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Bernd Althusmann setzt auf bürgernahen Wahlkampf

Der CDU-Spitzenkandidat reist 5 Monate vor der Wahl von Marktplatz zu Marktplatz. Am Samstag hat er in Vechta Halt gemacht – und stand 120 Bürgern Frage und Antwort.

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Wahlkampf am Pferd: Vor der Statue von Warwick Rex hat Bernd Althusmann allen Anwesenden eine Möglichkeit gegeben, ein Foto mit ihm zu machen. Foto: E. Wenzel

Wahlkampf am Pferd: Vor der Statue von Warwick Rex hat Bernd Althusmann allen Anwesenden eine Möglichkeit gegeben, ein Foto mit ihm zu machen. Foto: E. Wenzel

Wer am Samstag in der Vechtaer Innenstadt unterwegs war, hat womöglich den Wahlkampf zur niedersächsischen Landtagswahl hautnah erlebt. Grund dafür war der Besuch des CDU-Spitzenkandidaten Dr. Bernd Althusmann in der Kreisstadt. Im Rahmen seiner Marktplatztour durch das Bundesland machte der Christdemokrat auch in Vechta Halt.

Rund 120 Menschen nahmen den Landtagsabgeordneten in Empfang, nachdem dieser sich zuerst mit den Ausstellern auf dem Vechtaer Wochenmarkt unterhalten hatte. Begleitet wurde er von dem Moderator der Wahlkampf-Veranstaltung, dem CDU-Kreisvorsitzenden André Hüttemeyer. Dazu kamen die Bundestagsabgeordnete Silvia Breher sowie Philip Wilming, der Vorsitzende der Vechtaer CDU, und Sabine Meyer, die Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion.

Unter den Zuhörenden auf dem Europaplatz waren größtenteils Anhänger der CDU, aber auch bei einigen Passanten weckte die Veranstaltung offensichtlich Interesse. Getreu dem Motto des „Marktplatz-Frühstücks“ hatte die CDU Brötchen vom Andreaswerk und Getränke bereitgestellt. Ein silberfarbener und zum CDU-Wahlkampf-Mobil umgerüsteter Camper-Van sowie Flaggen mit Althusmanns Konterfei und Slogan kennzeichneten zudem den Ort des Geschehens.

Steht Frage und Antwort: Bernd Althusmann hat am Samstag alle Interessierten dazu eingeladen, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Foto: E. WenzelSteht Frage und Antwort: Bernd Althusmann hat am Samstag alle Interessierten dazu eingeladen, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Foto: E. Wenzel

Nach einer offiziellen Begrüßung durch André Hüttemeyer stellte Althusmann seine zentralen Anliegen vor. Er ging auf die Worte Hüttemeyers ein. Der ebenfalls kandidierende Visbeker sagte stolz: „Wenn du in Vechta bist, bist du in einer Wachstumsregion.“  Dem stimmte Alhusmann zu. Er sehe aber dennoch einige Defizite. Zentral ging er am Samstag auf vier Bereiche ein.

Ein großes Thema sei die Landwirtschaft – besonders im Landkreis Vechta. Die Lage sei schlecht. Das ist laut Althusmann hauptsächlich der Verdienst der Politik des Bundes. Den Landwirten sei in den vergangenen Jahren in zu kurzer Zeit zu viel zugemutet worden, meinte der CDU-Landesvorsitzende. Er wolle weiterhin den niedersächsischen Weg gehen, um einen Konsens zwischen Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit für die Betriebe zu finden.

Niedersachsen springt weiter: Das ist der Slogan, für den die CDU-Abgeordneten Bernd Althusmann (links), André Hüttemeyer und Silvia Breher stehen. Foto: E. WenzelNiedersachsen springt weiter: Das ist der Slogan, für den die CDU-Abgeordneten Bernd Althusmann (links), André Hüttemeyer und Silvia Breher stehen. Foto: E. Wenzel

Außerdem ging Althusmann auf ein zentrales Thema seines Wahlkampfs ein: Bildung. Er hatte zuvor angekündigt, dass er aus dem Kultusministerium ein Kinder- und Jugendministerium machen wolle. Bei seinem Wahlkampf-Auftritt am Samstag war besonders die Inklusion ein Thema. Auf eine Frage aus dem Publikum hin, wie er die Bildung von Menschen mit Behinderung gestalten würde, kritisierte Althusmann den Gedanken, dass alle Schulen Inklusionsschulen sein müssten. Das sei nicht umsetzbar und nicht mit dem Kindeswohl vereinbar. Stattdessen sehe er in Förderschulen die beste Form, auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung einzugehen.

Diskussion über Perspektive junger Familien

Viel diskutiert wurde über die Punkte Baukosten und die Perspektive junger Familien in Niedersachsen. Um es jungen Familien leichter zu machen, ein Eigenheim zu kaufen, will Althusmann für sie die Grunderwerbssteuer aussetzen und ein Baukindergeld bereitstellen. Außerdem setze er weiterhin auf eine Schuldenbremse. Das sei ein Unterschied zur SPD, erläuterte Althusmann. Sein Konkurrent Stephan Weil (SPD) sei bereit, neue Schulden aufzunehmen – und damit „die Büchse der Pandora zu öffnen“, meinte der niedersächsische Minister. Das Land stehe vor einer Transformation, für die die SPD nicht bereit sei, sagte Althusmann. Er habe einen 10-Jahres-Plan, während Stephan Weil 2022 das letzte Mal kandidieren wolle.

Persönlich wichtig schien Althusmann auch die Behandlung von Senioren. „Wie mit Älteren umgegangen wird, ist inakzeptabel“, sagte er. Er sehe die Zukunft in Pflegeheimen und Wohngemeinschaften, die ambulante und stationäre Betreuung kombinieren. Damit dieses Modell für Senioren finanzierbar bleibt, wolle er das Heimgesetz ändern und ein Landespflegegeld einrichten. Auf eine Frage hin sprach er sich auch für eine „Pflege-Offensive“ aus, um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum zu sichern.

Auch der Ukraine-Krieg war am Samstag kurz Thema. Obwohl Althusmann auf Belange der inneren Sicherheit nicht näher einging, forderte er die Regierung dazu auf, ihrer Verpflichtung nachzukommen und mit Hilfen nicht weiter zu zögern.

Nach einer Fotorunde mit den Anwesenden und einer Spende für die Ukraine-Hilfe des Lohner Jugendtreffs ging es für Althusmann weiter nach Osnabrück. Auf ihn warteten am Samstag noch drei weitere Marktplatz-Talks.

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