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CDU-Kandidat Hüttemeyer gewinnt Direktmandat im Wahlkreis Vechta

Trotz deutlicher Verluste behaupten sich die Christdemokraten als klar stärkste Kraft. Zulegen konnten die AfD und die Grünen. Ein Mandat gibt es auch für die Grünen-Kandidatin Tanja Meyer aus Lohne.

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Siegesfeier: Der CDU-Kandidat André Hüttemeyer (Mitte) neben seiner Frau Carina Feldhaus-Hüttemeyer mit Petra Ahlers, Beisitzern im CDU-Kreisvorstand (vorne links), und dem stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Georg Reinke (rechts) vor jubelnden Anhängern. Foto: Tzimurtas

Siegesfeier: Der CDU-Kandidat André Hüttemeyer (Mitte) neben seiner Frau Carina Feldhaus-Hüttemeyer mit Petra Ahlers, Beisitzern im CDU-Kreisvorstand (vorne links), und dem stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Georg Reinke (rechts) vor jubelnden Anhängern. Foto: Tzimurtas

Um kurz vor 20 Uhr war die CDU doch noch in Jubelstimmung. Im Saal des Gasthauses Hogeback in Erlte feierten 200 Christdemokraten mit kräftigem Applaus und dem einen oder anderen Triumphlaut ihren Kandidaten André Hüttemeyer, der das Direktmandat bei der Landtagswahl am Sonntag gewonnen hat – und sie freuten sich über das Zweitstimmenergebnis mit dem weiten Vorsprung. Die endgültigen Prozentzahlen standen da zwar noch nicht fest, aber am Sieg der CDU im Wahlkreis Vechta (68) konnte es keinen Zweifel geben.

Hüttemeyer, der in sein Heimatdorf Erlte zur Wahlparty geladen hatte und auch CDU-Vorsitzender im Kreisverband Vechta ist, dankte allen Mitstreitern im Wahlkampf – besonders seiner Frau Carina Feldhaus- Hüttemeyer. „Ich hoffe, dass ich sehr gute Arbeit für Euch machen kann“, sagte er mit Blick auf seinen baldigen Einzug in den Landtag in Hannover. Er sei sowohl mit dem Erst- als auch mit dem Zweitstimmenergebnis „super zufrieden“, sagte Hüttemeyer gegenüber OM-Online.

Im Vergleich zur Bundestagswahl legt die CDU wieder zu

Die CDU hat allerdings im Vergleich zur Landtagswahl 2017 deutliche Verluste hinnehmen müssen. Gab es für den damaligen Direktkandidaten Dr. Stephan Siemer noch 60,2 Prozent bei den Erststimmen und 57,5 Prozent bei den Zweitstimmen, erhielt Hüttemeyer als Direktkandidat 52,98 Prozent, für die CDU als Partei gab es im Wahlkreis Vechta 46,72 Prozent.

Damit setzt sich ein Trend fort, der seit der Europawahl 2019 vor Ort zu beobachten ist: Die CDU behauptet sich als dominante Kraft, muss aber schwere Einbußen hinnehmen. Allerdings: Im Vergleich zur Bundestagswahl im Herbst 2021 legten die Christdemokraten der Region wieder zu. Lange Gesichter und Enttäuschung hatte es auf der Wahlparty der CDU aber nur gegeben, als zum Landesergebnis um 18 Uhr die erste Prognose bekannt gegeben wurde.

SPD kann sich stabil halten

Zu jener Stunde gab es wiederum Partystimmung bei der SPD in der Parteizentrale in Vechta – wegen des Wahlsieges im Land. Als die Ergebnisse für den Wahlkreis 68 eintrafen, herrschte angesichts der stabilen Lage im Vergleich zu 2017 Zufriedenheit.

Der Direktkandidat Sam Schaffhausen aus Vechta – er ist auch SPD-Kreisvorsitzender – kam auf 20,32 Prozent (2017: 20,3 Prozent), bei den Zweitstimmen gab es eine leichte Verbesserung auf 22,77 Prozent (plus 2 Prozentpunkte). Angesichts dieser Zahlen sei er „zufrieden“, sagte Schaffhausen. „Die CDU hat Federn gelassen“, hob er hervor. Und: „Das gibt uns Auftrieb“.

Zieht über die Landesliste ins Parlament ein: Tanja Meyer (Grüne) aus Lohne. Foto: TzimurtasZieht über die Landesliste ins Parlament ein: Tanja Meyer (Grüne) aus Lohne. Foto: Tzimurtas

Deutlich zulegen konnten die Grünen – und ihre Direktkandidatin Tanja Meyer aus Lohne kann über ihren Listenplatz angesichts des landesweiten Ergebnisses der Partei in den Landtag einziehen. „Ich bin überwältigt von dem Vertrauen“, sagte Tanja Meyer, die Vorsitzende der Grünen-Kreistagsfraktion ist und bereits zur Bundestagswahl kandidiert hatte. Nun freue sie sich auf die Arbeit im Landtag und sei dankbar, ein Mandat zu erhalten.

Die Grünen konnten ihre Ergebnisse mehr als verdoppeln. Meyer holte als Direktkandidatin 12,04 Prozent (2017 erhielt Jens Wienken 5,2 Prozent). Bei den Zweitstimmen gab es 11,11 Prozent, zur Landtagswahl 2017 waren es 5,5 Prozent. Diese Entwicklung sei „großartig“, sagte Meyer. Sie sah eine Anknüpfung an das Abschneiden der Grünen zur Kreistagswahl im Herbst 2021. Sie sei „sehr zufrieden“ und sieht ihre Partei in der Region „auf einem guten Weg“.

Mehr als eine Verdoppelung kann auch die AfD verbuchen. Der Direktkandidat Waldemar Herdt erhielt 8,82 Prozent (2017 kam Sven Sager auf 4,0 Prozent). Bei den Zweitstimmen gab es 9,07 Prozent (2017: 4,2 Prozent).

Einbußen gab es bei der FDP. Der Direktkandidat Yannick Wasserberg aus Vechta erhielt 3,56 Prozent der Stimmen (2017 kam Johannes Langfermann auf 5,7 Prozent). Bei den Zweitstimmen erhielt die FDP 4,93 Prozent (2017: 7,8). Wasserberg verwies auf die schwierige Situation durch das „Bundesklima“. Da er als Neuling und Zugezogener kandidiert habe, sei er auf sein Abschneiden aber durchaus „stolz“.

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