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Bauen soll in Lohne (möglichst) klimaneutral werden

Die Mitglieder des Bauausschusses diskutierten über einen gemeinsamen Antrag der Fraktionen von SPD und Grüne. Das Ergebnis: Ein Leitbild soll künftig Orientierung bei der Bauleitplanung geben.

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Das Ziel sind Netto-Null-Emissionen: Die Stadt Lohne möchte bei der Ausweisung künftiger Wohngebiete möglichst viele Klimaschutzaspekte berücksichtigen. Symbolfoto: dpa

Das Ziel sind Netto-Null-Emissionen: Die Stadt Lohne möchte bei der Ausweisung künftiger Wohngebiete möglichst viele Klimaschutzaspekte berücksichtigen. Symbolfoto: dpa

Die Stadt Lohne will sich ein Leitbild für die künftige Entwicklung neuer Wohngebiete geben. Das haben die Mitglieder des Bau-, Verkehrs-, Planungs- und Umweltausschusses in jüngster Sitzung empfohlen. Konkret geht es darum, bei der Ausweisungen von Neubaugebieten eine (möglichst) klimaneutrale Gestaltung zu berücksichtigen und vorzugeben.

Grundlage für die Beratungen war ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen – der in eine etwas andere Richtung abzielte. "Unsere Gebäude müssen klimaneutral werden", forderte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Walter Mennewisch. Dafür müsse die Stadt Sorge tragen, "denn Planung und Entwicklung der Wohngebiete sind kommunale Angelegenheiten".

Weiter sagte der Grünen-Fraktionsvorsitzende, eine ganzheitliche Planung sei dabei notwendig. "Und es muss jetzt angegangen werden, um Klimaschutz und wirtschaftliche Aspekte zusammenzubringen."

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Eckhard Knospe sprach davon, dass "Maßnahmen für Klimaschutz zum generellen Leitmotiv der Stadt werden müssen". Dabei sei zum Beispiel eine Machbarkeitsstudie ein gutes und wirkungsvolles Instrument.

SPD und Grüne wollen eine Machbarkeitsstudie

Damit ging Knospe konkret auf den Antrag seiner Sozialdemokraten und der Grünen-Fraktion ein: Die beiden Oppositionsparteien hatten vorgeschlagen, eine Machbarkeitsstudie zur klimaneutralen Gestaltung in zukünftigen Wohngebieten in Auftrag zu geben.

Diese Studie solle unter anderem die Versorgungslast berechnen, die ausschließlich durch erneuerbare Energien im Wohngebiet selbst zu erzeugen ist. Außerdem wird in dem Antrag das "Cradle to Cradle"-Konzept ("C2C") aufgegriffen: Das bedeutet, das Baumaßnahmen nur mit wiederverwendbaren oder klimaneutral hergestellten Materialen durchgeführt werden sollen. Zudem wollen SPD und Grüne das nächste Wohngebiet als ein klimaneutrales Wohngebiet im Rahmen eines Pilotprojektes ausweisen.

"Wir werden weiterhin Wohnbebauung benötigen, die Flächen müssen in Zukunft aber effektiver genutzt werden."Tobias Gerdesmeyer, Bürgermeister der Stadt Lohne

In der Sache stieß der Antrag durchaus auf Zustimmung, gestritten wurde im Ausschuss aber vor allem über die Art und Weise des Vorgehens. "Wir haben dafür einen Arbeitskreis, in dem wir gemeinsam Themenschwerpunkte für die Klimaschutzmanagerin (Sandra Mezger, Anmerkung der Redaktion) erarbeiten", sagte Konrad Rohe (CDU). Außerdem wies er darauf hin, dass das "C2C"-Verfahren während der politischen Debatte unlängst zwar nicht abgelehnt, aber zurückgestellt worden sei. Knospe entgegnete, dass der Antrag "viel konkreter" sei, als es im Arbeitskreis besprochen wurde.

Dr. Lutz Neubauer (parteilos) zweifelte grundsätzlich an, dass überhaupt neue Wohngebiete erschlossen werden sollten: "Wir brauchen keine weiteren Wohngebiete." Dem widersprach Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer: "Wir werden weiterhin Wohnbebauung benötigen, die Flächen müssen in Zukunft aber effektiver genutzt werden."

Bürgermeister Gerdesmeyer löst Pattsituation auf

Mennewisch und Knospe erklärten, dass aus ihrer Sicht dringend etwas getan werden müsse: "Die Zukunft hat längst begonnen, wir sind viel zu spät dran", mahnte Mennewisch. Und Knospe forderte: "Wir müssen Antworten finden und es anpacken." Deshalb dürfe nicht alles zerredet und kritisiert werden.

Die politische Pattsituation löste Bürgermeister Gerdesmeyer auf: "Ich könnte mir ein Leitbild mit den im Antrag formulierten Punkten vorstellen, das wir bei den zukünftigen Wohngebieten anwenden." Dann brauche es auch keine aufwendige Machbarkeitsstudie, die "wahrscheinlich sowieso nur aufzeigen würde, dass so etwas gehen kann". Explizit ausgenommen von dem Vorschlag wurde das "C2C"-Verfahren. Es ist zunächst nicht Teil des Leitbildes, soll aber demnächst im Ausschuss nochmals auf die Agenda kommen.

Die Idee des Verwaltungschefs stieß auf rege Zustimmung im Ausschuss. Gerdesmeyer sagte weiter: "In Absprache mit den Planungsbüros werden wir dann in den jeweiligen Wohngebieten konkrete Lösungen erarbeiten." Das werde im Rahmen der künftigen Bauleitplanung passieren.

Damit war auch das von SPD und Grüne geforderte Pilotprojekt eines klimaneutralen Wohngebietes vom Tisch. "Wir könnten direkt beim nächsten Wohngebiet, zum Beispiel dem Gebiet südlich der Straße 'An den Schanzen', anfangen, das Leitbild umzusetzen", sagte Gerdesmeyer. Klar sei aber auch, dass man nicht "alle Kleinigkeiten" vorschreiben werde. Schlussendlich stimmte der Ausschuss dem vom Bürgermeister vorgeschlagenen Leitbild zu. Es kann damit bei den nächsten Wohngebieten umgesetzt werden.

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