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Bakumer Grüne fordern mehr Jugendarbeit

Ein Antrag der Fraktion wird allerdings zunächst zurückgestellt. Der Vorsitzende gab in der entsprechenden Ausschusssitzung aber klar zu verstehen, dass er damit unzufrieden ist.

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Jugendliche sollen in Bakum mehr Aufmerksamkeit erfahren. Symbolfoto: Pixabay

Jugendliche sollen in Bakum mehr Aufmerksamkeit erfahren. Symbolfoto: Pixabay

Im Bereich der Jugendarbeit in Bakum greift die Gemeinde vorerst auf bereits gegebene Strukturen zurück. Darauf verständigten sich mehrheitlich die Mitglieder des Bakumer Ausschusses für Jugend, Familie und Demografie während ihrer vergangenen Sitzung. Einen Antrag der Grünen-Fraktion zum sofortigen Aufbau einer offenen Kinder- und Jugendarbeit in der Gemeinde Bakum sowie die Beauftragung der Verwaltung der Gemeinde Bakum zur Ausarbeitung eines entsprechenden Konzeptes wird zunächst zurückgestellt.

Dr. Stephan Göttke (Grüne) erläuterte zu Beginn den Antrag. Insgesamt wünsche sich die Fraktion die Umsetzung des Konzepts der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Man wisse darum, dass es in der Vergangenheit Initiativen gegeben hat, die aus den Ergebnissen der Erhebung vom Stellwerk Zukunft Anfang 2020 hervorgehen. Dem Wunsch nach mobilen Angeboten, insbesondere für Kinder und Jugendliche in den Bauerschaften, möchte die Fraktion mit dem Antrag entsprechen, so Göttke. Doch das alleine reiche nach Meinung der Grünen nicht. Als zentralen Ausgangspunkt soll ein Raum – etwa ein Jugendtreff – geschaffen werden, führte der Ratsherr weiter aus. Überdies soll das Ganze auf "professionelle pädagogische Beine" gestellt werden, sagte Göttke. Dafür soll eine entsprechende Fachperson eingestellt werden, die das Konzept erarbeitet und somit den eigenen künftigen Job mitgestaltet.

Bestehende Jugendarbeit soll weiterverfolgt werden

Tobias Ruhe (CDU) verwies auf den Ratsbeschluss aus dem Jahr 2020, der besagt, dass die Ergebnisse aus der zuvor erfolgten, von Göttke ebenfalls erwähnten, Erhebung des Stellwerks Zukunft umgesetzt werden sollen. Demzufolge habe es den Wunsch nach Veranstaltungen in den Bauerschaften gegeben – und keinen nach einem zentralen Jugendtreff. Dafür sei David Schuling als Honorarkraft eingestellt worden, die sich vornehmlich um die Organisation dieser Veranstaltungen kümmere. Einige dieser geforderten Aktionen im Rahmen des Projekts "Dorfkinder 14.1" seien auch schon umgesetzt worden, sagte Ruhe – trotz der Corona-Pandemie. Nichtsdestoweniger habe Corona natürlich dafür gesorgt, dass deutlich weniger gemacht werden konnte. Ruhe plädierte deshalb dafür, auf die schon bestehende Struktur aufzubauen und die Ergebnisse abzuwarten.

Bürgermeister Tobias Averbeck ergänzte, dass es aktuell nicht umsetzbar sei, den Antrag in der Form von der Verwaltung begleiten zu lassen, da der Fachbereich I, der diese Thematik bearbeiten muss, aufgrund des Kriegs in der Ukraine und den damit verbundenen Folgen "sehr stark ausgelastet ist" – neben den ohnehin anfallenden Tätigkeiten. Die Flüchtlingswelle werde sich aller Voraussicht nach fortsetzen. Deshalb müsse er so ehrlich sein und sagen: Es geht gerade nicht. Die Empfehlung der Verwaltung, das Ganze zunächst zurückzustellen, bedeute schließlich keine Ablehnung.

Darauf folgte ein längerer Wortwechsel zwischen dem Bürgermeister und Göttke, der sich zunächst danach erkundigte, was gegen die Einstellung einer zusätzlichen Kraft spricht, die sich explizit mit dem Thema befasst. Dies wiederum, so erklärte Averbeck, erfordere den Freiraum, diese Kraft "koordinativ zu begleiten". Er könne schlecht jemanden einstellen und sagen "So, mach' mal", das funktioniere nicht. Die dafür vorgesehenen Personalressourcen im Fachbereich I seien derzeit anderweitig gebunden.

Grüne wünschen sich pädagogische Fachkraft

Göttke störte sich darüber hinaus an dem Begriff "zunächst" in der Beschlussempfehlung und forderte eine zeitliche Einordnung. Diese wiederum könne er nicht geben, gab Averbeck zu. "Bis der Bürgermeister sich mit dem Thema wieder beschäftigen will?", fragte der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Davon ließ sich Averbeck aber nicht provozieren und wiederholte, dass er "das zeitlich aktuell nicht fassen" kann.

Andrea Hoping-Bokern (CDU) warf ein, dass es ja nicht bedeute, dass nichts gemacht werde. Jugendarbeit finde ja statt. Göttke allerdings forderte ein "klares Bekenntnis von der Gemeinde, das auf professionelle Weise zu managen". Die Honorarkraft sei zwar engagiert, aber keine pädagogische Fachkraft. "Ich verstehe nicht, warum wir so lang und intensiv aneinander vorbeireden", sagte Tobias Averbeck. Die Schnittmengen aller Beteiligten seien schließlich "unglaublich groß".

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