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Bund finanziert Lüftungsanlagen im Schulzentrum Lindern

Freude im Rathaus über den Förderbescheid: 376.000 Euro, das sind 80 Prozent der Kosten, erhält die Gemeinde für 26 Anlagen, die nach dem von Norbert Averdung erarbeiteten Konzept installiert werden.

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Symbolfoto: dpa

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Als zweite Kommune im Kreis Cloppenburg erhält die Gemeinde Lindern jetzt über einen Förderbescheid des Bundes Geld für die Ausrüstung von 26 der 36 Räume des Schulzentrums mit Lüftungsanlagen. „Mit den bewilligten 376.000 Euro erhalten wir 80 Prozent der Kosten, um die Räume für die unter 12-jährigen Mädchen und Jungen mit Luftfiltern auszurüsten, die kontinuierlich für frische Luft und damit einen besseren Schutz vor Coronaviren sorgen“, freut sich Bürgermeister Karsten Hage.

Das Ziel sei neben der Lufthygiene auch ein permanenter Frischluftwechsel, da die Zuluft sich durch das genutzte „Quellluft-Prinzip“ an der Fußbodenoberfläche ausdehne und keimfrei sowie CO2-arm nach oben steige. Diese Technik helfe auch, Grippeviren zu reduzieren und sorge für ausreichend Sauerstoff, was helfe, Müdigkeit durch verbrauchte Luft entgegenzuwirken. Die bisherige Praxis, regelmäßig zu lüften, sei nur eine Notlösung gewesen, die wegen des Auskühlens im Herbst und Winter viel zusätzliche Heizenergie erfordere und die Schüler zwinge, in ihren Jacken im Unterricht zu sitzen. Dauerlüften erhöhe nach Angaben des Gutachters den Energieverbrauch um das 3- bis 5-Fache.

Die geplanten Anlagen haben dagegen nach Angaben der Experten einen Wärmerückgewinnungsgrad von über 90 Prozent, sodass Energieverluste drastisch reduziert würden. Hage dankte allen Beteiligten, die es mit ihrem Fachwissen und Engagement ermöglicht hätten, die Anträge so früh auf den Weg zu bringen, dass trotz des bundesweiten Andrangs noch Geld im Fördertopf war. Er hoffe jetzt, dass trotz des erwarteten Ansturms in den kommenden 12 Monaten die dafür nötigen Geräte auch gekauft werden können.

Frische Luft wird über ein Außenrohr angesaugt

Als Glücksfall wertete er dabei die Zusammenarbeit mit Diplom-Ingenieur Norbert Averdung, den die Gemeinde für die Sanierung des Hallenbades engagiert hatte. Lindern sei die erste Kommune in der Region gewesen, für die er ein überzeugendes Konzept erstellt habe, inzwischen berate er mehr als 30 Kommunen in der Region. Einen weiteren Anteil habe für Hage auch Martina Vaske, die in der Gemeindeverwaltung die trotz der sich fast täglich ändernden Vorgaben den Überblick behalten und den Antrag erfolgreich gestellt habe. Nach eingehenden Beratungen hatten sich die Verantwortlichen für die von Averdung vorgeschlagenen rund 1 mal 2 Meter großen und über 2 Meter hohen Zu- und Abluftgeräte mit sogenannten Hepa-Filtern H 14 entschieden, die zimmerweise über ein Außenrohr frische Luft ansaugen.

Zudem würden kleinste Schwebeteilchen gebunden, also alle toxischen Staubpartikel, Aerosole, Pollen, Milbeneier und eben auch Viren und Keime. Das Arbeitsprinzip der Anlagen sieht vor, dass die Luft zuerst filtriert und erst danach über eine Wärmerückgewinnung entwärmt wird. Damit sei nach den Erläuterungen des Experten eine Übertragung von Viren durch Stoff-Austausch unmöglich, weil durch den Entzug der Wärme die Zuluft permanent getrocknet werde, erläutert der Bürgermeister. 

Installation in vielen Räumen problemlos möglich

Die Installation sei in vielen Räumen problemlos möglich, da die Fenster über Oberlichter verfügten, die einfach durch ein Rohrhalterungselement ersetzt würden. Dort, wo es diese Möglichkeit nicht gibt, müssen nach Hages Angaben Kernbohrungen vorgenommen werden. Dadurch, dass die Wartung der Anlagen vom Hausmeister übernommen werden könne, sei erfreulich, da es helfe, die Folgekosten im Rahmen zu halten. In den 26 geförderten Einheiten sind auch die Mensa, Betreuungs- und Fachräume enthalten. Nicht bezuschusst werden die Klassenräume der über 12-jährigen Kinder, da die sich nach dem Willen der Bundesregierung impfen lassen könnten und so wirksam geschützt seien.

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