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Bakumer CDU-Fraktion will Zuschüsse an Vereine verdoppeln

Obwohl Corona in den Gemeindefinanzen Spuren hinterlässt, will die Ratsmehrheit die Vereine sichtbar unterstützen. Das Rathaus steht hinter dem Ansinnen.

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Alles bricht weg: Konzerte von Orchestern, Musikvereinen und Chören (hier der Musikverein Bakum) konnten in diesem Jahr vielfach nicht stattfinden. Bei mancher Truppe schlägt sich das auch finanziell nieder, glaubt die Bakumer CDU. Archivfoto: Meyer

Alles bricht weg: Konzerte von Orchestern, Musikvereinen und Chören (hier der Musikverein Bakum) konnten in diesem Jahr vielfach nicht stattfinden. Bei mancher Truppe schlägt sich das auch finanziell nieder, glaubt die Bakumer CDU. Archivfoto: Meyer

Die Corona-Pandemie bringt viel Schlechtes mit sich: Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit und die ihrer Liebsten, Kinder leiden unter der Schließung von Spielplätzen, Kindergärten und Schulen, Familien bangen um Arbeitsplätze und Einkommen.

Andererseits erleben viele seit Mitte März auch eine Zeit der stärkeren Einkehr, des Nachdenkens darüber, was wichtig ist und was nicht. Für manchen ist die Coronazeit daher auch zu einem Segen geworden, auch wenn diese Feststellung stets nur hinter vorgehaltener Hand und mit einer Prise Schuldbewusstsein geäußert wird.

Glück im Unglück, das könnte vielleicht bald auch so mancher Vereinsvorstand aus Bakum, Carum, Vestrup und Lüsche denken. Denn sie können sich auf eine deftige Erhöhung der jährlichen Zuschüsse aus der Gemeindekasse freuen.

Schon in diesem Jahr soll es eine Nachzahlung geben

Die Zahlungen sollen insgesamt fast verdoppelt werden. Das schlägt die CDU-Fraktion vor. Da die Christdemokraten im Bakumer Gemeinderat über eine absolute Mehrheit verfügen, darf davon ausgegangen werden, dass das Gremium die Neuregelung in seiner Sitzung am kommenden Donnerstag beschließt.

Schon für das laufende Jahr 2020 sollen die Vereine dann zusätzliche Zahlungen erhalten. Insgesamt sollen 24 Vereine in Bakum dann  jährlich 102.744 Euro bekommen. Bisher waren 54.489 Euro eingeplant, die Zahlungen werden also fast verdoppelt.

Am meisten sahnen dabei die großen Sportvereine ab: Der SV Bakum erhält 13.800 Euro zusätzlich, der SV Carum 6.600 Euro mehr. Für den SV Lüsche gibt es einen Aufschlag in Höhe von 9.400 Euro und für den Tennisverein Bakum zusätzliche 3.700 Euro. Der Reitverein Hausstette erhält 500 Euro mehr als bisher.

Die jährlichen Zahlungen an die Gesangvereine in allen vier Kirchspielen werden auf 1.000 Euro angehoben, jene für die Theatervereine auf 600 Euro. Die Heimatvereine in Bakum und Lüsche sollen auch jeweils etwa doppelt so viel bekommen wie bisher.

Die drei Musikvereine in Bakum, Lüsche und Vestrup sollen nun einheitlich 2.500 Euro erhalten. Für die Senioren in Carum, Lüsche und Vestrup-Hausstette soll es 300 Euro pro Jahr geben statt bisher 160 Euro. Die Gelder für die Seniorenarbeit in Bakum werden sogar auf 750 Euro (bisher: 460 Euro) aufgestockt.

"Wir lassen euch nicht im Regen stehen."Christoph Eiken, CDU-Fraktionsvorsitzender

Erstmals aufgenommen werden der Fischereiverein (2.000 Euro) und die Bogenschützen (150 Euro) aus Bakum sowie die DLRG (2.000 Euro).

Bei einem Pressegespräch sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Christoph Eiken jetzt, die CDU wolle "ein klares Signal" an die Vereine schicken: "Wir lassen euch nicht im Regen stehen." Dabei denkt Eiken auch an die Einnahmen der Vereine. Denn wo Konzerte nicht mehr stattfinden könnten, bräche auch so manches Eintrittsgeld weg, so Eiken.

Auch manche Kosten, etwa bei Plätzen, liefen weiter, ergänzte Thomas Ostendorf, Mitglied des Fraktionsvorstandes. Deshalb sei die Unterstützung wichtig.

Bürgermeister Tobias Averbeck (CDU) betonte, die Vereine seien "Träger des gesellschaftlichen Lebens in Bakum". Corona habe auch das ehrenamtliche Engagement hart getroffen. Deshalb unterstütze er es, den Vereinen zu signalisieren: "Wir unterstützen euch in dieser schweren Zeit."

Dauerhaft soll es mehr Geld geben

Der Rathauschef betont, dass die Verwaltung den CDU-Vorschlag durchgerechnet habe und aus finanzieller Sicht grünes Licht gegeben habe. Das gelte, so Averbeck, trotz der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bakumer Gemeindefinanzen. Aktuell rechnet die Verwaltung mit fehlenden Einnahmen aus Gewerbe-, Einkommens- und Umsatzsteuern in Höhe von etwa 1,1 Millionen Euro, wie Averbeck auf Anfrage erklärte. Trotzdem sei die Erhöhung der Vereinszuschüsse finanzierbar.

Dabei soll es keinesfalls bei einer einmaligen Finanzspritze bleiben, wie Eiken erklärte: Auch nach 2020 sollten die Zuschüsse in der jetzt zu beschließenden Höhe fortgeführt werden.

Franz Hölscher, Vorsitzender des Gemeinderates, betonte, dass Leben in der Gemeinde sei "dezentral" und orientiere sich an den vier Kirchspielen Bakum, Lüsche, Vestrup und Carum. Es sei gerade jetzt wichtig, die Vereine zu stützen, damit diese weiterhin nah am Bürger bestehen könnten.

Der Ratsvorsitzende betonte auch, dass diese Ausgaben jetzt möglich seien, weil "durch CDU-Politik" in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Betriebe im Gemeindegebiet angesiedelt worden seien.

Jan Hoyer, ebenfalls Mitglied im Fraktionsvorstand, betonte den wirtschaftlichen Aspekt der Zuschüsse: Wenn die Gemeinde jetzt mehr Geld bereitstelle, könnten Vereine auf Beitragserhöhungen verzichten. Das würde auch finanziell besorgte Familien entlasten. Außerdem, so Hoyer, helfe das Geld vielleicht in bescheidenem Maße, die Wirtschaft vor Ort anzukurbeln.

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