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Cappeln hat einige Projekte vor der Brust

In die Feuerwehr, den Sportstättenbau und Radwege muss unter anderem investiert werden. Das GGB fordert weiterhin die Sanierung des Rathauses ein.

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Ist weiter flüssig: Die Gemeinde Cappeln hat einen ausgeglichenen Haushalt verabschiedet und wird den Schuldenstand sogar verringern. Foto: Vorwerk

Ist weiter flüssig: Die Gemeinde Cappeln hat einen ausgeglichenen Haushalt verabschiedet und wird den Schuldenstand sogar verringern. Foto: Vorwerk

Als einen soliden Haushalt 2022 bezeichnete Cappelns Bürgermeister Marcus Brinkmann das Zahlenwerk, das in dieser Woche dem Gemeinderat vorgelegt wurde und von den gewählten Vertretern die uneingeschränkte Zustimmung bekam. Die von Kämmerer Ernst Raab vorgestellte Bilanz hatte dann auch wenig Überraschungen vorzuweisen und selbst die Kreditaufnahme in Höhe von 3 Millionen Euro ist am Ende unspektakulär, da die Summe dazu dient, einen anderen Kredit in ähnlicher Größenordnung abzulösen. Unterm Strich wird der Schuldenstand Ende des Jahres aller Voraussicht nach sogar sinken.

Als größter Posten bei den Investitionen steht der Grundstückserwerb mit 2,3 Millionen Euro in der Liste. Die Rate für den neuen Kindergarten in Sevelten wird mit 800.000 Euro ausgewiesen und ein neuer Lkw für den Bauhof schlägt mit 250.000 Euro zu Buche. Die Erschließung des Gewerbegebiets östlich vom  Schierlingsdamm kostet 790.000 Euro und in den Radwegebau an drei Kreisstraßen wird 240.000 Euro investiert.

Hebesätze bleiben unverändert

Die Hebesätze werden nicht angepackt und bleiben für die Grundsteuern A und B bei 360 Prozent und für die Gewerbesteuer ebenfalls bei 360 Prozent. 5,6 Millionen muss Cappeln an Transferaufwendungen zahlen, und ganz vorne mit 3,25 Millionen Euro steht die Umlage an den Landkreis Cloppenburg.

Besser als erwartet war das Gewerbesteueraufkommen in 2021, dem 2. Corona-Jahr, und Bürgermeister Brinkmann geht von weiteren Erhöhungen aus. Auch der Ecopark wird in 2022 im 2. Jahr in Folge mehr Geld für Cappeln abwerfen, als die Kommune an Umlage (310.500 Euro) an den Zweckverband zahlt. 

Handwerker kommen täglich ins Rathaus

Die Investitionen der Gemeinde Cappeln seien sinnvoll und insbesondere in Sachen Grunderwerb wichtig, um weiterhin Bauland anbieten zu können. "Wir haben große Dinge vor der Brust", so Brinkmann. "Die riesige Brachfläche in der Ortsmitte kann kein Dauerzustand sein und ich bin bereit, dort für die Ehrenamtlichen in der Gemeinde in ein Dorfgemeinschaftshaus zu investieren." Die schleppende Entwicklung zu einem neuen Rat- und Dorfgemeinschaftshaus sei auch für seine Mitarbeiter eine Enttäuschung. Aktuell seien die Handwerker täglich im Haus, um Problemen in der Sanitärtechnik nachzuspüren. Darüber hinaus stünden große Investitionen im Bereich der Feuerwehr und des Sporthallenbaus an. "Auch am Radwegebau müssen wir weiter dranbleiben", stellte Brinkmann klar.

Das sieht auch die CDU so, wie Ulla Niemeyer als Fraktionsvorsitzende in ihrer Rede betonte. Besonders am Cappelner Damm sei Handlungsbedarf, da dies eine wichtige Schulwegverbindung sei. Zur Ausrüstung der Schulen mit Raumlüftern lobte sie die schnelle Reaktion von Rat und Verwaltung, was in einer raschen Zustellung des Förderbescheids mündete. Investitionen in eine neue Sporthalle, den Bauhof und die Feuerwehr stünden in naher Zukunft an. "Um diese Projekte finanziell stemmen zu können, muss endlich wieder in Gewerbegebiete massiv investiert werden", sagte Niemeyer, was ihrer Ansicht nach in den kommenden 3 Jahren seitens der Verwaltung nicht vorgesehen ist.

Für Umweltschutz sind nur 250 Euro eingeplant

Sparsames Wirtschaften mahnte angesichts der anstehenden Aufgaben auch Annette Ostermann als Vorsitzende der UWG an, zumal es auf der Einnahmeseite kaum Veränderungen gebe. Ein Posten sei ihr im Haushalt besonders aufgefallen. Der Bereich "Umweltschutz" werde dort mit 250 Euro ausgewiesen. "In Zukunft müssen wir in diesem Bereich aktiver werden."

Mehr Investitionen für den Grundstückskauf hätte sich das Gelb-Grüne-Bündnis (GGB) gewünscht, um für die Entwicklung neuer Industrie- und Gewerbegebiete gewappnet zu sein, wie Clemens Poppe (FDP) ausführte. "In den letzten 9 Jahren haben wir nur das Koopmann-Gelände entwickelt." Zum Thema Rathaus sprach sich der Liberale einmal mehr deutlich für eine Sanierung des Bestandes aus. Seiner Einschätzung nach würde dies dank KfW-Fördermittel kostengünstiger als ein Neubau sein, bei gleichzeitigem Erhalt "dieses ortsbildprägenden Gebäudes, von dem wir nicht viele in Cappeln haben" .

Bei so vielen Vorrednern sparte es sich Frank Garling, SPD-Einzelkämpfer im Rat, die Zahlen zu wiederholen und signalisierte die Zustimmung zum Haushalt 2022, der dann auch einstimmig von allen Vertretern genehmigt wurde.

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