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CDU Handorf-Langenberg analysiert die Kommunalwahl – und redet Tacheles

Der Ortsverband sieht sich im neuen Gemeinderat bei den Posten nicht gut vertreten. Deutliche Kritik gab es zudem über das Prozedere der Kandidatenaufstellung.

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Das ist der neue Vorstand der CDU Handorf-Langenberg: (vorne von links) Vorsitzender Udo Schlarmann, Schriftführerin Sonja Entrup, stellvertretende Vorsitzende Rainer Blömer und Dirk Schwertmann sowie (hinten von links) CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Goda, die Beisitzer Gebhard Gerken, Johannes Meyer-Kors, Johannes Werner, Jürgen Schröder und der stellvertretende Vorsitzende Markus Vocks. Foto: Röttgers

Das ist der neue Vorstand der CDU Handorf-Langenberg: (vorne von links) Vorsitzender Udo Schlarmann, Schriftführerin Sonja Entrup, stellvertretende Vorsitzende Rainer Blömer und Dirk Schwertmann sowie (hinten von links) CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Goda, die Beisitzer Gebhard Gerken, Johannes Meyer-Kors, Johannes Werner, Jürgen Schröder und der stellvertretende Vorsitzende Markus Vocks. Foto: Röttgers

Die absolute Mehrheit verloren, zehn Prozent weniger Stimmen als noch vor fünf Jahren – die Kommunalwahl war für die CDU Holdorf durchaus enttäuschend. Der Fraktionsvorsitzende Jan-Dierk Brand kündigte damals an, das Ergebnis "in Ruhe" zu analysieren. Auf der Mitgliederversammlung des Ortsverbandes Handorf-Langenberg in der Kaminstube des Hofs Schwertmann in Handorf redeten die Christdemokraten bei diesem Tagesordnung jedenfalls Tacheles. Der Tenor: Die Wahl lief nicht wie erhofft, es gab Kritik am Prozedere – und der Ortsverband Handorf-Langenberg sei in den Gremien und bei den Posten nicht gut vertreten.

Der stellvertretende Vorsitzende Rainer Blömer übte „scharfe Manöverkritik“, dass sein rund 1800 Einwohner zählender Ortsteil Handorf-Langenberg nun nicht im CDU-Fraktionsvorstand vertreten ist. „Hier ist eine große Chance vertan, schließlich ist Handorf-Langenberg der zweitgrößte Ortsteil, und wir haben ein gutes CDU-Ergebnis eingefahren“, monierte Blömer. Dies sei für ihn enttäuschend. Im Fraktionsvorstand sitzen jetzt die Holdorfer Jan-Dierk Brand, Hendrik Echtermann, Carsten Völkerding und der Lorser Mario Stickfort.

Der Ortsverband-Vorsitzende Udo Schlarmann fand es schade, dass kein Handorf-Langenberger Christdemokrat stellvertretender Bürgermeister ist (stattdessen SPD-Mann Martin Fischer). Dies hätte dem Ortsverband "zugestanden". Schlarmann war selbst zuletzt stellvertretender Bürgermeister, hatte nach 20 Jahren im Rat aber nicht mehr kandidiert. Er lobte derweil die beiden neuen Handorf-Langenberger Christdemokraten im Rat, Dirk Schwertmann und Markus Vocks, als "tolle Persönlichkeiten". Schwertmann ist jetzt Vorsitzender des Wirtschafts- und Sicherheitsausschusses, Vocks leitet den Planungs- und Bauausschuss. 

Einzige CDU-Kandidatin schaffte es nicht in den Rat

Übereinstimmende Kritik übten alle Anwesenden an dem Verfahren, wie die CDU-Liste zur Kandidatenaufstellung für den Rat vom Vorstand aufgestellt worden sei. Beisitzer Jürgen Schröder fand es "beschämend für die CDU", dass Ratskandidatin Sonja Entrup aus Langenberg als einzige Frau nicht auf Listenplatz 2 gehoben wurde, sondern auf Rang 3 landete (und nicht in den Rat einzog). Zur Erinnerung: Die Liste "zog" bei der CDU Holdorf nur einmal. Für Heinz Bröer, den Vorsitzenden der Senioren-Union, der Listenplatz 2 hatte. Er wurde mit nur 67 Stimmen wieder in den Rat gewählt – dem schlechtesten Ergebnis aller Ratsmitglieder.

Deutliche Worte an der Kandidatenaufstellung übte auch CDU-Kreisgeschäftsführer Walter Goda. Aus dem Ortsteil Holdorf-Bahnhof seien sehr viele Kandidaten gekommen. Die Kandidaten hätten sich gegenseitig die Stimmen genommen – was auch zum Verlust der absoluten Mehrheit geführt hätte. Von den neun CDU-Ratsherren kommen trotzdem immer noch fünf aus Holdorf-Bahnhof: Nämlich Carsten Völkerding, Heinz Bröer, Stefan Witte, Rolf Bergmann und Hendrik Echtermann. Witte, Bergmann und Echtermann wohnen sogar in derselben Straße. Goda fand, dass „Holdorf in der Summe ganz schlecht gearbeitet hat". Die CDU Lohne sei ein positives Beispiel für eine viel gewogenere Liste gewesen.

Bei den Vorstandswahlen herrschte derweil völlige Einmütigkeit: Udo Schlarmann bleibt alter und neuer Vorsitzender des 25 Mitglieder großen Ortsverbandes. Seine Stellvertreter sind Rainer Blömer, Dirk Schwertmann und Markus Vocks. Sonja  Entrup ist derweil neue Schriftführerin, ihr Vorgänger Gebhard Gerken gab sein Amt nach 19 Jahren ab. Er sitzt nun zusammen mit Johannes Werner, Johannes Meyer-Kors und Jürgen Schröder dem Vorstand bei und erhielt einen Präsentkorb für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement.

CDU-Mitglied Bernard Meyer wünschte sich in Zukunft „mehr Informationen für die Basis.“ Dieses griff der Ortsverbandsvorsitzende Schlarmann  direkt auf und versprach regelmäßige Treffen und Zusammenkünfte in Form einer „öffentlichen Bürgersprechstunde“ für Parteimitglieder und Interessierte.

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