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Carl Heinz Putthoff möchte Dinklager Bürgermeister werden

Der Kämmerer gibt seine Kandidatur offiziell bekannt. Er erhält die breite Unterstützung von CDU, SPD, Bürgerforum und Grüne.

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Der Herr der Zahlen: Carl Heinz Putthoff ist der Finanzexperte in der Dinklager Verwaltung. Er möchte nun Bürgermeister werden. Foto: Honkomp

Der Herr der Zahlen: Carl Heinz Putthoff ist der Finanzexperte in der Dinklager Verwaltung. Er möchte nun Bürgermeister werden. Foto: Honkomp

Carl Heinz Putthoff tritt als unabhängiger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl am 12. September (Sonntag) in Dinklage an. Er wird dabei von CDU, SPD, Bürgerforum und Grünen unterstützt.  Der Allgemeine Vertreter des Bürgermeisters und Kämmerer gab am Montagmittag seine Bewerbung für die Nachfolge von Amtsinhaber Frank Bittner offiziell bekannt. Er habe sehr gute Gespräche mit allen Parteien geführt, sagte der 64-Jährige gegenüber OM Online.

Putthoffs Kandidatur für den Bürgermeisterposten als Unabhängiger war nicht mehr die ganz große Überraschung. Die große Unbekannte war die CDU. Denn die Mehrheitsfraktion hatte nach der überraschenden Ankündigung von Frank Bittner, nicht wieder antreten zu wollen, vor 2 Wochen via öffentlicher Ausschreibung nach einem Kandidaten gesucht.

Dies wiederum hatte die SPD und das Bürgerforum irritiert. Denn alle drei Parteien hielten "Calle" Putthoff für einen starken Bewerber. Die Opposition fand eine Stellenausschreibung deshalb unnötig. Auch Putthoff hatte der CDU im Vorfeld erklärt, sich nicht auf die Anzeige zu bewerben, weil er dann nicht von der SPD und dem Bürgerforum unterstützt werden würde. 

CDU entscheidet sich gegen eigenen Bewerberkreis

Die CDU-Wahlkommission traf nach der Durchsicht der Bewerbungen von mehreren Personen schließlich diese einstimmige Empfehlung:  Carl Heinz Putthoff soll als unabhängiger Bürgermeister-Kandidat unterstützt werden. Oder anders formuliert: Man entschied sich gegen die eigenen Bewerber. Putthoff sei der beste Kandidat, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Andreas Windhaus. Der gebürtige Osterfeiner muss zwar noch in der am 5. Mai (Mittwoch) stattfindenden Aufstellungsversammlung der CDU zur Kommunal- und Bürgermeisterwahl nominiert werden. Dies gilt aber als Formsache.

Windhaus verteidigte das CDU-Vorgehen, über eine Stellenanzeige einen Kandidaten zu suchen. Es sollte ein transparentes Bewerbungsverfahren geben. Die CDU-Wahlkommission habe nach der vorgefundenen Bewerberlage nun einfach objektiv festgestellt, sagte Windhaus, "dass der Verwaltungsfachmann Putthoff in alle Projekte involviert ist, die Verwaltung kennt und leiten kann und deshalb geeignet ist, alle Maßnahmen erfolgreich umzusetzen und die positive Entwicklung fortzuführen".  

Der CDU gehe es einzig und allein um die beste Perspektive für Dinklage – und nicht um Parteiengerangel.  "Wir setzen auf Kontinuität, um die positive Entwicklung von Dinklage fortzuführen", erklärte Andreas Windhaus. Denn es stünden große Aufgaben (Bauhof, Freibad, Kita-Bau in der Wiek, Sanierung der Sporthalle Kardinal-von-Galen) an. Der Finanzexperte Putthoff, der die Verwaltung von der Pike auf gelernt habe, sei dafür der richtige Mann.

Auf den warten dabei als Bürgermeister wichtige Aufgaben: Denn nicht nur Putthoffs Posten als Kämmerer müsste nach einem Wahlsieg neu besetzt werden. Mit der Klimaschutzmanagerin Dorothee Arp und Anne Miosga aus dem Bauamt verlassen zudem 2 von der Politik geschätzte Mitarbeiterinnen die Verwaltung. Schon länger auf der Suche ist die Stadt nach einem Bauamtsleiter.

Bürgerforum und SPD kritisieren CDU

Das Bürgerforum begrüßt die Kandidatur Putthoffs ausdrücklich. Die Partei "habe keinerlei Zweifel" an dessen Qualifikationen, sagte der Fraktionsvorsitzende Ulrich Heitmann.  Putthoff habe "Sachverstand und Wissen" und viel kommunalpolitische Erfahrung. Er sei "der beste Kandidat". Deswegen habe das CDU-Vorgehen aus Sicht des Bürgerforums nach wie vor "ein Geschmäckle": Warum sei dem 64-Jährigen nicht gleich das nötige Vertrauen entgegengebracht  worden, fragt Heitmann die CDU. Für Putthoff selbst war die Stellenausschreibung übrigens "kein Problem". Dies sei das gute Recht der CDU gewesen, sagte er.

Auch die SPD wird den Kämmerer als unabhängigen Kandidaten, wie im Vorfeld angekündigt, "voll und ganz unterstützen", sagte die Vorsitzende Susanne Witteriede. Dem CDU-Prozedere gibt sie die Bewertung "nicht sinnvoll". Aber Witteriede verdeutlichte auch: Wäre Putthoff allein für die CDU angetreten, hätten die Sozialdemokraten einen eigenen Kandidaten in den Wahlkampf geschickt.

Grüne Ratsfrau lobt Putthoffs Arbeit

Als einen "kompetenten Kandidaten" bewertet Ratsfrau Claudia Meyer-Blömer (Die Grünen) den Kämmerer. Der Finanzexperte sei "gut vernetzt". Er argumentiere sachlich, bemühe sich um Neutralität und "besticht durch seine Freundlichkeit". Claudia Meyer-Blömer hätte zwar gerne eine Frau als Kandidatin gesehen. Diese Alternative gab es nicht. Davon unabhängig sei Carl Heinz Putthoff aber "eine gute Wahl".


Zur Person:

  • Carl Heinz Putthoff begann seine Verwaltungslaufbahn am 1. August 1975 beim Landkreis Vechta. Danach übernahm der gebürtige Osterfeiner verschiedene Aufgaben in der Kreisbehörde, unter anderem war er Sachbearbeiter im Rechnungshof und stellvertretender Amtsleiter für Schulen und Kultur.
  • 1993 wechselte der frühere SWO-Fußballer vom Landkreis Vechta zur damaligen Gemeinde Dinklage und übernahm dort die Leitung des Ordnungsamtes und des Standesamtes. Von 1996 bis 2007 war der Dinklager Leiter der Kämmerei, danach wurde er zum Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Finanzen benannt. Zusätzlich ist er seit 1999 Geschäftsführer der Bau-, Grundstücks- und Erschließungs-GmbH der Stadt Dinklage und seit 1993 Standesbeamter.

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