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Bis zur perfiden Perfektion

Thema: Vor 70 Jahren baute die DDR erste Zäune – Die Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten. Vor allem junge Menschen müssen lernen, dass das DDR-Regime menschenverachtend agierte.

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Wenn die 1990 zum Glück im Orkus der Geschichte verschwundene DDR in einem wirklich gut war, dann war es im Einsperren von Menschen. Nur so konnte der selbsternannte Arbeiter- und Bauernstaat, in dem weder die einen noch die anderen, sondern eine Clique von Bonzen das Sagen hatte, etwas mehr als 41 Jahre überleben beziehungsweise – eigentlich von Beginn an dem Untergang geweiht – vor sich hinvegetieren.

Was am 26. Mai 1952 mit dem Bau von ersten Zäunen begann, vervollkommnete die Staats- und SED-Parteiführung im Laufe der nächsten Jahrzehnte mit deutscher Gründlichkeit bis zur perfiden Perfektion der Grenzanlagen. Nur so konnten erst Walter Ulbricht und dann Erich Honecker mit Hilfe ihrer Spießgesellen nach den ersten großen Fluchtbewegungen weitere Hunderttausende, wahrscheinlich sogar Millionen ihrer "Genossen", daran hindern, über die DDR mit den Füßen abzustimmen und in die Bundesrepublik rüberzumachen.

Es ist wichtig, auch an diesen Teil der deutschen Geschichte, an die DDR, immer wieder zu erinnern, so wie an das nationalsozialistische Regime und dessen grausame Verbrechen an Millionen von Menschen. Deshalb sollte für Schulklassen neben dem Besuch eines Konzentrationslagers zum Beispiel auch der Besuch der zur Gedenkstätte gewordenen ehemaligen DDR-Haftanstalt in Berlin-Hohenschönhausen oder ähnlicher Einrichtungen verpflichtend sein. Denn vor allem junge Menschen müssen lernen, dass das DDR-Regime menschenverachtend agierte, auch wenn mancher heute die gute alte DDR heraufbeschwört.

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