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Carl Heinz Putthoff möchte klare Entscheidungen treffen – und keinen Stillstand

Der Kandidaten-Check von OM online: Der Kämmerer der Stadt Dinklage möchte neuer Bürgermeister werden. Sollte er gewählt werden, dann warten vor allem viele Bau- und Verkehrsprojekte auf Putthoff.

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Die Verkehrsinfrastruktur hat Carl Heinz Putthoff im Blick: Bis 2029 sollen 22 zum Teil sehr schlechte Straßen in Dinklage saniert werden – darunter auch die Breslauer Straße. Foto: Böckmann

Die Verkehrsinfrastruktur hat Carl Heinz Putthoff im Blick: Bis 2029 sollen 22 zum Teil sehr schlechte Straßen in Dinklage saniert werden – darunter auch die Breslauer Straße. Foto: Böckmann

Der Kandidaten-Check von OM online. In dieser Reihe stellen wir zur Kommunalwahl im September die Bürgermeister- und Landratskandidaten in den Landkreisen Cloppenburg und Vechta vor. Das Konzept: Einen thematischen Treffpunkt darf der Kandidat wählen, den anderen bestimmt die Redaktion. In dieser Folge: Dinklages parteiloser Bürgermeister-Kandidat Carl Heinz Putthoff im Talk mit Reporter Frederik Böckmann.

„Warum tust du dir das an?“ Carl Heinz Putthoff muss schmunzeln, wenn er das gefragt wird. Und das wurde der 64-Jährige in den vergangenen Wochen und Monaten häufiger. Carl Heinz Putthoff ist in einem Alter, in dem andere in den Ruhestand gehen. Doch der Kämmerer der Stadt Dinklage will beruflich jetzt noch einmal durchstarten – denn er möchte zum 1. November neuer Bürgermeister in der Burgwaldstadt werden.

Ja, warum tut Carl Heinz Putthoff sich das an? Warum kandidiert er als parteiloser Einzelbewerber, der von allen im Rat vertretenen Parteien unterstützt wird, auf die Nachfolge von Frank Bittner, der nach 7 Jahren im Amt des Dinklager Bürgermeisters nicht wieder antritt? Dafür gibt es vor allem 2 Gründe: beruflich und privat.

Als Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters habe er „viele notwendige, aber auch etliche zukunftsweisende Projekte angeschoben“. Mit dem Freibad, Bauhof, der Kita in der Wiek und der Kardinal-von-Galen-Sporthalle hat die Stadt Dinklage noch in den nächsten Jahren 4 große teure Bauvorhaben mit einem Finanzvolumen von rund 15 Millionen Euro auf der Agenda. Putthoff möchte sie möglichst bis zum Ende begleiten – und ist als Kämmerer natürlich im Bilde, was die Finanzsituation der Stadt angeht.

Grund 2, warum Putthoff das Bürgermeister-Amt anstrebt, ist privater Natur: Seine Frau ist einige Jahre jünger. Um das Rentnerdasein zu genießen, dafür sei später auch noch genügend Zeit, sagt Putthoff und schmunzelt.

Dass der gebürtige Osterfeiner ab November wahrscheinlich auf dem Chefsessel im Rathaus sitzt, wäre vor 1 Jahr noch undenkbar gewesen. Völlig überraschend sind diese Ambitionen aber dann doch nicht. Putthoff wurde bereits 2001 von der SPD gefragt, ob er nicht als Bürgermeister kandidieren möchte, sagte damals aber aus privaten Gründen ab.

2013 hatte sich der frühere SWO-Fußballer auf die Ausschreibung der CDU beworben, zog sie dann aber zurück, weil er sich im Falle einer Niederlage nur schwierig eine weitere Zusammenarbeit mit einem Bürgermeister Heinrich Moormann hätte vorstellen können. Das Verhältnis von Putthoff und Moormann war nicht das beste.

Fallen die Straßenausbaubeiträge weg, müssen die Steuern erhöht werden

Doch das ist Vergangenheit. In der Zukunft warten viele weitere Aufgaben auf einen potenziellen Bürgermeister Putthoff. Und das betrifft nicht nur die 4 großen Bauprojekte Freibad, Bauhof, Kita und Sporthalle. Sondern viele Themen, bei denen es um Verkehr geht.

Stichwort: Straßenausbaubeiträge. Sollten die Einwohner bei der Befragung am 26. September für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge plädieren (und die Politik möchte sich an das Votum halten), dann wird es im Haushalt ein Loch geben. Im Umkehrschluss bedeutet das: Es müssen Steuern erhöht werden, zum Beispiel für Grundstücksbesitzer. Für einen Haushalt mit einer durchschnittlichen Grundstücksgröße bedeutete dies dann eine Mehrbelastung von rund 130 Euro im Jahr, rechnet der Kämmerer Putthoff vor.

Und der „Herr der Zahlen“ macht auch deutlich: Selbst wenn keine Beiträge für einen Straßenausbau erhoben werden, müssen Anlieger für die Erschließung einer Straße (zum Beispiel Gehweg, Beleuchtung, Straßenentwässerung) weiter bezahlen. Angesichts von 22 zum Teil katastrophalen Straßen, die bis 2029 ausgebaut werden sollen, wird deutlich: Dieses Thema wird viel Raum einnehmen.

Putthoff will den inklusiven Weg weitergehen

Als ein großes Ziel nennt Carl Heinz Putthoff den Ausbau der Inklusion. Er möchte den inklusiven Weg seines Chefs Frank Bittner weitergehen. Stichwort: Barrierefreiheit. Mit dem Kardinal-von-Galen-Haus gebe es in Dinklage eine Förderschule, die in Niedersachsen eine Vorreiter- und Vorbildfunktion in Sachen Inklusion einnehme. Im Haushalt möchte Putthoff künftig mehr Geld für barrierefreie Gehwege zur Verfügung stellen.

Stichwort Verkehrsentwicklungsplan: Den Alten Markt neu gestalten, die Situation rund um das Rathaus verbessern, den Kösters Gang zur Einbahnstraße machen – beim Stichwort Mobilität gibt's in Dinklage einiges zu tun, findet der Verwaltungsfachmann.

"5 Jahre sind schnell um."Carl Heinz Putthoff blickt auf die anstehenden vielen Projekte

Viel Arbeit versprechen auch diese Themen: der Burgwald, die weitere Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes, die Erstellung eines Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes als Fördergrundlage für sämtliche Programme der Städtebauförderung oder die Ausweisung neuer Gewerbeflächen. Putthoff sagt mit Blick auf die Aufgaben: „5 Jahre sind schnell um.“

Der Stoppelmarkt-Fan charakterisiert seine Arbeitsweise nicht nur deshalb als „entscheidungsfreudig“. Darauf könnten sich seine Mitarbeiter, die Politik und die Dinklager mit ihm als möglichem neuen Bürgermeister verlassen. Denn: „Wenn man keine Entscheidungen trifft, gibt es Stillstand.“ Das möchte Putthoff vermeiden. Denn die Stadt soll weiter durchstarten – und er persönlich will es auch.


Zur Person:

  • Carl Heinz Putthoff ist 64 Jahre alt, verheiratet und hat 2 Stieftöchter.
  • Der gebürtige Osterfeiner ist diplomierter Verwaltungsbetriebswirt.
  • Putthoff begann seine Verwaltungslaufbahn 1975 beim Landkreis Vechta.
  • 1993 wechselte Putthoff zur Stadt Dinklage. Seit 1996 ist er Kämmerer, seit 2007 ist der frühere SWO-Fußballer auch Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Finanzen.
  • Zu seinen Hobbys gehören das Fahrradfahren und Wandern mit seiner Frau. Putthoff ist auch ein Fan des Stoppelmarktes. Er mag besonders den Donnerstag, wenn er sich mit seinen ehemaligen Arbeitskollegen vom Landkreis Vechta trifft – darunter die Bürgermeister Alfred Kuhlmann (Goldenstedt) oder Gerd Muhle (Damme).

 

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