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Bakumer Bauerschaften sollen unbürokratischer handeln können

Hier wird gepflegt, dort instand gehalten – geringe Investitionen sollen nicht mehr der Gemeinde vorgelegt werden müssen. Künftig erhalten die Bauerschaften eigene Budgets.

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Aufwand verringern: Damit aus den Bauerschaften nicht für jede geringe Investition ein Antrag bei der Verwaltung gestellt werden muss, sollen Budgets eingerichtet werden, für deren Verwendung kein Nachweis erbracht werden muss. Foto: dpa/Karmann

Aufwand verringern: Damit aus den Bauerschaften nicht für jede geringe Investition ein Antrag bei der Verwaltung gestellt werden muss, sollen Budgets eingerichtet werden, für deren Verwendung kein Nachweis erbracht werden muss. Foto: dpa/Karmann

In den Bauerschaften der Gemeinde Bakum wird die Pflege und Unterhaltung von Dorfplätzen oder Bushaltestellen oftmals in Eigeninitiative geleistet. Um diese Aufgaben möglichst unbürokratisch vonseiten der Gemeinde zu finanzieren, sprachen sich die Bakumer Gemeinderatsmitglieder einstimmig dafür aus, den 14 Bauerschaften Budgets zur Verfügung zu stellen.

Den Antrag der CDU-Fraktion stellte der Fraktionsvorsitzende Ingo Ruhe zuvor noch einmal in aller Kürze vor. Mit der Einrichtung dieser Budgets sollen das dörfliche Leben gefördert und finanzielle Mittel „ohne große Nachweise“ zur Verfügung gestellt werden, sagte er. Minimal soll eine Bauerschaft 500 Euro jährlich erhalten können, maximal sind 2500 Euro möglich. Dies ist von der Größe der jeweiligen Bauerschaft abhängig. Das Geld soll ohne Verwendungsnachweis den Dorfausschüssen oder Bezirksvorstehern zur Verfügung gestellt werden.

Anträge können weiterhin gestellt werden

Dr. Stephan Göttke (Grüne) rechnete vor, dass insgesamt 13.250 Euro, verteilt auf rund 6500 Einwohnerinnen und Einwohner, nicht der große Wurf seien. Da hätte er sich durchaus mehr vorstellen können. Es sei ja nicht ausgeschlossen, dass die Beträge in den nächsten Jahren erhöht werden können, entgegnete Thomas Ostendorf (CDU). „Das ist erst einmal ein Anfang.“ Außerdem können aus den Bauerschaften ja weiter Anträge gestellt werden, sagte er. Das heiße ja nicht, dass die Ortsteile künftig nur noch diese Budgets bekommen.

Dass man „überhaupt keine Form von Nachweis“ erbringen muss, hinterfragte zudem Siegfried Böckmann (SPD). Angesichts des „Kosten-Nutzen-Aspekts“ müsse man dahingehend „die Kirche im Dorf lassen“, rechtfertigte Ingo Ruhe den Antrag, der ganz bewusst darauf aus sei, dass eben nicht jeder Kleinstbetrag vorgelegt werden müsse. Man müsse hier auch den Verwaltungsaufwand berücksichtigten, sagte Ruhe. Hans-Rainer Hesler (CDU) warf ein, dass die Bauerschaften sich ohnehin schon selbst bei den Ausgaben kontrollieren.

Gebe es denn in jeder Bauerschaft ein entsprechendes Konto? Böckmann wies auf den Umstand hin, dass es im Kernort Bakum seit einiger Zeit keinen Ortsvorsteher mehr gebe. Bürgermeister Tobias Averbeck ließ deshalb wissen, dass das Budget für den Ort Bakum vorerst von der Verwaltung übernommen werde und bei Bedarf abgerufen werden könne.

Hallenbad: Keine Preiserhöhungen geplant

Die Bakumer Gemeinderatsmitglieder beschäftigten sich darüber hinaus mit dem Vorschlag, den Inhaberinnen und Inhabern der Niedersächsischen Ehrenamtskarte eine Vergünstigung auf den Eintrittspreis im Bakumer Hallenbad zu gewähren. Dennis Vaske (CDU), Vorsitzender des Finanz- und Liegenschaftsausschusses, erläuterte, dass Erwachsene eine Ermäßigung in Höhe von 60 Prozent auf den Preis für eine Tageskarte (2,50 Euro) erhalten. Dies entspricht dem Preis der Karte für Kinder (1 Euro). In Bakum gebe es derzeit 2 Personen, die eine solche Ehrenamtskarte haben. 4 weitere seien beantragt, ergänzte Vaske.

„Das ist sicherlich eine gute Sache und sich dagegenzustellen, wäre falsch“, leitete Siegfried Böckmann sein Statement dazu ein. Er bedauere aber, dass die Ehrenamtskarte nicht breiter aufgestellt sei, dass auch mehr Menschen sie beantragen können. Denn schließlich sei eine solche Karte eine „tolle Geste“ für Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Er plädierte dafür, der Vergünstigung zuzustimmen. Dem kam der Rest des Gemeinderates auch nach. Einstimmig votierten die Mitglieder dafür, den Inhaberinnen und Inhabern der Ehrenamtskarte die Vergünstigung im Hallenbad zu gewähren.

Da die Energiepreise steigen, wollte Dr. Stephan Göttke schließlich noch wissen, ob die aktuellen Preise für das Hallenbad überhaupt gehalten werden können. „Bislang ja“, sagte Tobias Averbeck knapp. Es gebe keine Überlegungen, die Preise zu erhöhen? „Nein“, so der Bürgermeister.

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