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Barßel prüft Einrichtung einer "Kita für alle"

Die Politik in der Gemeinde sieht den Bedarf für einen sechsten Kindergarten samt Krippe und liebäugelt dabei mit dem Modell des Caritas-Vereins Altenoythe.

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Planungen: Zwischen Karl-Zessin- und Oltmann-Strenge-Straße gibt es freie Flächen, die für eine Wohnbebauung in Betracht gezogen werden. Dort könnte auch die Kita gebaut werden. Foto: Passmann

Planungen: Zwischen Karl-Zessin- und Oltmann-Strenge-Straße gibt es freie Flächen, die für eine Wohnbebauung in Betracht gezogen werden. Dort könnte auch die Kita gebaut werden. Foto: Passmann

In den politischen Gremien der Gemeinde Barßel wächst der Wunsch, dass die Planungen für eine sechste Kindertagesstätte weiter vorangetrieben werden. „Wir befassen uns in diesem Zusammenhang aktuell mit dem Konzept ,Kita für alle‘, das vom Caritas-Verein Altenoythe in der Stadt Friesoythe betrieben und in der Gemeinde Bösel zurzeit geplant wird“, bestätigte Bürgermeister Nils Anhuth (parteilos) auf Anfrage.

Die „Kita für alle“ hatte der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans Eveslage jüngst in einem Antrag ins Spiel gebracht. Darin ging es um die Schaffung neuer Wohnbaugrundstücke in Elisabethfehn zwischen der Karl-Zessin-Straße und der Oltmann-Strenge-Straße. Dort könnten etwa 50 Bauplätze entstehen, hatte Eveslage mitgeteilt und hinzugefügt: „Alternativ sollte auch geprüft werden, ob eine Teilfläche in diesem Bereich eventuell als Standort der geplanten ,Kita für alle‘ geeignet wäre.“

Der Caritas-Verein Altenoythe öffne sich seit einigen Jahren für den Regelbereich, teilte Bernhard Hempen, Bereichsleiter Berufliche Bildung Kinder und Jugendliche, des Caritas-Vereins mit. Mit der Kinderkrippe Krabbelmäuse in Altenoythe entstand die erste Regeleinrichtung des Vereins im Jahr 2011.

Allen Kindern sollen Chancengleichheit erhalten

Hintergrund: Mit dem Inkrafttreten der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist Deutschland 2009 die Verpflichtung eingegangen, das Bildungssystem „inklusiv“ zu gestalten, erklärte Hempen. Allen Kindern solle so soziale Teilhabe und Chancengleichheit ermöglicht werden – und das wohnortnah. Ein solcher Kindergarten garantiere für alle Kinder im Alter von unter einem Jahr bis zur Einschulung eine wohnortnahe Förderung, Erziehung, Bildung und soziale Entwicklung unter einem Dach, erläuterte Hempen.

Durch gruppenspezifische und -übergreifende Angebote werde gewährleistet, dass alle Kinder sowohl die ihnen angemessene Förderung erhalten als auch an der Gemeinschaft im Kindergarten teilhaben, voneinander lernen und Freundschaften mit Kindern aus ihrer Nachbarschaft schließen können. „Lange Wege zu besonderen Therapien, zum Beispiel zur Logopädie und Ergotherapie, entfallen. Diese Leistungen können nämlich durch entsprechende Therapeutinnen auf ärztliche Verordnung direkt in der Einrichtung erbracht werden“, beschreibt Hempen das Konzept der „Kita für alle“.

Zwei Gruppen auf 8 Plätze beschränkt

Am Beispiel der Planungen für eine solche Einrichtung in Bösel wird deutlich, was das besondere Konzept ausmacht. Neben einer Krippengruppe mit 15 Plätzen und einer Regelgruppe mit 25 Plätzen soll es dort eine Integrationsgruppe mit 18 Plätzen, eine heilpädagogische Gruppe mit 8 Plätzen und eine Sprachheilgruppe mit ebenfalls 8 Plätzen geben.

Ob in der Gemeinde Barßel in absehbarer Zeit eine solche Kita eingerichtet wird, muss nun die Politik entscheiden.

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