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Bürgermeisterwahl in Steinfeld: CDU, SPD und UWG nominieren Sebastian Gehrold

Der Regierungsdirektor, der in Vechta aufwuchs, war nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren einziger verbliebener Bewerber. Im Landhotel Krogmann in Mühlen stellte sich der 49-Jährige erstmals vor.

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Glückwünsche und Blumen zur Nominierung: Vertreter der Parteien und der Wählergemeinschaft mit dem Bürgermeisterkandidaten; (von links) Peter Harpenau, Werner Herzog, Christoph Schlarmann, Sebastian Gehrold, Michael Fughe und Heinrich Luhr. Foto: Timphaus

Glückwünsche und Blumen zur Nominierung: Vertreter der Parteien und der Wählergemeinschaft mit dem Bürgermeisterkandidaten; (von links) Peter Harpenau, Werner Herzog, Christoph Schlarmann, Sebastian Gehrold, Michael Fughe und Heinrich Luhr. Foto: Timphaus

CDU, SPD und UWG haben Sebastian Gehrold zu ihrem gemeinsamen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl am 9. Oktober (Sonntag) in Steinfeld gekürt. Die Mitglieder aller im Gemeinderat vertretenen Parteien und der Wählervereinigung nominierten den 49 Jahre alten Regierungsdirektor, der nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren einziger verbliebener Bewerber war, am Donnerstag offiziell im Landhotel Krogmann.

Gehrold, der in Vechta aufgewachsen ist und aktuell in der Dienststelle der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (im Amt: Claudia Roth) in Berlin arbeitet, will die Nachfolge von Bürgermeisterin Manuela Honkomp (parteilos) antreten, die nach 16 Jahren im Amt nicht wieder kandidiert.

Der Vater von drei Kindern zwischen 8 und 13 Jahren, dessen Frau aus Nordirland stammt, nannte vor einer Kulisse von nur etwa 50 Teilnehmern eingangs einige Eckpunkte seiner Vita: Abitur 1992 am Kolleg St. Thomas in Vechta, Studium der Geschichte – Nebenfächer: Englisch, Staats- und Verwaltungsrecht – in Bonn, Freiburg und Glasgow, dann Pressesprecher der Jungen Union Deutschland, selbstständiger Politikberater und ab 2004 im öffentlichen Dienst.

Kandidiert für CDU, SPD und UWG in Steinfeld: Sebastian Gehrold. Foto: TimphausKandidiert für CDU, SPD und UWG in Steinfeld: Sebastian Gehrold. Foto: Timphaus

4 Jahre war er auf Landesebene in Brandenburg tätig. 2009 wechselte Gehrold nach Berlin und war unter anderem Referent im Bundeskanzleramt und für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nun ist Claudia Roth seine Chefin. "Aktuell bereite ich ein Treffen der G7-Medienminister in Bonn vor", berichtete Gehrold.

Der Wahlberliner, der sich ehrenamtlich im Pfarreirat St. Maria im Berliner Süden engagiert, wies auf seine engen Verbindungen nach Südoldenburg hin, die nie abgerissen seien. Seit mehr als 4 Jahren habe er mit einer Rückkehr liebäugelt, sagte Gehrold. Nun sei die Gelegenheit da.

"Ich bin nicht Falke, ich bin nicht Grün-Weiß."Sebastian Gehrold, gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von CDU, SPD und UWG in Steinfeld

Als Bürgermeister wolle er führen, "aber immer im Dialog", kündigte er an. Sein Vorteil sei, dass er unvoreingenommen auf die Gemeinde blicken könne. "Ich bin nicht Falke, ich bin nicht Grün-Weiß."

Mehrfach betonte Gehrold, dass er die Mehrheitsverhältnisse im Rat nicht auf den Kopf stellen wolle. Er bat um Nachsicht, dass er zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht auf alle Fragen, die Steinfeld betreffen, Antworten haben könne.

Als seine Ziele nannte der 49-Jährige die Etablierung eines "offenen Rathauses". Er wolle Steinfelds Stärken fördern, aktiv auf die Menschen zugehen, präsent sein und vernetzen. Die Finanzen solide zu halten, werde in Zukunft nicht einfacher, sagte Gehrold. "Steinfeld soll familienfreundlich bleiben", wünschte sich das CDU-Mitglied, das auch die sich verstärkenden Flächenkonflikte, eine Verbesserung der Fahrradfreundlichkeit im Ortskern und die Förderung des kulturellen Angebots ansprach. "Steinfeld ist lebenswert – und soll es bleiben."

Bürgerversammlung nach 100 Tagen im Amt geplant

Gehrold kündigte an, mit seiner Familie in die Gemeinde ziehen zu wollen – und verlieh seinen Worten später auf energische Nachfrage des Ehrenbürgermeisters Herbert Kruse nochmals Nachdruck. "Ich möchte, dass meine Kinder in Steinfeld aufwachsen."

Falls er Bürgermeister werde, so Gehrold, wolle er nach 100 Tagen im Amt eine Bürgerversammlung abhalten. Er werde Politik und Bevölkerung in die Entwicklung des Ortes einbinden, versprach er.

Harpenau lobt "faire, offene und ehrliche Gespräche"

In einer Fragerunde kündigte Gehrold an, spätestens nach der Sommerpause häufiger in Steinfeld präsent zu sein und dabei auch die verschiedenen Ortsteile besuchen zu wollen. "Ich möchte mich bekannt, aber auch vertraut machen." Das Schützenfest-Wochenende habe er sich schon geblockt, sagte er. "Welches?", kam die Gegenfrage aus der Runde, die für Gelächter und ein verschmitztes Grinsen bei Gehrold sorgte. Ohnehin war der neue Bürgermeisterkandidat nach kurzer Nervositätsphase bemüht, sich humorvoll zu präsentieren.

Zu Beginn hatte Peter Harpenau noch einmal den Ablauf des Nominierungsprozesses skizziert. Der Vorsitzende der CDU Steinfeld beschrieb die gemeinsame Stellenausschreibung als Ausgangspunkt, auf die acht Bewerbungen eingingen. Drei Bewerber erfüllten das von CDU, SPD und UWG erarbeitete Anforderungsprofil nicht, das einen juristischen oder Verwaltungshintergrund vorsah.

Das verbliebene Quintett – allesamt Männer zwischen 35 und 55 Jahren mit Wurzeln im norddeutschen Raum – hatte sich einem Auswahlgremium in "fairen, offenen und ehrlichen Gesprächen" vorgestellt, so Harpenau. Nach dieser Runde schieden zwei weitere Bewerber aus.

Er will Bürgermeister in Steinfeld werden: Sebastian Gehrold während seiner Vorstellung im Landhotel Krogmann. Foto: TimphausEr will Bürgermeister in Steinfeld werden: Sebastian Gehrold während seiner Vorstellung im Landhotel Krogmann. Foto: Timphaus

Das finale Trio sollte sich in einer öffentlichen Versammlung vorstellen. Doch dazu kam es nicht. Ein Bewerber sagte aus beruflichen Gründen wieder ab. Ein weiterer wollte sich auf den Bürgermeisterwahlkampf in einer Kommune in Süddeutschland konzentrieren. Er wurde dort schließlich auch gewählt. Somit war letztlich nur Sebastian Gehrold übrig geblieben.

Harpenau dankte allen Beteiligten am Verfahren; namentlich Michael Bavendiek, der als unabhängiger Koordinator fungiert hatte. Der CDU-Fraktionsvorsitzende versprach, die während der Kandidatensuche demonstrierte Kooperation künftig verstärkt in die politischen Arbeit einbringen zu wollen.

Nach der Aufstellung ihres gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten zeigten sich die Parteispitzen zufrieden. Der SPD-Vorsitzende Lars Beckmann sagte, Gehrold sei bestens geeignet, "unserer Gemeinde als Bürgermeister zu dienen". Der 49-Jährige bringe die fachlichen Voraussetzungen zur Führung einer Verwaltung mit, meinte Harpenau und erhoffte sich durch den Wahlberliner "frischen Wind von außen". UWG/SPD-Gruppensprecher Heinrich Luhr sprach von einem Neubeginn. Er forderte von Gehrold, die Bedürfnisse der Bürger ernst zu nehmen und "zum Wohle und der Entwicklung der Gemeinde" zu wirken.

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