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Bürgermeisterwahl in Steinfeld: Parteien denken darüber nach, gemeinsam einen Kandidaten zu suchen

Der Posten ist ab Herbst 2022 vakant, weil Manuela Honkomp ihren Verzicht auf eine erneute Kandidatur erklärt hat. Attraktiv für Bewerber ist: Der künftige Verwaltungschef wird für neun Jahre gewählt.

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Wer zieht im Herbst 2022 ins Steinfelder Rathaus ein? Die Gemeinde im Süden des Landkreises Vechta sucht einen neuen Bürgermeister.   Foto: Timphaus

Wer zieht im Herbst 2022 ins Steinfelder Rathaus ein? Die Gemeinde im Süden des Landkreises Vechta sucht einen neuen Bürgermeister.   Foto: Timphaus

Manuela Honkomp hört im Herbst 2022 auf. Die Ankündigung der Bürgermeisterin der Gemeinde Steinfeld, nicht für eine dritte Amtszeit zu kandidieren, kam für die Politik nicht aus heiterem Himmel, wie aus einer Umfrage bei den Fraktionsvorsitzenden von CDU sowie UWG und SPD, die im Rat eine Gruppe bilden, hervorgeht. "Nach 16 Jahren an der Verwaltungsspitze ist dieser Entschluss verständlich", urteilt Peter Harpenau (CDU).

Heinrich Luhr (UWG) meint: "Das war schon länger ein Thema. In Steinfeld bewegt sich nichts. Diese Entscheidung musste so kommen." Er spricht von einem "Fiasko an mehreren Stellen" und zählt den Zustand der Gemeindestraßen und die Causa Abwasserwerk auf. Die UWG begrüße deshalb den Schritt der Bürgermeisterin, deren aktuelle Amtszeit am 30. September 2022 endet.

Martin Schlarmann (SPD) äußert sich weniger kritisch. Er teilt für seine Partei mit: "Die Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin war für uns in der Vergangenheit stets geprägt von gegenseitiger Wertschätzung und konstruktiver Auseinandersetzung im politischen Alltagsgeschäft – gerade auch bei Meinungsverschiedenheiten."

Kommt es zur öffentlichen Ausschreibung aller Parteien?

Die Gräben zwischen den politischen Lagern in Steinfeld waren in der Vergangenheit tief. Doch bei der Suche nach einem Kandidaten für das Bürgermeisteramt könnte sich dennoch eine Zusammenarbeit ergeben. Harpenau sagt, er wolle seiner Fraktion und den CDU-Ortsvorständen während eines Treffens im Januar eine gemeinsame öffentliche Ausschreibung aller Parteien vorschlagen.

Auch Luhr zeigt sich sehr offen für diese Option: "Ich bin für eine gemeinsame Ausschreibung. Ob es dann am Ende ein gemeinsamer Kandidat wird, müssen wir abwarten." Er plädiert dafür, qualifizierte Personen auch direkt anzusprechen – und dabei den Fokus nicht nur auf den Landkreis Vechta zu legen. Mitte Januar wolle die UWG in einer Fraktionssitzung über das Thema beraten.

"Eine Verwaltung muss gut geführt werden. Das ist ein mittelständisches Unternehmen."Peter Harpenau, CDU-Fraktionsvorsitzender in Steinfeld

Schlarmann teilt mit: "Für die Prozedur der Nachfolge gibt es für die SPD im Wesentlichen zwei Optionen. Zum einen die Kooperation mit der UWG, zum anderen das Gespräch mit der CDU – mit dem Ziel, einen gemeinsamen Kandidaten aller im Rat vertretenen Fraktionen zu finden." Seiner Partei sei es wichtig, den Posten mit einer fachlich kompetenten Person zu besetzen.

Ähnliches ist von Harpenau zu vernehmen. "Eine Verwaltung muss gut geführt werden. Das ist ein mittelständisches Unternehmen." Er plädiert für eine Besetzung mit einem Verwaltungsfachmann, "denn diese Aufgaben werden auf Dauer immer wichtiger".

Harpenau prognostiziert, dass seine Partei einen Kandidaten per Urwahl küren werde. Dass der Bewerber selbst ein CDU-Parteibuch besitzen muss, hält der Harpendorfer für "nicht zwingend erforderlich". Luhr macht dies ebenfalls vom Bewerber abhängig. "Wichtiger ist, dass überhaupt etwas passiert. Das könnte für die Gemeinde ein Moment des Aufbruchs sein."

Honkomps Nachfolger bietet sich neunjährige Amtszeit

Als attraktiv und motivierend für eine Bewerbung bewerten sowohl Harpenau als auch Schlarmann, dass im Rahmen der Angleichung der Amtszeiten der Hauptverwaltungsbeamten mit der Wahlperiode der Kommunalparlamente in Niedersachsen der künftige Bürgermeister in Steinfeld für neun Jahre gewählt wird.

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