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Cappelner Rathaus-Neubau mit 8,3 Millionen Euro kalkuliert

Aktueller Kostenrahmen für neues Rathaus mit Dorfgemeinschaftshaus wurde nun vorgestellt. Aus der Dorfentwicklung wurde mit 1,16 Millionen Euro die maximale Förderung geholt.

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Aufgeräumt: Sortiert wurde der Bauschutt, nachdem die alten Wohn- und Geschäftshäuser dem Erdboden gleich gemacht wurden. Im Herbst könnte der erste Spatenstich für das Rathaus mit Dorfgemeinschaftshaus erfolgen. Foto: Thomas Vorwerk

Aufgeräumt: Sortiert wurde der Bauschutt, nachdem die alten Wohn- und Geschäftshäuser dem Erdboden gleich gemacht wurden. Im Herbst könnte der erste Spatenstich für das Rathaus mit Dorfgemeinschaftshaus erfolgen. Foto: Thomas Vorwerk

Öffentliche Sitzungen sind momentan auch in Cappeln eher die Ausnahme, doch deshalb ist man in der Politik nicht untätig. Der aktuelle Sachstand zum Neubau von Rathaus und Dorfgemeinschaftshaus sowie die weitere Gestaltung der Ortsmitte waren nicht zuletzt Gegenstand einer Video-Konferenz des Planungs-, Umwelt- und Wegeausschusses.

Grundriss nach Ausstieg der Kirche leicht verändert

Dort wurden die angepassten Pläne zum Gebäude vorgestellt, wobei die wesentliche Züge aus dem Wettbewerb unverändert sind, wie Architekt Klemens Hölscher von Reindersarchitekten in einem Pressegespräch erklärte. Nachdem im September 2019 die Kirchengemeinde überraschend ihren Rückzug aus dem Projekt erklärte, wurde der Grundriss verändert und der linke Gebäudeflügel gekürzt. Die dadurch frei werdende Grundstücksfläche soll an einen Investor veräußert werden und es gebe bereits gute Gespräche mit einem möglichen Käufer, sagte Bürgermeister Marcus Brinkmann.

Architekt sieht Baubeginn im Herbst realistisch 

„Wir sind in der Vorbereitung des Bauantrages“, erklärte Hölscher. Noch im April könnte demnach mit den Ausschreibungen begonnen werden. „Ich halte den Baubeginn im Herbst für realistisch“, so der Architekt. Der Bebauungsplan für das Areal soll noch an diesem Wochenende, spätestens aber Anfang der Woche in die Auslegung gehen.

Heimatverein ist das Gedächtnis der Gemeinde

Neben der Verwaltung, die auf zwei Etagen mit Büro- und Konferenzräumen ins Rathaus einziehen wird, bekommt auch der Heimatverein Platz. „Aus ortsgeschichtlichem Interesse werden ein Raum mit sechs Arbeitsplätzen und ein Archiv eingplant“, erklärte Cappelns allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Dirk Olliges. Alle anderen Gruppen, die sich im Dorfgemeinschaftshaus treffen wollen, müssen sich Lagerkapazitäten teilen. Eine Ausnahme bildet der Musikverein, der mehr Platz für seine Instrumente benötigt. Darüber hinaus haben der Gesangverein, der Gemeindejugendring, das Bildungswerk und die Tageseltern Bedarf an Gruppenräumen angemeldet. „grundsätzlich steht das Dorfgemeinschaftshaus jedem offen“, unterstrich Brinkmann.

Ohne Keller wird es 200.000 Euro billiger

Die Überlegungen, den Ratssaal mit einer mobilen Wand aufteilen zu können, wurde aus technischen Gründen verworfen. Darüber hinaus können weitere Besprechungsräume bei Bedarf vergrößert und zum Sitzungssaal geöffnet werden. Der gesamte „öffentliche“ Bereich kann für Veranstaltungen von der Verwaltung getrennt werden. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Rat wird es entgegen ursprünglichen Planungen keinen Keller geben. Das Einsparpotenzial liegt bei rund 200.000 Euro und die Haus­technik könne stattdessen im Obergeschoss untergebracht werden. Dazu zählt auch eine geplante Lüftungsanlage, die besonders in der Corona-Pandemie viel diskutiert wird. Sie soll zudem mit einer Kühltechnik kombiniert werden.

Das gesamte Gebäude orientiert sich in Richtung der Kreuzung zur Cloppenburger Straße, bleibt aber soweit von der Fahrbahn entfernt, um eine Abbiegespur bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt realisieren zu können. Die aktuellen Verkehrszahlen machen diese Maßnahme noch nicht nötig.

Rund 14 Wohnungen könnte ein Investor bauen

Mit dem Rat- und Dorfgemeinschaftshaus wird nur ein Teil des rund 5000 Quadratmeter großen Areals genutzt. Im hinteren Bereich können Investoren aktiv werden und überschlägig 14 Wohnungen schaffen. Durch die Grundstücksverkäufe könnte dann auch ein Teil des Kaufpreises des ehemaligen Auto­hauses, das an dieser Stelle betrieben wurde, wieder aufgefangen werden.

Die Kosten für das Rat- und Dorfgemeinschaftshaus werden sich nach aktuellen Kalkulationen auf 8,3 Millionen Euro belaufen. Allerdings gibt es aus der Dorfentwicklung Fördermaßnahmen von insgesamt 1.158.000 Euro. Eine Summe, mit der alle Möglichkeiten ausgereizt wurden, wie Astrid Vieth vom begleitenden Büro IPW erklärte.

Außengestaltung am Marktplatz mit Zuschüssen möglich

Für die Außengestaltung des Marktplatzes könnte es ebenfalls Zuschüsse geben. Dort ist die Volksbank mit im Boot und könnte sich einen Neubau vorstellen, der teilweise von dem Kreditinstitut selber genutzt wird beziehungsweise für Handel und Gewerbe. In Richtung Tenstedt gibt es auf dem Marktplatz Überlegungen für ein Hotel und Restaurant.

Ob die Feuerwehr an ihrem Standort bleibt, hängt auch vom Ergebnis des zu erstellenden Feuerwehrbedarfsplanes ab. Wenn das Rathaus nicht mehr benötigt wird, bleibt Platz, sich zu erweitern.

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