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Bericht: Niedersachsen braucht mehr Medizin-Studienplätze

In manchen ländlichen Gegenden ist die medizinische Versorgung schon jetzt nicht ausreichend. Mehr Medizin-Studienplätze könnten helfen. Bedarf ist auch rund ums Oldenburger Münsterland.

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Mindestens 200 zusätzliche Medizin-Studienplätze sind laut dem Bericht der Enquete-Kommission des Landtages für Niedersachsen nötig. Foto: dpa/Gollnow

Mindestens 200 zusätzliche Medizin-Studienplätze sind laut dem Bericht der Enquete-Kommission des Landtages für Niedersachsen nötig. Foto: dpa/Gollnow

Für eine ausreichende medizinische Versorgung braucht Niedersachsen deutlich mehr Medizin-Studienplätze. Das geht aus dem Bericht der Enquete-Kommission des Landtags hervor, wie die "Nordwest-Zeitung" (Samstagsausgabe) berichtet. Demnach sind mindestens 200 zusätzliche Medizin-Studienplätze nötig, um dem Hausärzte-Mangel entgegenzuwirken. Das Gremium hat die medizinische Versorgung im Land untersucht und will seinen Abschlussbericht am Montag vorstellen. Der Zeitung zufolge gibt es bislang 675 Medizin-Studienplätze in Niedersachsen.

Der Präsident des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, der in der Kommission mitgearbeitet hat, verwies auf den nötigen Ausbau der European Medical School (EMS) in Oldenburg. Das Land müsse die fehlenden Mittel bereitstellen, sagte Marco Trips der Zeitung. Im Oktober hatte die Landesregierung mitgeteilt, weitere Medizin-Studienplätze in Oldenburg schaffen zu wollen. Der Studiengang hat bislang deutlich weniger Studierende als die beiden Medizin-Unistandorte Göttingen und Hannover.

Trips zufolge läuft Niedersachsen auf einen dramatischen Hausärzte-Mangel zu. "Laut Prognosen wird die Zahl der Hausärzte in Niedersachsen bis zum Jahr 2035 von jetzt 5044 auf rund 3750 sinken", sagte er in dem Interview der "Nordwest-Zeitung". Dazu komme: "Der «Workoholic-Hausarzt» hat ausgedient. Es rücken vor allem Ärztinnen nach, denen auch Familie und Freizeit wichtig ist." Die neue Mediziner-Generation arbeite lieber in Gemeinschaftspraxen. "Wenn mehr Teilzeit gearbeitet wird, brauchen wir aber auch mehr Köpfe."

Aus Sicht des Städtebund-Präsidenten muss die Verteilung der Ärztinnen und Ärzte in Niedersachsen verbessert werden. Oft gebe es im ländlichen Raum zu wenige Praxen. Für die Bedarfsplanung sei die Kassenärztliche Vereinigung zuständig. «Es ist nicht Sache der Kommunen, die hausärztliche Versorgung sicherzustellen», erklärte er.

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