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CDU bemängelt Vertragsdetails des Friedwaldes

Der von den Cloppenburger Unabhängigen vorgeschlagene Bestattungswald in den Bührener Tannen stößt nach wie vor auf Bedenken der CDU.

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Der letzte Weg  vorerst versperrt: Die Bührener Tannen sind geeignet als Bestattungswald, aber es wird weiter gestritten. Foto: Kreke

Der letzte Weg vorerst versperrt: Die Bührener Tannen sind geeignet als Bestattungswald, aber es wird weiter gestritten. Foto: Kreke

Im Planungsausschuss des Cloppenburger Stadtrats verlangten die Christdemokraten überraschend Änderungen an dem Antrag der UWG, weil sie sich offensichtlich an Details der Verträge mit der Friedwald GmbH und dem Land Niedersachsen stoßen.

Die UWG lehnte dies als „Augenwischerei“ ab. Zu den Abmachungen zwischen dem Land der privaten Gesellschaft, die in ganz Niedersachsen Bestattungswälder betreibt, gebe es keine Alternative, betonte Ratsfrau Doris Hellmann. Da es zu keinem Kompromiss kam, wurde das Thema ohne Beschlussempfehlung an den Verwaltungsauschuss weitergereicht. Die letzte Entscheidung trifft der Rat der Stadt.

Die CDU will dem Bestattungswald nach Darstellung von   Dr. Franz Stuke zwar „grundsätzlich“ zustimmen, bemängelte jedoch die passive Rolle der Stadt in den Standard-Verträgen. Dabei schließt die Stadt als formaler Träger einen Vertrag mit der Friedwald GmbH ab, die ihrerseits einen Exklusivvertrag mit den Landesforsten besitzt: Nur dieser Gesellschaft gestattet das Land, auf 99 Jahre Bestattungswälder anzulegen. Anderen Anbietern wird kein Stück Wald überlassen.

UWG beklagt erneutes Vertagen der Entscheidung

Stuke nannte dieses Exklusivrecht „mehr als gewöhnungsbedürftig“. „Wir sollten von den Erfordernissen der Stadt ausgehen“, verlangte der stellvertetende Fraktionsvorsitzende, „nicht von dem Verhältnis zweier Vertragspartner“. Die Veranwortung der Stadt als Träger müsse klarer betont werden, forderte er. Statt sich eindeutig für den Abschluss auszusprechen, will die CDU lediglich der Verwaltung den Auftrag erteilen, den Vertragsprozess „vorzubereiten“ und zu „begleiten“.

Die UWG, die den Bestattungswald auf die Agenda gebracht hat, reagierte mit Unverständnis. „Wenn wir einen Bestattungswald einrichten wollen, geht das nun mal nur mit der Friedwald GmbH“, unterstrich Hellmann: „Es gibt keine Alternative dazu.“ Nun werde die Entscheidung erneut vertagt, statt ein klares Signal zu setzen, beklagte die Ratsfrau.


Kommentar zum Thema von Hubert Kreke (Reporter):

Das Haar in der Suppe

Eigentlich sind die Bedingungen für einen Bestattungswald klar und eindeutig: Die Stadt ist formal Träger, aber die Arbeit nimmt ihr eine private GmbH ab. So weit, so gut, könnte man meinen. Wenn nicht die CDU anfinge, ein Haar in der Suppe zu suchen. Dass sich die Christdemokraten jetzt daran stören, dass die Stadt nicht selbst Herr des Friedhofs wird, ist lächerlich. Auch die konfessionellen Friedhöfe in Cloppenburg unterstehen nicht der Stadt. Oder ist das vielleicht der eigentliche Grund : Passt der CDU der (freie) Anbieter nicht, weil sie sich einen anderen wünscht? Wenn‘s so ist, sollte sie‘s offen sagen, statt herumzueiern.

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