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Bundestagswahl: Das sagen die OM-Bewerber zum Thema Gesundheit

Der 26. September rückt näher, die Entscheidung der Bundestagswahl steht vor der Tür. Wie stehen die Kandidatinnen und Kandidaten der 6 im Bundestag vertretenen Parteien zur Gesundheit?

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Symbolfoto: dpa/Frankenberg

Symbolfoto: dpa/Frankenberg

Alle 6 im Bundestag vertretenen Parteien schicken im Oldenburger Münsterland Direktkandidaten zur Bundestagswahl am 26. September ins Rennen. Die Bewerber um einen Sitz für den Wahlkreis 32 (Cloppenburg-Vechta) erklären, was sie für die Region auf wichtigen Politikfeldern erreichen wollen. Das sagen die OM-Kandidatinnen und -Kandidaten zum Thema Gesundheit...

Silvia Breher (CDU): Unsere Krankenhäuser im ländlichen Raum sind für eine gute und wohnortnahe Gesundheitsversorgung unverzichtbar – Grundversorgung und Spezialisierung statt Schließung ist der Weg. Dazu müssen wir eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige ärztliche Versorgung sicherstellen, mehr Studienplätze, eine Landarztquote und den Ausbau der Telemedizin. Die Ergebnisse der konzertierten Aktion Pflege für mehr Personal, mehr Geld und bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen gilt es eng zu begleiten und weiterzuentwickeln; der Eigenanteil an der stationären Pflege deckeln wir auf max. 700 Euro pro Monat.

Alexander Bartz (SPD): Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem ist. Es wurde aber auch deutlich, wie schnell wir in diesem Bereich an unsere Grenzen kommen. Für unsere Region ist es wichtig, eine optimale medizinische Versorgung gewährleisten zu können und den Ärztemangel im ländlichen Raum aktiv zu bekämpfen. Hierbei müssen Anreize bei der Neuansiedlung für Ärzte geschaffen werden. Das fängt bei der Vergütung an. Aber auch die Work-Life-Balance ist für junge Ärzte wichtig, genauso wie die Kinderbetreuung vor Ort. Außerdem müssen wir die Strukturen neu denken. Medizinische Versorgungszentren und Gemeinschaftspraxen entsprechen der neuen Generation der Ärzte mehr als Einzelpraxen.

Tanja Meyer (Die Grünen): Corona hat uns deutlich gemacht, wie verletzlich unser Gesundheitssystem ist. Auch hier im ländlichen Raum. Es ist mitunter schwer, Fachärzt*innen zu finden oder offene Stellen, z.B. in der Pflege, zu besetzen. Langfristig gilt es deswegen, alles dafür zu tun, um die Gesundheitsversorgung auch bei uns vor Ort zu sichern. Dazu gehört es, die Ausbildungssituation in der Region zu verbessern, z.B. beim Medizinstudium in Oldenburg, sowie Plätze für Hebammen, Pflege, medizinische Fachberufe zu schaffen. Schulische Ausbildungen müssen kostenfrei und erreichbar sein. Und natürlich gilt: Systemrelevante Arbeit braucht Wertschätzung und dazu gehören ein guter Lohn und gute Arbeitsbedingungen.

Carolin Abeln (FDP): Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig ein funktionierendes Gesundheitssystem ist. Wir Freie Demokraten wollen daher allen Menschen eine wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung ermöglichen – das ist jedoch gerade im ländlichen Raum eine Herausforderung. Es ist daher an der Zeit, das Gesundheitswesen zu entbürokratisieren, zu digitalisieren und finanziell abzusichern. Entscheidend ist, dass wir für eine starke medizinische Versorgung im Oldenburger Münsterland den Fachkräftemangel bekämpfen, um so auch langfristig eine starke Infrastruktur bieten zu können. Vor allem braucht es zukünftig bei uns mehr Fachärztinnen und Fachärzte.

Tom Dobrowolski (Die Linke): Der kopflose Abbau von Studienplätzen in der Medizin hat stark zum Mangel an Land- und Hausärzten beigetragen. Diesen Trend möchte ich mit weitsichtigen Maßnahmen umkehren und den Aufbau von Gemeinschaftspraxen, für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, fördern. In der Pflege plädiere ich für eine Übernahme von Ausbildungskosten und einen verbindlichen Pflegeschlüssel. Auch der Abbau von Bürokratie bringt mehr Zeit am Patienten, ist ein wichtiges Ziel für eine menschliche Pflege. Die vielen Menschen, die in der häuslichen Pflege tätig sind und die Anerkennung ihrer Leistung, z.B. bei der Rente, sind mir ein besonderes Anliegen.

Waldemar Herdt (Alternative für Deutschland): In Zeiten der sogenannten Pandemie über 20 Kliniken zu schließen und medizinisches Personal abzubauen, ist fahrlässig und unlogisch. Die Bekämpfungsmaßnahmen auf Lockdowns, Masken und Impfstoffe zu beschränken, scheinen eher nach einem kommerziellen als einem gesundheitsfördernden Projekt auszusehen. Wenn man mit gleichem Engagement und Budget an die immunstärkenden Konzepte, medizinische Studien und Projekte herangeht, hätten wir längst keine Maskenpflicht mehr. Impfen soll eine private Entscheidung bleiben. Die Bedingungen für das Volk derart zu schaffen, sich „in die Freiheit impfen“ zu müssen, samt Kindern, degradiert den einst feurigen Demokratie-Exporteur-Deutschland zu einer Lachnummer.

Sie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. NiehuesSie alle wollen in den Bundestag: (von links) Tom Dobrowolski (Die Linke), Waldemar Herdt (AfD), Silvia Breher (CDU), Alexander Bartz (SPD), Carolin Abeln (FDP) und Tanja Meyer (Grüne).  Foto: M. Niehues

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