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Bürgerinitiative kritisiert Bundesumweltministerium

Die Schreiben an Angela Merkel und Svenja Schulze bleiben unbeantwortet. Die BI fordert darin eine Obergrenze für den Wolfsbestand.

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Heimisch geworden: Wolfsrudel  haben sich in Niedersachsen etabliert. Foto: dpa

Heimisch geworden: Wolfsrudel haben sich in Niedersachsen etabliert. Foto: dpa

Die "Bürgerinitiative für einen fairen Umgang Mensch-Wolf-Tier" fordert eine Obergrenze für den Wolfsbestand in Deutschland. In Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) weist die BI auf den günstigen Erhaltungszustand der Gattung hin. Eine Antwort aus Berlin hat sie bislang nicht erhalten.  

Die Schreiben gingen im Dezember raus. Eine Reaktion sei ausgeblieben, bestätigt BI-Mitglied Petra Appeldorn. Die Löningerin ist enttäuscht. "Es kam noch nicht einmal eine Eingangsbestätigung. Dabei wird doch eigentlich in Deutschland politisches Mitwirken gewünscht." Die BI hatte sich nach vermehrten Wolfsangriffen auf Schafe und andere Weidetiere gebildet. Sie setzt sich für den Schutz gefährdeter Nutztierrassen ein und zeichnet die Tierverluste im hiesigen Raum auf. Außerdem lässt sie inzwischen auch eigene DNA-Beprobungen durchführen.

"Auf den von uns erarbeiteten Karten für Deutschland ist ein positiver Trend zu erkennen."Petra Appeldorn, Mitglied der Bürgerinitiative

Mit Hilfe der öffentlich zugänglichen Daten hat sie die Entwicklung der Wolfspopulation nachgezeichnet und kommt zu dem Ergebnis, dass der Bestand der Spezies nicht gefährdet ist. "Auf den von uns erarbeiteten Karten für Deutschland ist ein positiver Trend zu erkennen", erklärt Appeldorn. Zur Populationsgröße in der sogenannten "atlantisch geographischen Region", die weite Teile Niedersachsens und Schleswig-Holsteins sowie einen Teil Nordrhein-Westfalens umfasst, habe man 35 Wolfsrudel, 3 Wolfspaare und 4 territoriale Einzeltiere berücksichtigt. "Das ergibt einen Bestand von 360 Tieren, weitere 3 Gebiete stehen unter Beobachtung."

Unterstützung erhalten die BI-Mitglieder auch aus der Politik

Aus Sicht der BI wären das eigentlich schon zu viele Wölfe. Sie spricht sich für die Festlegung eines günstigen Erhaltungszustands von 250 Tieren aus. Dieser solle "schnellst möglichst" anerkannt und an die Europäische Union gemeldet werden. "Solch ein Schritt würde die Koexistenz zwischen Mensch und Wolf fördern", ist sich Appeldorn sicher. Unterstützung erhalten die BI-Mitglieder auch aus der Politik. Agrar- und Umweltpolitiker der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag fordern ebenfalls, dass Deutschland für den Wolf offiziell das Erreichen des „günstigen Erhaltungszustands“ feststellt.

Für das Monitoringjahr 2019/2020 hat das Bundesamt für Naturschutzschutz (BfN) bundesweit 128 Rudel, 35 Wolfspaare sowie 10 sesshafte Einzelwölfe gemeldet. Die EU-Kommission habe den Mitgliedsstaaten einen „Ermessungsspielraum“ eingeräumt, eine Änderung in der Bewertung des Schutzstatus könne und müsse durch die nationalen Regierungen beantragt werden, schreiben die Abgeordneten zum Jahreswechsel in einem Brief an Svenja Schulze. Der "günstige Erhaltungszustand" sei bereits "übererfüllt", heißt es in dem Brief weiter.

Die Bürgerinitiative fordert den Rücktritt der Ministerin

Auch deutsche CDU-Vertreter der Europäischen Volkspartei (EVP) zeigen sich  erstaunt über die „mangelnde Kooperationsbereitschaft von Seiten der Ministerin bei der Frage des Wolfsmanagements“. Diese Haltung lasse die Lebenssituation der Bürger und Bürgerinnen außer Acht. "Die steigende Zahl der Nutztierrisse in einigen Bundesländern stellt die Bevölkerung in ländlichen Regionen vor enorme Herausforderungen", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Ziel müsse eine "langfristig realistische und friedliche Koexistenz von Mensch und Tier sein". Dies erfordere ein entschiedenes Tätigwerden auf Bundesebene. Dass ihre Eingabe bisher unbeantwortet geblieben ist, sei „ein Schlag ins Gesicht für alle Betroffenen“, findet Petra Appeldorn. "Unser Wunsch ist es, über diese Zustände zu informieren." Die BI fordert außerdem den Rücktritt der Ministerin.

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