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Barßel will mit dem Energiesparen warten

Der Ratsausschuss spricht sich gegen eine intelligente Straßenbeleuchtung aus. Dafür sollen alte Baugebiete mehr Lampen bekommen, meint die CDU – und stößt auf Kritik.

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Erst Rundreise, dann Beratungen: Die Mitglieder des Ausschusses machten sich auch ein Bild von der Erneuerung des Fuß und Radweges auf dem Deich entlang der Soeste und der neuen Absperrung bei den Bahngleisen.  Foto: Passmann

Erst Rundreise, dann Beratungen: Die Mitglieder des Ausschusses machten sich auch ein Bild von der Erneuerung des Fuß und Radweges auf dem Deich entlang der Soeste und der neuen Absperrung bei den Bahngleisen.  Foto: Passmann

Zumindest den Mitgliedern der CDU im Barßeler Ratsausschuss für Straßenbau und Verkehr ging am Mittwoch bei ihrer Sitzung ein Licht auf. Sie hatten bei der Verwaltung darum gebeten, den Einsatz intelligenter Straßenbeleuchtung bei Umrüstungen und Ausbau in alten Baugebieten zu prüfen. Die beste Methode, um Energie zu sparen, sei, keine Energie zu verbrauchen“, so die CDU.

Doch nach dem Vortrag des Sachbearbeiters im Bauamt, Diplom-Ingenieur Heinz-Georg Coners, kam bei den CDU-Mitgliedern die Erleuchtung. Ratsherr Hans Eveslage (CDU) fasst das so zusammen: „Da die Kosteneinsparung bei einer intelligenten Straßenbeleuchtung sehr minimal ist, macht es derzeit keinen Sinn, diese einzusetzen“, erklärte er zum Antrag seiner Fraktion. „Wir hatten ja auch nur den Antrag gestellt, die Angelegenheit zu überprüfen. Einen Einsatz der Beleuchtung hatten wir nicht gefordert. Die von Herrn Coners vorgebrachten detaillierten Zahlen sprechen eindeutig derzeit dagegen. So müssen wir es sehen “, sagt Eveslage.

„Für die Zukunft könnte so etwas sicherlich zum Tragen kommen. Derzeit rechnet sich das nicht“, meinte auch Ratsherr Hubert Niemeyer (Bürgerfraktion). Dem stimmte auch SPD-Kollege Heino Willhaus zu. „Zur Zeit macht die intelligente Straßenbeleuchtung keinen Sinn.“

Abgeordnete lehnen eine Reduzierung des Beleuchtungszeitraums ab

Der Vorschlag von Cornelia Ballent (Grüne), den Beleuchtungszeitraum zu reduzieren, um so Energie zu sparen, fand kein Gehör. Coners hatte dazu gesagt: „Der Zeitraum, an dem die Beleuchtung an den Straßenlampen geschaltet wird, ist schon sehr niedrig. Da sollte man nicht dran drehen.“

Zuvor hat der Ingenieur erklärt: Die Kosten für eine intelligente Anlage seien sehr hoch, sodass sich eine Amortisation nicht oder nur nach sehr langer Zeit einstelle. Die Anschaffung etwa von 11 Lampen V 3610 – wie bisher – koste rund 3600 Euro. Die Lampen mit neuer Steuerungstechnik dagegen rund 7900 Euro. Zudem müsse die Lebensdauer bedacht werden. „Durch das ständige An- und Ausschalten verringert sich die Lebensdauer.“ Gehe man von 20 Prozent aus, wäre die Einsparung theoretisch um 2,75 Euro jährlich. Daher sein Fazit: Der Einsatz von intelligenter Straßenbeleuchtung sei aus Wirtschaftlichkeitsgründen derzeit nicht darstellbar. „Sollte sich die Situation ändern, werden wir den Ratsgremien dieses natürlich vorlegen“, so Coners.

Wo und wie in Zukunft in den alten Baugebieten den Anwohnern ein Licht aufgeht, das entscheidet in Zukunft der Rat der Gemeinde Barßel: Bislang war es so, dass dort eine Straßenbeleuchtung installiert wird, wenn 50 Prozent der Anlieger dies wünschen und beantragen. Diese Regelung wurde mit Mehrheit der CDU im Ausschuss gekippt und aufgehoben. Damit stimmte die CDU-Fraktion, die den Antrag eingebracht hatte, gegen die Empfehlung der Verwaltung. „Es ist uns wichtig, in allen Baugebieten eine Straßenbeleuchtung zu installieren. Die Bevölkerung wird immer älter in diesen Wohngebieten und es entstehen dort neue Wohnhäuser für seniorengerechtes Wohnen“, so der Antrag.

Ratsfraktionen kritisieren Beschluss der CDU-Fraktion scharf

„Wenn in den Straßen Baumaßnahmen stattfinden oder wie jetzt die Breitbandversorgung verlegt wird, dann können gleich die Kabel für die Straßenbeleuchtung mit ins Erdreich verlegt werden. Dann mache es auch Sinn, Lampen aufzustellen. Oder sollen die Menschen in der Dunkelheit mit einer Taschenlampe herumlaufen“, argumentierte Ratsherr Hans Eveslage (CDU). Man solle der Bevölkerung schon sagen, dass eine Beleuchtung durch den Rat angestrebt wird. Einige seien immer gegen eine Beleuchtung in ihrer Straße.

Hubert Niemeyer (BFB) sprach sich deutlich gegen den CDU-Antrag aus. Genauso Heino Willhaus (SPD): „Ich finde den Antrag der CDU unmöglich. Wir setzen den Menschen eine Beleuchtung vor die Nase, obwohl sie das vielleicht nicht wollen“, sagte Willhaus. Schließlich müssten die Anlieger auch für die neuen Lampen zahlen. Auch Cornelia Ballent (Grüne) wollte an der bisherigen Regelung nichts ändern. Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) sprach sich für die bisherige Regelung aus. Diese habe sich bewährt.

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