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Burkhard Sibbel: Meine Tür ist immer offen

Am Montagabend wird Löningens neuer Bürgermeister vereidigt. Zuvor will er sich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus vorstellen. "Ich setze auf eine gute Zusammenarbeit", sagt er.

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Künftiger Arbeitsplatz: Der neue Bürgermeister Burkhard Sibbel bezieht am Montag sein Büro im Löninger Rathaus. Foto: Meyer

Künftiger Arbeitsplatz: Der neue Bürgermeister Burkhard Sibbel bezieht am Montag sein Büro im Löninger Rathaus. Foto: Meyer

Seinen letzten Schultag hat Burkhard Sibbel noch gut in Erinnerung. Kein Wunder, es ist ja auch erst zwei Wochen her, dass der Berufsschullehrer sich von seinen Schülern und Kollegen in Meppen verabschiedet hat. Das Lehrerzimmer tauscht der 50-Jährige nun gegen das Bürgermeisterbüro im Löninger Rathaus ein. Am Montagabend wird er vereidigt.

Die Bürde des Amtes laste bis jetzt noch nicht auf ihm. Er habe in den Wochen nach der Wahl gut geschlafen, bestätigt Sibbel. Dass er tatsächlich bald Bürgermeister sein werde, sei ihm allerdings erst im Laufe der Zeit so richtig bewusst geworden. Respekt vor der neuen Aufgabe habe er, aber keine Angst. "Ich habe mich mein Leben lang in neue Sachverhalte eingearbeitet." Wirklich vorbereiten könne man sich auf das Amt ohnehin nicht. Seinen ersten Arbeitstag im Rathaus wolle er vor allem mit Gesprächen beginnen. Ansonsten, sagt er, lasse er alles auf sich zukommen und verlasse sich auf die Verwaltung.

Von seinen Mitarbeitern wird der neue Chef am Montagvormittag empfangen. Sibbels Vorgänger Marcus Willen hatte dem Herausforderer in der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch vorgeworfen, den Wahlkampf auf dem Rücken der Verwaltung ausgetragen zu haben. Das sieht Sibbel nicht so. "Als Kandidat muss ich Dinge benennen, die ich verbessern möchte. Die Kritik war aber gegen niemanden persönlich gerichtet." Nun wolle er als erstes Vertrauen schaffen und für eine gute Arbeitsatmosphäre sorgen. "Ich bin mir auch sicher, dass ich das hinkriege." 

"Die Entwicklung der Stadt darf nicht stillstehen."Burkhard Sibbel, designierter Bürgermeister

19 Jahre lang hatte der Elberger als Landwirtschaftslehrer gearbeitet. Das Kapitel ist zumindest für die kommenden fünf Jahre geschlossen. Aber natürlich möchte Burkhard Sibbel, dass ihn die Löninger am Ende der ersten Amtszeit nicht gleich wieder vom Hof jagen. "Die Entwicklung der Stadt darf deshalb nicht stillstehen, sie muss weitergehen", betont er. Wichtige Aufgaben seien die Schaffung von Gewerbeflächen, Wohngrundstücken und Kindergartenplätzen, damit junge Familien nicht gezwungen seien, in die Nachbarschaft abzuwandern.

Auch das städtebauliche Entwicklungskonzept wolle er vorantreiben und feststellen lassen, wie viel Nachholbedarf Löningen beim Klimaschutz habe. Außerdem gelte es, die bereits angeschobenen Projekte umzusetzen. Wesentliche Änderungen dürften sich nicht mehr ergeben. Die weitaus meisten Entscheidungen seien ohnehin einstimmig gefällt worden, betont Sibbel. Bei künftigen Vorhaben wolle er die betroffenen Bürger aber früher "ins Boot holen", sagt er. "Damit nehmen wir ihnen das Gefühl der Ohnmacht und wecken bei ihnen Verständnis."

Obwohl die inhaltlichen Unterschiede also weit weniger groß waren, galt der Stadtrat in den vergangenen Jahren als zerstritten. Dabei standen Sibbels Unabhängige zumeist allein auf weiter Flur – ein Zustand, der nicht so bleiben solle, betont der künftige Bürgermeister. Er sei gegenüber allen Fraktionen gesprächsbereit. "Meine Tür ist immer offen." Das gelte auch für den Informationsfluss. "Ich möchte, dass wir vorurteilsfrei aufeinander zugehen und nach den Sitzungen auch mal ein Bier zusammen trinken können."  Der gelernte Pädagoge sagt von sich, er könne auf Menschen zugehen. "Dieses Pfund möchte ich einbringen." Nach dem Abgang von 18 Ratsmitgliedern sehe er gute Chancen für einen Neuanfang. 

Beim Gang durch Löningen wird Burkhard Sibbel inzwischen immer häufiger erkannt. Dass er künftig noch mehr Abendtermine wird wahrnehmen müssen, sei für seine Frau in Ordnung, sagt er. "Meine Kinder sind zum Glück schon groß." Wie stark der neue Job sein ehrenamtliches Engagement etwa als Brudermeister der St. Jakobus Schützenbruderschaft einschränkt, bleibt abzuwarten. "Da kann es schon Probleme geben", räumt Sibbel ein. Die Vorfreude auf das Amt trübe das aber nicht. "Mein Wahlziel waren mindestens 40 Prozent. Dass es am Ende der Sieg wurde, ist umso schöner." Sibbel nimmt die Herausforderung an.

  • Info: Die konstituierende Sitzung des Löninger Stadtrates findet am Montag, 1. November, um 18 Uhr im Forum Hasetal statt. 

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