Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Bis zu 1000 Euro pro Verein

Aus dem Emsteker Rathaus gibt es Geld für Musikgruppen, Schützen und Nachwuchssportler.

Artikel teilen:
Großer Auftritt: Das Jahreskonzert des Blasorchesters Emstek fiel als eine der ersten Veranstaltungen im März wegen der Corona-Pandemie aus. Entsprechend gab es auch keine Einnahmen. Archivfoto: Thomas Vorwerk

Großer Auftritt: Das Jahreskonzert des Blasorchesters Emstek fiel als eine der ersten Veranstaltungen im März wegen der Corona-Pandemie aus. Entsprechend gab es auch keine Einnahmen. Archivfoto: Thomas Vorwerk

Eine Finanzspritze für Vereine hat der Emsteker Familien-, Jugend- und Sportausschuss am Mittwoch empfohlen. Über 15.000 Euro sind dafür zunächst eingeplant. Die Summe könnte aber noch höher ausfallen, wenn sich weitere Gruppen melden. Im Rathaus würde dann der Einzelfall entschieden werden. Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss, der am 23. September tagt.

In erster Linie sind es Musikvereine und Chöre, die davon profitieren, da ihnen wegen fehlender Auftritte die Einnahmen massiv wegbrechen. Aber auch die Jugendförderung im Sport bekommt einen Nachschlag sowie die Schützenvereine.

"Das ist als Wertschätzung und kleine finanzielle Hilfe zu verstehen."Reiner kleine Holthaus, Erster Gemeinderat

„Das ist als Wertschätzung und kleine finanzielle Hilfe zu verstehen“, sagte Emsteks Erster Gemeinderat Reiner kleine Holthaus, wohl wissend, dass damit nicht alle Kosten eines Vereins getragen werden können.

Die Staffelung der Zuschüsse sorgte indes für Diskussion. „Das ist eine Megaidee, aber wenn Musikvereine bis 50 Personen 250 Euro bekommen und alle darüber 1000, dann ist das ein heftiger Sprung“, sagte Willy Schnieders (FDP), und Oksana Wersch (CDU) schloss sich dieser Meinung an. Der deutliche Unterschied sei dadurch zu erklären, dass die vier kleineren Musikgruppen erheblich weniger Mitglieder haben, wie beispielsweise der evangelische Posaunenchor oder die Jagdhornbläser, so kleine Holthaus.

Durch den Wegfall von Auftritten fehlen Einnahmen

„In den politischen Gremien der Gemeinde Emstek wurden etliche Möglichkeiten der Unterstützung der örtlichen Einrichtungen erörtert. Von den notwendigen Einschränkungen sind auch die ehrenamtlich getragenen Vereine in der Gemeinde Emstek stark betroffen. Musikvereine und Chöre hatten keine Auftritte, Der Betrieb in den Sportvereinen ist zum Erliegen gekommen. Damit verbunden waren und sind drastische Einnahmeausfälle“, heißt es in der Begründung.

Nicht mit fremden Federn schmücken wollte sich die Verwaltung, wie der Erste Gemeinderat klarstellte, denn die Idee wurde aus der Gemeinde Steinfeld übernommen. Dort gibt es ein ähnliches Konzept.

Schützen bekommen 500 Euro

Auf Grundlage der im Rathaus bekannten Zahlen wurden 1348 Personen aus der „Jugendförderung Sport“ ermittelt, für die zusätzliche fünf Euro pro jugendlichem Mitglied ausgeschüttet werden sollen. In der Summe macht das 6740 Euro. Vier Musikvereine (ab 50 Mitglieder) erhalten jeweils pauschal 1000 Euro und vier kleinere Musikvereine 250 Euro. Sechs Chöre dürfen eine Überweisung in Höhe von 250 Euro erwarten. Vier Schützenbruderschaften bekommen je 500 Euro. Da die Schützenbruderschaft Hoheging, Kellerhöhe, Bürgermoor aus den Kommunen Emstek, Garrel und Cloppenburg ihre Mitglieder zieht, wird ein Drittel (166,67 Euro) gezahlt.

Das Geld für diesen Sondertopf stammt unter anderem aus dem Etat für die Kirmes. Den hätte die SPD gerne an die beiden stationären Einrichtungen „Haus Margaretha“ (Altenpflege) und das Gemeindepsychiatrische Zentrum (Eingliederungshilfe) mit einem Gesamtvolumen von 8000 Euro verteilt. „Das Geld soll durch die Einrichtungen für außergewöhnliche Aktivitäten mit den Bewohnern genutzt werden“, begründeten die Sozialdemokraten ihren Antrag.

SPD-Antrag wird einstimmig abgelehnt

Der CDU fehlten mit der expliziten Benennung der zwei Empfänger aber weitere Teile der Einrichtung, wie die Kurzzeit- und Tagespflege, und zudem unterstütze man die parallel entwickelten Überlegungen in der Verwaltung, die Musik­gruppen, Schützenbruderschaften und den Jugendsport zu bezuschussen, wie Josef Lamping betonte. Auch in der FDP lehnte man den Antrag ab, wie Willy Schnieders berichtete. Allerdings wollte er das Kirmesgeld lieber gespart wissen, da noch nicht absehbar sei, wie sich die Corona-Pandemie auf das Schaustellerwesen auswirke und wie man die Betreiber von Buden und Fahrgeschäften künftig locken müsse, um eine vernünftige Kirmes auf die Beine zu stellen. Einstimmig wurde der SPD-Antrag abgelehnt.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Bis zu 1000 Euro pro Verein - OM online