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CDU Handorf-Langenberg: Schlarmann gibt Vorsitz ab, Vocks übernimmt

Auf der Mitgliederversammlung gibt es einen Generationswechsel. Die Christdemokraten blicken (selbst-)kritisch auf die vergangene Landtagswahl und sprechen auch darüber, was sie von "Ba/Di/Ho" halten.

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Glückwunsch: Udo Schlarmann (links) gratuliert seinem Nachfolger Markus Vocks. Foto: Böckmann

Glückwunsch: Udo Schlarmann (links) gratuliert seinem Nachfolger Markus Vocks. Foto: Böckmann

Der CDU-Ortsverband Handorf-Langenberg hat einen neuen Vorsitzenden: Auf der Mitgliederversammlung am Dienstagabend gab Udo Schlarmann nach 4 Jahren seinen Chef-Posten ab. Sein Nachfolger ist sein bisheriger Stellvertreter Markus Vocks. Das Votum der 13 anwesenden Mitglieder war einstimmig. 

Udo Schlarmann begründete seinen Rückzug mit seiner doppelten Führungsposition: Denn der 60-Jährige ist seit März auch Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Holdorf. Er wolle "Konfliktsituationen tunlichst vermeiden", betonte Schlarmann. Der Langenberger war neben seiner 20-jährigen Ratstätigkeit (unter anderem als stellvertretender Bürgermeister) mehr als 20 Jahre auch im Vorstand der CDU Handorf-Langenberg tätig. 

"Ich habe die Interessen von Handorf-Langenberg gut vertreten."Udo Schlarmann

"Es hat mir richtig viel Spaß gemacht. Ich glaube, ich habe die Interessen der Handorf-Langenberger gut vertreten können", sagte Schlarmann. Die "vertrauensvolle Arbeit und das friedvolle Streiten haben gut getan", er gehe ohne Groll und bedankte sich bei den Mitgliedern "für eine geile Zeit".

In seinem letzten Bericht als Vorsitzender nahm Schlarmann wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. Das Ergebnis der Landtagswahl sei mit Blick auf Holdorf und das Ergebnis der AfD mit 13 Prozent  einerseits überraschend, weil die Partei ja gar keinen Wahlkampf gemacht habe. Aber vor allem sei es "besorgniserregend". Auch in den beiden Wahllokalen in Langenberg hatte die Alternative bei den Erst- und Zweitstimmen zusammen 158 Stimmen bekommen. "Das sind nicht nur Protestwähler – das sind AfD-Wähler", betonte Schlarmann besorgt.

Seine Lösung? "Die CDU in Holdorf muss eine klarere Kante zeigen und mit konservativen Werten überzeugen." Seine Partei müsse auch den Mut haben, unpopuläre Entscheidungen zu treffen und den Leuten nicht nur nach dem Mund reden, aus Sorge, die Wähler gäben dann anderen Parteien die Stimmen.

Vocks ist erst seit 2021 CDU-Mitglied

Während sich mit Schlarmann ein politisches Schwergewicht aus der Arbeit des Ortsverbandes Handorf-Langenberg zurückzog, hat nun mit Markus Vocks ein politischer Neuling den Führungsposten bei den Christdemokraten im Holdorfer Süden übernommen. Der 47-Jährige trat erst im Rahmen der Kommunalwahl 2021 in die CDU ein und wurde prompt mit dem zweitbesten Stimmenergebnis in den Rat gewählt. Dort leitet Vocks den Planungs- und Bauausschuss und bringt seine Expertise vor allem bei Straßenbaumaßnahmen ein. 

Vocks dankte Schlarmann für dessen "hervorragende Arbeit" in nicht so einfachen Zeiten und blickte dann zugleich auf die vielen Aufgaben der Gemeindepolitik, die auch Handorf-Langenberg betreffen: der geplante Anbau an die Barbara-Schule, der Anschluss des Abwassers in einigen Straßenzügen an das Netz des Wasserverbandes, das neue Wohngebiet Richtung Steinfeld und die Diskussion um Freiflächen-PV respektive Windkraftanlagen.

Markus Vocks findet: In Handorf-Langenberg sei in der Vergangenheit viel erreicht worden, es werde auch zukünftig viel Gutes in dem Ortsteil passieren. Diese positiven Botschaften müssten aber noch deutlicher bei den Bürgern ankommen. Auch das sei seine Aufgabe als neuer Vorsitzender.

Über das Aufreger-Thema, das derzeit im vom Vocks geleiteten Bauausschuss thematisiert wird, wurde natürlich auch auf der Mitgliederversammlung diskutiert: das mögliche Gewerbegebiet "Ba/Di/Ho". Unter den Christdemokraten aus Handorf und Langenberg war die Meinung dazu gemischt. Rainer Blömer findet, dass die Diskussionen darüber zu kurz gedacht würden. Er erinnerte an die Widerstände, die der damalige Bürgermeister Josef Wernke und der Gemeindedirektor Christian Kuck bei der Ausweisung des Gewerbegebiets entlang der Industriestraße erfahren mussten. Blömer sagt nun: Diese Gewerbesteuereinnahmen regelten heute die Finanzen der Gemeinde. "Ba/Di/Ho" sei deshalb vor allem für die übernächste Generation wichtig.

Neuer Chef der CDU Handorf-Langenberg: Markus Vocks. Foto: BöckmannNeuer Chef der CDU Handorf-Langenberg: Markus Vocks. Foto: Böckmann

Udo Schlarmann fand die Kommunikation mäßig. Die Größenordnung habe viele Bürger abgeschreckt. Man hätte kleiner denken sollen. Johannes Meyer-Kors befürchtet: Mit der Ausweisung eines neuen Gewerbegebietes bewege man sich in einem Hamsterrad. Es benötige erst mehr Arbeiter, dann mehr Wohnraum für Familien und dann für deren Kinder mehr Plätze in den Bildungseinrichtungen. Markus Meyer sieht die Gemeinde Holdorf unter Zugzwang, wenn nur Dinklage und Badbergen die weiteren Planungen forcierten. Ja, der Flächenfraß nehme zu. Aber: "Holdorf kann nur profitieren, wenn wir uns anschließen."


Info I: Der CDU Ortsverband Handorf-Langenberg hat aktuell 28 Mitglieder. Den Vorstand bilden neben dem neuen Vorsitzenden Markus Vocks auch Rainer Blömer, Dirk Schwertmann (beide Stellvertreter), Sonja Entrup (Schriftführerin) sowie Gebhard Gerken, Johannes Werner, Johannes Meyer-Kors und Jürgen Schröder (alle Beisitzer).

Info II: Die Mitgliederversammlung des CDU-Gemeindeverbandes Holdorf ist am Mittwoch (30. November, 19 Uhr) im Hotel zur Post. Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Wahlen zu einigen Vorstandsposten.

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