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CDU/FDP-Fraktion Holdorf will Ausbau der Industriestraße – aber nur mit Förderung

Die Gruppe hat auf ihrer Tagung wichtige Themen besprochen. Sollen Ratssitzungen live übertragen werden? Welche Ideen gibt es, um in Baugebieten weniger Fläche zu verbrauchen?

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Kritischer Zustand: Die Industriestraße hat in den vergangenen Jahren sehr gelitten. Archivfoto: Vollmer

Kritischer Zustand: Die Industriestraße hat in den vergangenen Jahren sehr gelitten. Archivfoto: Vollmer

Es hat eine gewisse Tradition: Zu ihrer Klausurtagung verlässt die CDU-Fraktion im Holdorfer Gemeinderat (dieses Mal zusammen mit Gruppenmitglied Peter Höffmann von der FDP) die Kreisgrenze, um sich mit der Verwaltungsspitze 2 Tage lang intensiv auszutauschen. "Das hat sich als sinnvoll erwiesen, um ohne Zeitdruck vertieft in unterschiedliche Themenfelder einzusteigen", findet der Fraktionsvorsitzende Jan-Dierk Brand. Er sieht die Klausurtagung einerseits als Ideenschmiede, andererseits sollen vor allem die neuen Ratsherren Sachstände erfahren. 

Das Wahlprogramm diente für die Klausurtagung als Leitbild. Rückblickend seien die ersten Monate als "absolut positiv zu werten", meint Brand. Die neuen Ratsmitglieder bereicherten mit ihren Kompetenzen die Diskussionen. Brand bewertete auch "die kollegiale Zusammenarbeit in den Gremien über die Parteigrenzen hinaus" als positiv. Wie ist der Standpunkt der CDU/FDP bei wichtigen Themen?

Industriestraße: Die lange Zeit von der Politik favorisierte Sanierung der Industriestraße mit aktuell 6,50 Metern Breite ist für die Fraktion vom Tisch. Eine Sanierung sei nach den neuesten gewonnenen Erkenntnissen "nicht mehr zukunftsfähig". Die Fahrbahn sei dann einfach nicht breit genug. Die Fraktion ist daher für den Ausbau der Industriestraße auf eine Breite von 8,50 Metern – aber nur mit einer Förderung, die dann rund 50 Prozent der Kosten beträgt. Damit vertritt die CDU/FDP auch eine andere Meinung als die SPD, die einen bis zu 12 Millionen Euro teuren Ausbau der wichtigen Ortsumgehung notfalls auch durch Zuschüsse fordert. "Das halten wir für nicht realisierbar", betont Jan-Dierk Brand. Und ist damit auch auf einer Wellenlänge mit Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug.

Chef der CDUFDP-Fraktion: Jan-Dierk Brand. Foto: BrandChef der CDU/FDP-Fraktion: Jan-Dierk Brand. Foto: Brand

Die CDU möchte auch prüfen lassen, ob eine komplette Beleuchtung in der Industriestraße, auch im Hinblick auf Energiefragen und Umwelt, sinnvoll ist und auch gefördert wird. Ebenso sollte bereits im Vorfeld der Bauarbeiten im Ausschuss für Nachhaltigkeit erarbeitet werden, wie mit dem Eingriff in das Grün am Straßenrand umgegangen werden soll.

Flächenverbrauch: Angesichts der bekannten Flächenkonflikte in Holdorf fordert die CDU/FDP-Fraktion „Wachstum mit Augenmaß“. Sie schlägt deshalb für die künftigen Baugebiete vor, Reihenhäuser und Eigentumswohnungen in die traditionelle Bauweise mit Einfamilienhäusern zu integrieren. Dies müsse allerdings auch „auf breite Akzeptanz in der Bevölkerung“ stoßen, um die Baugebiete erfolgreich vermarkten zu können. Energiekonzepte und Nachhaltigkeit seien wichtig. Brand sagt: „Der Grundstückseigentümer soll frei entscheiden, aber es müssen Anreize für Maßnahmen entwickelt werden.“

Wie Anreize geschaffen werden können? Ein Weg könnte sein, einen „Nachhaltigkeitsausgleich“ auf den Grundstückspreis zu kalkulieren. Bei entsprechender Umsetzung könne dieser zurückerstattet werden, erklärt der CDU/FDP-Fraktionschef Brand. Trifft dies nicht zu, fließt der „Nachhaltigkeitsausgleich“ in das Budget für Nachhaltigkeitsmaßnahmen. Somit finde an anderer Stelle eine Kompensation statt.

Digitalisierung: Werden die Ratssitzungen in Holdorf bald live übertragen? So weit ist es noch nicht. Doch die CDU/FDP hat die Verwaltung gebeten, die Kosten zu ermitteln und rechtliche Fragen zu klären, sollten Ratssitzungen im Internet übertragen werden.

Das vorhandene Onlineangebot der Gemeinde Holdorf sei bereits recht breit aufgestellt, findet Fraktionschef Brand. Dieses gelte es stetig zu optimieren. Und: "Der Bekanntheitsgrad des Angebotes in der Öffentlichkeit ist deutlich zu verbessern."

Umwelt: "Die Diskussionen um eine Energiewende zeigen, dass wir uns auch in Holdorf erneut intensiv mit dem Thema Windkraft, aber auch mit PV-Anlagen auf Ackerflächen, beschäftigen müssen", sagt Jan-Dierk Brand. Es gelte, Grundsatzfragen zu klären, auch in enger Abstimmung mit dem örtlichen Landvolk. Anzustreben sei auch eine kreisweite Abstimmung und Haltung zu diesem Thema.

Ortskern: Neben der Entwicklung des Bürgerparks sieht die Gruppe im Rathausvorplatz eine große Chance für die innerörtliche Entwicklung. Gerade die Vertreter aus Handel und Gewerbe (WiFo) gehörten in diese Diskussion eingebunden, betont Jan-Dierk Brand. Vorrangig zu klären sei das Thema Parkplätze.

Jugendliche: Wie kann es gelingen, die Anliegen Jugendlicher zukünftig zu berücksichtigen? Dafür schlägt die CDU/FDP ein parteiübergreifendes Jugendforum, vielleicht unter der Leitung des Ortsjugendrings, vor.

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