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Cappelner Rathaus: Investorenmodell nicht ohne Ausschreibung

Die Verwaltung hat weitere Einschätzungen zur Vergabe eingeholt und die Aussagen aus dem vergangenen Jahr bestätigt bekommen. Gleichwohl kann ein neues Rathaus durch einen Investor gebaut werden.

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Wer baut das neue Rathaus der Gemeinde Cappeln? Ein Investorenmodell ist möglich, setzt aber eine Ausschreibung voraus.   Foto: Vorwerk

Wer baut das neue Rathaus der Gemeinde Cappeln? Ein Investorenmodell ist möglich, setzt aber eine Ausschreibung voraus.   Foto: Vorwerk

Die Information aus Vörden, dass dort das neue Feuerwehrhaus von einem Totalunternehmer gebaut werden könnte, bestätigt einen Cappelner Geschäftsmann, der noch nicht öffentlich genannt werden möchte, dass auch das neue Rathaus in seinem Heimatort ähnlich umgesetzt werden kann. Zusammen mit weiteren Investoren möchte er den Neubau zum Festpreis realisieren. Ohne eine Ausschreibung – vermutlich europaweit – wird dieses Projekt allerdings wohl nicht funktionieren.

Es würde ein konkreter Bedarfsplan erstellt, in dem auch die Frage nach dem Umfang inklusive Dorfgemeinschaftshaus, Ratssaal und Räumen für den Heimatverein geklärt wird. "Politik und Verwaltung könnten selber bestimmen, was benötigt wird", meint er im Gespräch mit der Redaktion. Mit diesen Unterlagen gäbe es einen Teilnehmerwettbewerb und am Ende blieben vielleicht eine Hand voll Bewerber – idealerweise aus der Region – übrig. Da klare Vorgaben gemacht würden, wäre auch eine hohe Vergleichbarkeit gewährleistet, so der Investor. "Wir würden es mit ortsansässigen Handwerkern ausführen", stellt der Geschäftsmann für die Investorengruppe heraus. Gleichwohl ist er sich im Klaren, dass man am Ende vielleicht auch nicht zum Zug kommt. "Die Auswahl des Bestbieters erfolgt auf Grundlage wirtschaftlicher, planerisch-gestalterischer sowie ökologischer Kriterien."

Einzug bis Ende 2023 denkbar

Die Investoren haben einen Zeitplan im Kopf: Gibt es eine Entscheidung für diesen Weg im März/April, könnte der Teilnahmewettbewerb von Mai bis Juni erfolgen. Die Angebots- und Verhandlungsphase mit Zuschlag könnte im September abgeschlossen sein und der Baubeginn sei noch im Oktober möglich. "Ab Ende Juni/Anfang Juli wäre die Einreichung des Bauantrags auf Risiko des Anbieters möglich", heißt es in einer Beschreibung der Investoren, die der Redaktion vorliegt. Bei einer geschätzten Bauzeit von 15 Monaten wäre der Dezember 2023 als Einzugstermin denkbar.

"Ein privater Investor kann pro Quadratmeter mit Sicherheit 1000 Euro günstiger bauen."Privater Investor

Die Gruppe will nicht nur günstiger bauen, sondern auch größer. Der Siegerentwurf aus dem Architektenwettbewerb würde den vorhandenen Platz nicht optimal ausnutzen und zu großzügige Flurbereiche vorsehen, findet der Cappelner. "Ein privater Investor kann pro Quadratmeter mit Sicherheit 1000 Euro günstiger bauen." 

Für das Grundstück können sich die Investoren den Kauf ebenso vorstellen, wie eine Erbpacht. Die Kommune mietet anschließend das Ganze für einen längeren Zeitraum und vertraglich kann eine Kaufoption vorgesehen werden. 

In der jüngsten Ratssitzung hat die Verwaltung den Auftrag bekommen, eine rechtliche Überprüfung der von der Investorengruppe im Dezember vorgestellten Modelle vorzunehmen. Wie auch schon zuvor von der Architektenkammer und dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund mitgeteilt wurde, ist eine direkte Vergabe nicht möglich. Das ergab eine Ende Januar zusätzlich gestellte Abfrage beim Ansprechpartner für Vergaberecht im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium. Eine weitere Bestätigung durch einen Anwalt für Vergaberecht ist danach ebenfalls erfolgt, wie Cappelns Bürgermeister Marcus Brinkmann am Mittwoch (16. Februar) dem Verwaltungsausschuss und allen Ratsmitglieder mitgeteilt hat. Demnach müsste für ein auf die Verwaltung zugeschnittenes neues Gebäude mindestens eine landesweite Ausschreibung erfolgen. Bei einem Preis von über 5,3 Millionen Euro ist sogar eine europaweite Ausschreibung erforderlich. 

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