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Baupläne sorgen in Friesoythe für Diskussionen im Ausschuss

Das geplante Mehrfamilienhaus eines Grundstückseigentümers am Goldammerweg wird in der vorgesehenen Form nicht kommen. Und auch beim Ausbau der Straße "Hinter der Post" besteht noch Redebedarf.

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Die Straße "Hinter der Post" soll neugestaltet werden. Foto: Stix

Die Straße "Hinter der Post" soll neugestaltet werden. Foto: Stix

Ein größeres Bauvorhaben möchte ein Grundstückseigentümer aus Friesoythe am Goldammerweg umsetzen. Er plant an der Einmündung zum Mückenkamp ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten. Dafür allerdings müsste der Bebauungsplan geändert werden. Unter anderem bat der Antragsteller darum, die Zahl der zulässigen Wohnungen von bislang zwei auf sechs, die Grundflächenzahl von 0,3 auf 0,4 und die Bauhöhe von 9,5 auf 12 Meter zu erhöhen. Doch vorerst muss der Antragsteller sein Vorhaben auf Eis legen, denn zur Umsetzung seines Projektes gab es von den Mitgliedern des Ausschusses für Planung, Umwelt und Klimaschutz auf der Sitzung am Montagabend im Forum am Hansaplatz kein grünes Licht.  

"Wir sollten es bei vier Wohneinheiten belassen und auch die Grundflächenzahl nicht erhöhen"Andreas Tameling, CDU/FDP-Fraktion

Auf Antrag des Ratsherrn Andreas Tameling (CDU/FDP-Fraktion) lehnte der Ausschuss die Änderung des Bebauungsplanes ab. "Es gibt noch Redebedarf", befand Tameling. "Wir lehnen so ein Bauprojekt nicht grundsätzlich ab, aber diese Größenordnung muss infrage gestellt werden. Wir sollten es bei vier Wohneinheiten belassen und auch die Grundflächenzahl nicht erhöhen." Der gesamte Bereich sollte noch einmal neu überplant werden, insbesondere auch in Hinblick auf das Dichtekonzept der Stadt.

"Mir sind vier Wohneinheiten eigentlich auch noch zu viel, aber das wäre das höchste der Gefühle“, meinte Ratsfrau Melanie Buhr (SPD/Grüne). Auch die Erste Stadträtin, Heidrun Hamjediers, hatte zuvor auf die Problematik hingewiesen. "Wir müssen entscheiden, ob wir solche großen Mehrfamilienhäuser zulassen wollen", sagte sie. "Man sollte mit dem Thema sensibel umgehen." Gleichwohl wäre eine Ortsverdichtung sinnvoll, um nicht immer mehr Flächen im Außenbereich in Anspruch nehmen zu müssen. "Wir werden das nun dem Vorhabenträger mitteilen und sehen dann, was er dazu sagt", so Hamjediers.

Zuvor hatte sich ein Anlieger, der in unmittelbarer Nähe ein Grundstück besitzt, in der Einwohnerfragestunde gegen das Vorhaben ausgesprochen. "Ich bin nicht damit einverstanden, dass dort ein so großes Mehrfamilienhaus gebaut wird. Es ist nicht schön, so eine Riesenkiste vor die Haustür gesetzt zu bekommen", sagte er sichtlich erzürnt. "Uns bleibt die Sonne dann verborgen. Es kann nicht sein, solche Häuser zu bauen. Ich will nicht, dass mein Grundstück dadurch entwertet wird."

Zielplanung für die "Wasserstraße"

Diskussionen gab es auch zur Änderung des Bebauungsplan "Beiderseits der Wasserstraße". Der Ausbau der "Wasserstraße" ist bei der Stadtsanierung nicht zum Zuge gekommen, die Stadt will in dem Bereich nun dennoch einen Straßenumbau realisieren. "Viele Grundstückseigentümer zeigen sich offen für die Neugestaltung der Straße", erklärte  Bauamtsleiter Klaus Sandmann. Intensiv habe die Verwaltung auch mit dem Grundstückseigentümer der Immobilie Bürgermeister-Krose-Straße 2-4 gesprochen. "Uns hat der Eigentümer zu verstehen gegeben, dass er bei einem Teilverkauf  des Grundstückes das Lagergebäude dort abbrechen und einen Neubau platzieren möchte", so Sandmann. Derzeit allerdings lasse das der Bebauungsplan nicht zu. Sollte der Landkreis einem Befreiungsantrag für das Vorhaben zustimmen, würden die Verhandlungen mit dem Eigentümer intensiviert werden, so Sandmann.

"Mit mir hat noch keiner gesprochen, mein Grundstück soll mit Parkplätzen belegt werden", ärgerte sich ein Grundstückseigentümer aus Bösel im Rahmen der Einwohnerfragestunde. Ein anderer Anlieger wunderte sich, dass auf seinem Grundstück drei Garagen durch den Ausbau verschwinden sollen. "Das kann ich nicht ganz verstehen", sagte er.  Bauamtsleiter Klaus Sandmann erläuterte daraufhin das Vorgehen. "Wir haben noch mit keinem Eigentümer bisher gesprochen, denn es ist ja derzeit nur eine Zielplanung", sagte er. "Hier soll niemand enteignet werden. Wenn Sie die Garagen dort behalten möchten, dann müssen wir mit Ihnen verhandeln."

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