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Bösel hält an Großprojekten für Zukunft fest

Eines der größten Vorhaben ist die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs im Ortskern zu einem Kreisverkehrsplatz. Das wird die Ortsansicht nachhaltig verändern.

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Im Ortskern: An der Kreuzung bei der Pfarrkirche St. Cäcilia soll der Kreisverkehr entstehen. Das Denkmal muss versetzt werden und wird aller Voraussicht nach im Dorfpark aufgestellt.  Foto: Martin Pille

Im Ortskern: An der Kreuzung bei der Pfarrkirche St. Cäcilia soll der Kreisverkehr entstehen. Das Denkmal muss versetzt werden und wird aller Voraussicht nach im Dorfpark aufgestellt.  Foto: Martin Pille

Trotz der fehlenden Steuereinnahmen im Corona-Jahr 2020 möchte die Gemeinde Bösel den Blick nach vorne richten und an den großen Projekten für die Zukunft festhalten. Das sicherte Bösels Bürgermeister Hermann Block in seinem Jahresrückblick und im Gespräch mit OM online zu.

Dazu soll der Bau des Kreisverkehrsplatzes neben der Kirche gehören, für den das Kriegerdenkmal versetzt werden muss. Favorisiert wird dafür offenbar ein Platz im Dorfpark hinter dem Volksbank-Parkplatz. Verzichten kann und will die Gemeinde auch nicht auf die Umsetzung des Generalentwässerungsplanes. Mittelfristig sind hierfür drei Millionen Euro eingeplant. Der Bau eines Regenrückhaltebeckens im Norden Bösels verzögert sich allerdings, weil die wasserrechtliche Genehmigung noch nicht vorliegt. Vorrang hat für Block auch die Ortskernsanierung. Im Rahmen der Städtebauförderung sind über 30 Maßnahmen für über 10 Millionen Euro geplant.

Ein "Glücksfall" ist für Bürgermeister Hermann Block der Bescheid der NBank, der Investitions- und Förderbank des Landes Niedersachsen, die für das Amt für regionale Landesentwicklung der Gemeinde Bösel einen "nicht rückzahlbaren" Zuschuss von einer Million Euro bewilligte. Damit rückt die Verwirklichung der Ortskernsanierung in greifbare Nähe. Auch die Sanierung und Erneuerung von Straßen soll nach seinen Worten geschafft werden.  

Andere Perspektive: Die Kreuzung wird zum Kreisel umgestaltet.   Foto: Martin PilleAndere Perspektive: Die Kreuzung wird zum Kreisel umgestaltet.   Foto: Martin Pille

"Gesetzt" ist auch der Bau einer fünfgruppigen "Kita für alle" für 4,5 Millionen Euro in "Neuland" im Norden Bösels. Mit dem neuen Träger, dem Caritas-Verein Altenoythe, wurde eine Trägervereinbarung geschlossen. In Petersdorf entsteht derzeit beim St.-Franziskus-Kindergarten ein Anbau für eine weitere Gruppe. Angedacht ist die Planung eines Waldkindergartens bei der Florian-Hütte in der Nähe des neuen Bebauungsgebietes "Südlich der Jägerstraße".

Block beklagte als Folgen der Corona-Krise auch das Fehlen sozialer Beziehungen und des gemeinsamen Erlebens von Vereinsfesten. Um das Virusinfektionsgeschehen einzudämmen, seien der Bauernmarkt, das Schützenfest, die Euro-Musiktage, das Feuerwehr-Jubiläum und der Weihnachtsmarkt ausgefallen. Dennoch sei für die infrastrukturelle Entwicklung im vergangenen Jahr vieles getan worden: Im Gewerbegebiet "Südkamper Ring" entstehen jetzt auf 7,8 Hektar 22 Gewerbegrundstücke, auf denen sich ab 2021 Betriebe ansiedeln können. Block: "Die Nachfrage ist groß."

Ein kleines Gewerbegebiet entwickelt sich auch in Petersdorf auf 1,6 Hektar. Eine weitere Gewerbefläche für großräumige Ansiedlungen plant die Gemeinde in Westerloh "Beim Kalksandsteinwerk". Der erste Planungsabschnitt umfasst 6 Hektar, der um weitere vier erweitert werden kann. Die Bebauungspläne befinden sich im Auslegungsverfahren. Das neue Wohnbaugebiet "Südlich der J��gerstraße" mit 108 Bauplätzen wird nach jüngsten Beschlüssen ergänzt um einen kleineres mit 16 Plätzen "Westlich Flachsweg". Im vergangenen Jahr ist es gelungen, das "Spritzenhaus" für eine Million Euro komplett zu sanieren und auf die Zielgröße von 90 Personen zu erweitern.

Die Florianhütte: Hier könnte der Waldkindergarten entstehen.  Foto: Martin Pille Die Florianhütte: Hier könnte der Waldkindergarten entstehen.  Foto: Martin Pille 

Eines der brisantesten Themen im vergangenen Jahr war die "Städtebauliche Nachverdichtung". Hintergrund war, dass zum Ärger von Besitzern von Einfamilienhäusern immer mehr "Baulücken" in alten Baugebieten gekauft und mehrgeschossige Häuser darauf errichtet werden. Der Rat hatte - letztlich auf Druck der Böseler "Initiative Bürgerbegehren" - bestimmt, die Bauleitplanung in der Gemeinde stärker zu steuern und ein städtebauliches Dichtekonzept zu entwerfen. Danach fasste der Gemeinderat Aufstellungsbeschlüsse von vorerst sechs Bebauungsplänen in Bösel und Petersdorf, weitere sollen folgen.

Obwohl die Einwohnerzahl Bösels mittlerweile auf deutlich über 8000 gestiegen ist, hat der Gemeinderat Anfang 2020 beschlossen, auf die mögliche Erhöhung der Zahl der Mitglieder von 20 auf 22 zu verzichten. Einen "historischen Moment für die Gemeinde" bescherte zum Jahresende die versöhnliche Möglichkeit, die 4,2 Hektar große ortsnahe „Brüggemann-Fläche“ zu erwerben, um die die Kommune 60 Jahre lang vergeblich gerungen hatte. Um dieses Terrain soll nun das Bebauungsgebiet "Bösel Nord" erweitert werden, wie Block abschließend erklärte.

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