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Betreiber weist Kritik an Brennelementewerk in Lingen zurück

Nach dem Ende der Atomstromproduktion in Deutschland fordern Atomkraftgegner auch das "Aus" für das Brennelementewerk in Lingen. Der Betreiber tritt Kritik entgegen.

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Foto: ausgestrahlt.de

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Der Betreiber des Brennelementewerks in Lingen, das zum französischen Framatome-Konzern gehörende Unternehmen ANF, hat Forderungen nach einer Schließung des Werks zurückgewiesen. "Framatome Advanced Nuclear Fuels (ANF) verfügt über eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Die Anlage fertigt seit mehr als 45 Jahren Brennelemente auf einem hohen Sicherheitsniveau und hat jederzeit alle rechtlichen Vorgaben und Verfahren eingehalten", erklärte das Unternehmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Brennelementfertigung in Lingen sichere rund 400 hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region und sei auch wichtig für den Erhalt der kerntechnischen Kompetenz in Deutschland insgesamt, teilte das Unternehmen mit.

Herstellung von Kernbrennstäben in Lingen sei "widersinnig"

Zuvor hatte am Freitag die örtliche Anti-Atombürgerinitiative in Lingen angekündigt, auch nach dem Abschalten des Atomkraftwerks in Lingen ihren Einsatz gegen die Kernkraftwirtschaft fortsetzen zu wollen. Es sei widersinnig, dass in der Brennelementefabrik in Lingen künftig mit russischer Beteiligung Kernbrennstäbe für osteuropäische Atomkraftwerke hergestellt werden sollen, sagte Alexander Vent vom Bündnis Atomkraftgegner_innen im Emsland (AgiEL). Vom niedersächsischen Umwelt- und Energieminister Christian Meyer (Grüne) erwarte er, dass er sich gemeinsam mit der Bundesregierung gegen das französisch-russische Atomprojekt einsetze.

Framatome arbeite eng mit seinen europäischen Partnern zusammen, um Unterbrechungen bei kritischen Dienstleistungen, einschließlich der Versorgungssicherheit mit Brennelementen, zu vermeiden und sich für europäische Lösungen einzusetzen, die die Abhängigkeit von Russland verringere, hieß es in der Stellungnahme des Unternehmens zur Kritik an der Zusammenarbeit mit russischen Unternehmen. "Framatome erfüllt die europäischen und staatlichen Anforderungen und Vorschriften und hält die internationalen Sanktionen ein."

Mit der Herstellung sollen osteuropäische Kraftwerke unabhängig von Russland werden

Die Framatome GmbH, die Muttergesellschaft der ANF, und die russische Rosatom-Tochter TVEL haben nach früheren Angaben aus dem niedersächsischen Umweltministerium ein Gemeinschaftsunternehmen in Frankreich gegründet. Für die Produktion der Brennelemente für russische Reaktortypen sei eine enge Kooperation mit Rosatom geplant. Damit sollen die Kraftwerke in Osteuropa unabhängig von russischen Lieferungen werden.

Für Samstag haben Bürgerinitiativen zu einem Demonstrationszug zwischen Brennelementfabrik und Kernkraftwerk aufgerufen. Dazu werden rund 500 Teilnehmer und Teilnehmerinnen erwartet. Am Samstag soll das Atomkraftwerk Emsland endgültig abgeschaltet werden.

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