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Beim Blättern durch die Ortsgeschichte reisen

Die SPD-Ortsvereine Vörden und Neuenkirchen gönnten sich zu ihren Geburtstagen eine Chronik. Ingrid Geweke und Nicole Karadag haben diese verfasst.

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Ingrid Geweke (links) und Nicole Karadag arbeiteten die Geschichte der SPD-Ortsvereine auf.  Foto: Ebenthal

Ingrid Geweke (links) und Nicole Karadag arbeiteten die Geschichte der SPD-Ortsvereine auf.  Foto: Ebenthal

Es war eine Mammutaufgabe für Ingrid Geweke und Nicole Karadag, die anlässlich der Geburtstage der SPD-Ortsvereine (Vörden 60 Jahre, Neuenkirchen 50 Jahre) eine Chronik erstellt hatten. Entstanden ist nun ein spannendes Buch zur Ortsgeschichte.

124 Seiten mit vielen Fotos und Dokumenten

Auf 124 Seiten findet der Leser zahlreiche Dokumente und Fotos, dazu viele Zeitungsausschnitte. Sie beweisen: Von der Gründung der SPD-Ortsvereine Vörden im Jahr 1959 und Neuenkirchen im Jahr 1969 bis heute ist in der Kommune politisch viel bewegt worden.

Ingrid Geweke ist Gründungsmitglied und langjährige Ratsfrau der SPD, deren Vorsitzende sie in Neuenkirchen von 1981 bis 2003 war. „Unglaublich viel Material“ hatte sie in all den Jahren gesammelt.

Nicole Karadag, die heute für die SPD im Rat sitzt, unterstützte ihre Parteigenossin bei der Sichtung und Zusammenführung. "Zu zweit eine ganz schöne Herausforderung", erklärt sie.

Verleger Karl-Heinz Vieth habe bei der Beratung und Drucklegung "gute Dienste geleistet", lobt Ingrid Geweke. Material aus der Aktensammlung des verstorbenen Hellmuth Knollenberg stellte Heiner Pohlmann zur Verfügung.

Interessante Themen wie zum Beispiel die Umweltpolitik werden in der Chronik aufgegriffen. Vieles ziehe sich von 1960 bis jetzt hin, stellt Ingrid Geweke fest. Zum Beispiel steht das Thema Sportstätten seit 1977 bis heute immer wieder auf der Tagesordnung. Wenn die Sozialdemokratin auch nicht mit allen Ergebnissen der Ratsarbeit zufrieden ist, so sei vor allem im sozialen Bereich, zum Beispiel der Jugendpflege, vieles vorangebracht worden, sagt sie.

Dass es für die heute 78-Jährige als "erste und lange Zeit einzige Frau im Rat nicht leicht" gewesen sei, sich durchzusetzen, kann Nicole Karadag, die auch schon fast 15 Jahre dabei ist, sich vorstellen. "Wir denken jetzt interfraktionell", sagt sie, doch früher sei das anders gewesen.

Migration war schon 1992 ein Thema

Die Chronik nennt Erfolge, wie die Einführung der Bürgerfragestunde, spart aber auch heikle Probleme und hitzige Debatten nicht aus, zum Beispiel die heftig umstrittene Namenssuche für die Oberschule oder die abgelehnte Einrichtung eines ökumenischen Friedhofs.

"Das wichtige Thema Migration" stand in Neuenkirchen-Vörden schon sehr lange an, erzählt Ingrid Geweke. 1992 wurden Asyl suchende Rumänen in der Turnhalle untergebracht. Zu einem Informationsabend auf Einladung der SPD kamen damals rund 80 Bürger. Von 1974 bis 1976 gab es in Vörden auch eine "Kleidertauschzentrale", erfahren die Leser der Chronik weiter.

Neben den ortsbezogenen Themen informiert das Buch über Bundes- und Landespolitik, Bevölkerungsentwicklung und Wahlergebnisse.
Viele Ideen seien in den vergangenen Jahrzehnten verwirklicht worden, sagt Ingrid Geweke. Es sei "interessant zu sehen, wie lang der Weg ist".

Jede Entscheidung der Ratsmitglieder habe auf den Ort langfristige Auswirkungen, weiß auch Nicole Karadag. All das kann die Chronik bei einer Reise in die Vergangenheit zeigen.

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