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Busse und Bahnen auf dem Land kommen bei Umfrage nicht gut weg

Besonders an der Erreichbarkeit von Haltestellen hapert es. Bedenklich: Die weitaus meisten Befragten geben an, dass sich der ÖPNV in den vergangenen 5 Jahren nicht verbessert hat.

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Haltestelle: Je ländlicher die Gegend, desto weniger gibt es. Foto: dpa /Murat

Haltestelle: Je ländlicher die Gegend, desto weniger gibt es. Foto: dpa /Murat

Jeder Dritte in Niedersachsen ist unzufrieden mit der Erreichbarkeit von Bus und Bahn am eigenen Wohnort. Das hat eine repräsentative Studie des Forschungsinstituts Kantar im Auftrag von Allianz pro Schiene, BUND und Deutschem Verkehrssicherheitsrat ergeben. Noch schlechter fällt die Zufriedenheit der Menschen mit dem Verkehrsangebot auf dem Land aus. In Kleinstädten unter 20.000 Einwohner ist mehr als die Hälfte (56 Prozent) mit der Anbindung von Bus und Bahn unzufrieden. In Orten unter 5000 Einwohnern sind es sogar rund 70 Prozent.

Die Befragten wünschen sich mehrheitlich eine deutlich bessere Taktung von Bus und Bahn, deutet die Allianz pro Schiene das Umfrageergebnis.

Immerhin: 70 Prozent der Befragten sprechen von einer guten Anbindung an den ÖPNV. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagt: „Das zeigt, dass eine große Mehrheit der Deutschen das 49-Euro-Ticket nutzen kann und vom Angebot am eigenen Wohnort profitieren wird.“

„Den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr zu stärken, bedeutet die Klimaziele ernst zu nehmen.“Antje von Broock, Geschäftsführerin beim BUND

Die Studie zeige außerdem, dass die Menschen mehrheitlich nicht die Entfernung zur nächsten Haltestelle als Problem empfänden, sondern den Takt der Fahrten.

Ein Großteil der Befragten in Niedersachsen (84 Prozent) gibt an, dass sich die Zahl der Abfahrten innerhalb der vergangenen 5 Jahre nicht verbessert oder sogar verschlechtert hat. Aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger herrsche vielerorts Stillstand, kritisiert die Geschäftsführerin beim BUND, Antje von Broock. Von Bundesverkehrsminister Volker Wissing fordern die Auftraggeber der Studie eine Angebotsoffensive für den ÖPNV. „Den Fuß-, Rad- und öffentlichen Verkehr zu stärken, bedeutet die Klimaziele ernst zu nehmen“, sagte von Brook.

Befragt wurden die Menschen auch danach, ob sie sich auf dem Fahrrad und zu Fuß sicherer fühlen als noch vor fünf Jahren. 38 Prozent der Befragten beklagen, dass sich nichts verändert habe, 28 Prozent empfinden das Radfahren sogar als unsicherer als noch vor 5 Jahren. Fußgänger geben in fast allen Bundesländern mehrheitlich an, dass sich ihr Sicherheitsgefühl nicht verbessert hat.

„Das Unfallrisiko ist für Bahn- und Busreisende um ein Vielfaches geringer als für Pkw-Insassen.“Professor Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats

Fast die Hälfte der Befragten Niedersachsen ist der Meinung, dass ihnen keine ausreichend sicheren Fahrradwege zur Verfügung stehen, bundesweit sieht das nur jeder Dritte so. Jede 5. Person fährt demzufolge nie Fahrrad.

Besonders unzufrieden sind Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer mit den Radwegen in Hamburg, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Bremen dagegen schneidet am besten unter allen Bundesländern ab was die Radwege angeht.

Professor Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrats bemängelte: „Das Unfallrisiko ist für Bahn- und Busreisende um ein Vielfaches geringer als für Pkw-Insassen.“ Wenn die Menschen jedoch auf dem Weg zur Haltestelle mit dem Fahrrad nicht sicher seien, müsse dringend nachgebessert werden, forderte Eichendorf.

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