Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

CDU erwartet 11,5 Millionen Baukosten

Das Thema Rathaus/Dorfgemeinschaftshaus beschäftigt die Cappelner auch in den sozialen Netzwerken. Die CDU sieht deshalb Aufklärungsbedarf.

Artikel teilen:
Doppelter Nutzen: Das Rathaus soll in Cappeln künftig auch als Dorfgemeinschaftshaus fungieren. Foto: Thomas Vorwerk

Doppelter Nutzen: Das Rathaus soll in Cappeln künftig auch als Dorfgemeinschaftshaus fungieren. Foto: Thomas Vorwerk

Klärungsbedarf sieht die Cappelner CDU zu ihren jüngsten Bemühungen, die Kosten für ein neues Rathaus mit Dorfgemeinschaftshaus im Rahmen zu halten. "Aufgrund der Diskussionen, besonders in den vergangenen Tagen in den sozialen Netzwerken, und den teilweise damit verbundenen Falschmeldungen, möchte wir als CDU-Fraktion der Gemeinde Cappeln unsere Sichtweise darstellen", schreibt Fraktionsvorsitzende Ursula Niemeyer in einer Pressemitteilung.

"Die emotionale Diskussion ohne die Berücksichtigung von Kosten zu führen, halten wir für falsch."Ursula Niemeyer, Vorsitzende der Cappelner CDU-Fraktion

Man habe weiterhin die Belebung der Ortsmitte durch ein Rathaus/Dorfgemeinschaftshaus sowie durch Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen im Blick. "Die emotionale Diskussion ohne die Berücksichtigung von Kosten zu führen, halten wir für falsch. Wir sehen die extremen Kosten für das Rathaus/Dorfgemeinschaftshaus, sehen aber auch im Gegenzug, was Cappeln noch braucht." Dazu wird eine neue Turnhalle beziehungsweise Mehrzweckhalle gezählt, aber auch die Ausstattung der Feuerwehr. Als weitere Baustellen werden unter anderem der Radwegebau, die Sanierung der Grund- und Oberschule Cappeln, Gemeindestraßensanierung und der Kauf von potenziellen Gewerbeflächen, "damit unsere Wirtschaft in Cappeln endlich angekurbelt wird". Gemeindekämmerer Ernst Raab hat in verschiedenen Sitzungen betont, dass sich trotz der Investitionen in ein neues Rat- und Dorfgemeinschaftshaus Cappeln auch weitere nötige Großprojekte leisten kann. 

Die CDU-Fraktion der Gemeinde Cappeln ist nicht davon überzeugt, dass der Siegerentwurf zu den von der Verwaltung vorgestellten Kosten realisiert werden kann. "Im Januar 2020 wurden die Kosten für den Bau eines Rathauses mit Dorfgemeinschaftshaus in Höhe von 6,86 Millionen Euro inklusive Sicherheitszuschlag von 20 Prozent dem Rat vorgestellt. Im Februar 2021 legten die Architekten des Siegerentwurfes ihre eigene detaillierte Kostenberechnung vor: 9.02 Millionen Euro, ohne 20 Prozent Sicherheitszuschlag", rechnen die Christdemokraten vor. Zuletzt wurde unter Berücksichtigung eines anfangs vom Architekturbüro ausgeschlossenen Regionalfaktors (0,9) eine Bausumme von 8,3 Millionen Euro ausgegeben.

"Ein Regionalfaktor kann unserer Überzeugung nach hier, so wie der Architekt des Siegerentwurfes es anfänglich auch selber deutlichst betonte, nicht gelten, da der Architekt aus dem ländlichen Wallenhorst, circa 60 Kilometer von Cappeln entfernt, ansässig ist, und deshalb ja grundsätzlich schon mit den Kosten unserer Region rechnet", meinen die CDU-Vertreter.

Im Januar 2022 stellte das externe Büro Rotermund wieder seine Baukosten vor. Das Büro gehe immer noch von 8.3 Mio. Euro Kosten aus. "Es wurden aber nicht die vom Architekten des Siegerentwurfs jährlich angenommenen 5-prozentigen Kostensteigerungen eingerechnet, Mit dieser Kostensteigerung käme man auf einen Betrag von 9,15 Mio. Euro. Bei der aktuellen Marktpreisentwicklung aber sind die Kostensteigerungen viel höher als 5 Prozent, was man täglich in den Medien verfolgen kann", rechnet die CDU vor.

CDU ist überzeugt: Kernsanierung und Erweiterung ist erheblich günstiger

Ihre Zahlen entnehmen die Politiker dem Baupreisindex und ermitteln damit einen Kostenstand im Dezember 2021 von 10,96 Millionen. Euro. "Da wir realistisch gesehen frühestens im Juli 2022 mit dem Bau beginnen könnten, müssten wird weitere Preissteigerungen mit einkalkulieren, die wir mit 5 Prozent gering geschätzt haben. So kommen wir auf Gesamtkosten von 11,5 Millionen Euro." Abzuziehen wären hiervon noch Fördermittel. 1,158 Millionen Euro sind dies aus der Dorfentwicklung und 650.000 Euro an KfW-Mitteln für energieeffizientes Bauen. Die CDU erwartet, dass eine Kernsanierung des bestehenden Rathauses plus eine Erweiterung nebst Dorfgemeinschaftshaus erheblich günstiger kommt, zumal es auch dafür "sehr interessante Fördermöglichkeiten gibt", wie Ursula Niemeyer in der jüngsten Planungsausschusssitzung erklärte. "Unser aller Ziel ist und bleibt ein Rathaus mit Dorfgemeinschaftshaus."

Der neue Newsletter für Friesoythe. Immer am Donnerstag das Wichtigste aus der Eisenstadt in ihrem Postfach. So verpassen Sie nichts mehr.  Jetzt hier kostenlos anmelden

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

CDU erwartet 11,5 Millionen Baukosten - OM online