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Barbara-Schule in Langenberg: Planungen für einen Anbau starten wieder von vorne

Die Gemeinde Holdorf hat ein Nachbargrundstück erworben. Das eröffnet nun neue Optionen. Politik und Verwaltung wollen jetzt 6 zentrale Fragen klären.

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Neue Anbau-Option für die Barbara-Schule: Die Gemeinde Holdorf hat das Grundstück am Steinfelder Damm 5 (hinten, rechts) erworben. Foto: Böckmann

Neue Anbau-Option für die Barbara-Schule: Die Gemeinde Holdorf hat das Grundstück am Steinfelder Damm 5 (hinten, rechts) erworben. Foto: Böckmann

Wie viele zusätzliche Klassenzimmer und Räume werden benötigt? Soll der Anbau ein- oder zweigeschossig ausfallen?  Sollte die Mensa so konzipiert werden, dass sie möglicherweise auch von Kita-Gruppen genutzt werden kann? Seit exakt einem Jahr diskutieren die Holdorfer Fachpolitiker über einen Anbau an der Barbara-Schule in Langenberg – und es ergeben sich einige Fragen. Dass die Grundschule, nur 2 Jahre nach der Kernsanierung, größer werden muss, darüber gibt es zwischen Politik und Verwaltung keine zwei Meinungen. Entschieden ist indes noch gar nichts. Mit einer Ausnahme: Zwei Klassen werden ab dem Herbst in Containern auf dem Basketballfeld unterrichtet.

Krug findet Grundstückskauf "sehr erfreulich"

Nach einem halben Dutzend Sitzungen zu dem Thema in den vergangenen 13 Monaten fangen die Planungen für die Erweiterung der Barbara-Schule nun tatsächlich wieder von vorne an. Und das hat diesen Grund: Denn die Gemeinde Holdorf hat in direkter Nachbarschaft zur Grundschule das Grundstück am Steinfelder Damm 5 gekauft. Zu welchen Konditionen? Das wollte Holdorfs Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug nicht sagen. Für den Verwaltungschef ist dies indes "eine sehr erfreuliche Nachricht". Denn für die Gemeinde ergebe sich nun eine zusätzliche Option, die Barbara-Schule in diese Richtung zu erweitern.

In der jüngsten Sondersitzung des Schulausschusses stellte der Planer Varianten vor, wie die Erweiterung der Barbara-Schule auf dem Grundstück am Steinfelder Damm 5 aussehen könnte. Wie Bürgermeister Krug im Anschluss an die Sitzung mitteilte, hätten sich nach der Diskussion sechs Fragen ergeben, die die Größe und Form des neuen Gebäudes "stark beeinflussen":

  • 1.  Wie viele Klassenräume soll die Barbara-Schule künftig haben? Sollen neben den vier bisherigen zwei weitere Unterrichtsräume geplant werden – und sogar noch mehr?
  • 2. Soll der Anbau ein- oder zweigeschossig erfolgen? Die CDU/FDP-Fraktion favorisiert zum Beispiel eine eingeschossige Bauweise.
  • 3. Welche Größe soll die künftige Mensa haben? Diese hängt auch mit der künftigen Schülerzahl zusammen – und mit der Frage, ob die Mensa auch für künftige Kita-Gruppen genutzt werden soll.
  • 4. Daraus ergibt sich wiederum diese Frage: Wie viele Gruppenräume soll eine eventuell neue Kita für Handorf-Langenberg haben?
  • 5. Soll für diese mögliche neue Kita der jetzige Schulvorplatz als freies Gelände mit eingeplant werden?
  • 6. Ob und wenn ja, wie groß soll ein separater Raum für die Ganztagsbetreuung in der Schule aussehen? Zur Erklärung: Kinder, die ab dem Schuljahr 2026/27 eingeschult werden, bekommen einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule.

"Alle Fragen beeinflussen sich gegenseitig", sagt Bürgermeister Krug. Der Ausschuss verständigte sich schließlich darauf, die Fragen fraktionsintern bis zur nächsten Sitzung am 6. September (Dienstag) zu klären. "Bei den Überlegungen zu dieser Erweiterung sollte der zeitliche Horizont jedoch über die nächsten 10 bis 20 Jahre hinausgehen", betonte Krug.

Die Kosten für einen eingeschossigen Anbau taxierte der Planer übrigens auf 2,8 Millionen Euro. Diese Summe liegt oberhalb der Grenze für eine europaweite Ausschreibung. Daher sei es die Aufgabe, sagte Krug, in der nächsten Sitzung ein Raumprofil zu erstellen, das die Grundlage für eine europaweite Ausschreibung bilde.

Warum denken Politik und Verwaltung eigentlich über einen Anbau an der Barbara-Schule nach? Weil die Raumsituation schlecht ist. Aktuell sind an der Schule fünf Klassen, aber es gibt nur vier Unterrichtsräume. Aus diesem Grund wurde der Werkraum zum Klassenzimmer umfunktioniert.

1957 eröffnet: Die Barbara-Schule in Langenberg. Foto: Böckmann1957 eröffnet: Die Barbara-Schule in Langenberg. Foto: Böckmann

Das Problem: Es kann so nun kein entsprechender Kunst- und Werkunterricht vermittelt werden, erklärt Rektorin Christiane Westermann. Und: Die Akustik im Werkraum ist schlechter als in den anderen Unterrichtsräumen, die Kinder sitzen außerdem beengter.

Mit Blick auf die Geburtenzahlen in Langenberg ist klar: Stand jetzt wird es zum Schuljahr 2023/24 ebenfalls einen zweizügigen ersten Jahrgang in der Barbara-Schule geben. Die Folge: An der Grundschule gibt es dann 6 Klassen – bei nur 4 Unterrichtsräumen.

Dazu kommt: Mittlerweile nutzen rund 30 Schüler das Ganztagsangebot – Tendenz steigend. Zum Mittagessen weichen sie, wegen der fehlenden Mensa, in das benachbarte Barbara-Heim aus. Dort sind die Bedingungen nicht ideal.

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