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Bekommt Visbek auch ein Jugendparlament?

Der FDP-Ortsverband setzt sich für die Einrichtung eines Jugendparlaments ein. Ein entsprechender Antrag ist bereits eingereicht worden.

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Mehr Mitspracherecht: Die FDP in Visbek kann sich ein Jugendparlament vor Ort vorstellen. Symbolfoto: dpa/Gentsch

Mehr Mitspracherecht: Die FDP in Visbek kann sich ein Jugendparlament vor Ort vorstellen. Symbolfoto: dpa/Gentsch

In Visbek soll es künftig ebenfalls ein Jugendparlament geben. So lautet zumindest der Wunsch des FDP-Ortsverbandes. Der Vorstand habe bei seiner vergangenen digitalen Sitzung beschlossen, ein Jugendparlament für Visbek zu initiieren, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht. Einen entsprechenden Antrag hat die FDP-Fraktion bereits zur Beratung für den nächsten Sitzungsdurchlauf eingebracht.

„Ein Jugendparlament kann sich um die Belange der Jugendlichen kümmern. Jugendliche sind Experten in eigener Sache und können daher auch die Kommunalpolitiker bei entsprechenden Themen beraten. Seien es die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in der Gemeinde, die Ausgestaltung von Verkehrswegen oder Aspekte des Umweltschutzes“, beschreibt Anja Muhle, FDP-Ortsvorsitzende, das mögliche Aufgabenfeld eines Jugendparlamentes. „Wir sind davon überzeugt, dass es in manchen Belangen den Impuls von außen braucht. Gerade jetzt, wo man selten bis gar nicht mit anderen Menschen zusammen kommt. Die Belange der Visbeker Jugend sind exakt ein solcher Fall“, wird die 31-Jährige weiter in der Mitteilung zitiert.

Jugendgruppen sollen einbezogen werden

Visbek solle weiterhin als familienfreundliche Kommune gelten. Dazu gehörten nicht nur die Anliegen von jungen Familien. Mit der Einrichtung einer Jugendvertretung wolle man dem Beispiel in Goldenstedt und Dinklage folgen. In Goldenstedt werde bereits seit 2006 ein Jugendparlament gewählt, in Dinklage erfolge die Wahl eines Jugendparlaments erstmals im September 2021.

Was die konkrete Ausgestaltung des Jugendparlamentes angeht, sei man erst am Anfang eines Prozesses: „Uns ist wichtig, dass den Jugendlichen nichts vorgesetzt wird von der örtlichen Politik. Alle Jugendgruppen sollen im Vorfeld bei der Planung mit einbezogen werden“, wird Peter Kuhlmann, der stellvertretende FDP-Ortsvorsitzende, zitiert. „Gerade Jugendliche sollen sich ausprobieren und ihrem Gestaltungswillen nachkommen können. Das geht nur, wenn dazu Möglichkeiten mit echter Wirksamkeit bereitgestellt werden. Ein Jugendparlament kann genau dazu dienen.“

Innerhalb der FDP-Ratsfraktion, die 3 Sitze im 25-köpfigen Gemeinderat innehat, trifft dieser Vorstoß auf große Zustimmung. „Wir müssen neue Wege gehen, um mehr Bürger für die Kommunalpolitik zu begeistern“, so der Vorsitzende der FDP-Ratsfraktion, Bernhard Schmidt, und sein parteiloser Fraktionskollege Ulrich Hogeback ergänzt: „Ein Jugendparlament bietet die Möglichkeit, Jugendliche und junge Erwachsene an die Politik, insbesondere an die Kommunalpolitik aktiv heranzuführen, ohne dabei in Parteien zu denken“.

Erfahrungsaustausch mit Vertretern bestehender Jugendparlamente

Von daher habe die FDP-Fraktion einen entsprechenden Antrag zur Beratung für den nächsten Sitzungsdurchlauf eingebracht. Ziel sei es, dass seitens des Rates und der Verwaltung zunächst Vorbereitungen getroffen werden. So könne man sich seitens der FDP-Fraktion vorstellen, dass ein Erfahrungsaustausch mit Vertretern des Jugendparlamentes und des Rates der Gemeinde Goldenstedt stattfindet.

Darüber hinaus sollten parallel dazu entsprechende Informationen an alle bekannten Jugendgruppen im Gemeindegebiet gehen, damit die Jugendlichen ihre Wünsche und Vorstellungen einbringen können. Auch einzelne Jugendliche sollen sich an dem Prozess beteiligen können. Unverbindliche virtuelle Info-Veranstaltungen können in den Augen der Freien Demokraten dazu ein wichtiger Baustein sein.

Bürgermeister hält sich noch zurück

Sobald es die Corona-Pandemie zulasse, sei es dann erforderlich, dass auch Präsenzveranstaltungen stattfinden, bei denen alle betroffenen Jugendgruppen die Möglichkeit hätten, ihre Vorstellungen vorzutragen.

„Letztendlich ist es dann die Sache des Rates zu beschließen, ein Jugendparlament einzurichten“, gibt sich Christel Kellermann, stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende im Rat, optimistisch.

Visbeks Bürgermeister Gerd Meyer wollte sich auf Nachfrage nicht näher zu dem Antrag der FDP-Fraktion äußern und verwies darauf, der politischen Debatte nicht vorgreifen zu wollen.

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