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Baby-Boom bereitet Kita-Planern vorerst keine schlaflosen Nächte

Im Essener Jugendausschuss wurden die neuesten Geburtenzahlen vorgestellt. Für die Grundschüler soll es künftig mehr Musikangebote geben.

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Trotz Geburtensteigerungen: In Essen gibt es  derzeit genügend Kindergartenplätze. Foto: G. Meyer

Trotz Geburtensteigerungen: In Essen gibt es  derzeit genügend Kindergartenplätze. Foto: G. Meyer

Baby-Boom in Essen: In der Gemeinde lag die Geburtenrate vergangenes Jahr auf Rekordniveau. 120 Neubürger erblickten das Licht der Welt (2020: 102). Im 10-Jahres-Vergleich ist die Steigerung noch deutlicher: 2011 strampelten "nur" 87 Säuglinge in Essener Wiegen, 2013 waren es gerade einmal 65.

Der Kindersegen dürfte auch die Nachfrage nach Betreuungsplätzen erhöhen. Momentan kann die Kommune ihren gesetzlichen Auftrag aber erfüllen. Im Ausschuss für Schule, Jugend und Kultur stellte Christoph König am Montag die Bedarfsplanung für das neue Kindergartenjahr vor. Demnach werden von den zusammen 343 Kindergartenplätzen 315 belegt sein. 28 Plätze stünden also noch zur Verfügung, die meisten im größten Kindergarten – Regenbogen. Die Zahl könnte theoretisch höher sein. 11 sogenannte "Flexi-Kinder" sollen auf Wunsch der Eltern jedoch erst im kommenden Jahr eingeschult werden.

Zwar ist die Anmeldephase inzwischen abgelaufen. Trotzdem dürfte sich das Bild bis zum Kita-Start noch ändern. "Die Kindergartenplanung ist ein Tagesgeschäft", betonte Bürgermeister Heiner Kreßmann. Begehrt sind vor allem Vormittagsplätze, zwei davon fehlen ab August. Für die Verwaltung ist das Problem aber übersichtlich. Der Zuzug von Familien aus der Ukraine dürfte sie ebenfalls kaum in Schwierigkeiten bringen. Zwar haben auch die Geflüchteten den gleichen Rechtsanspruch wie Einheimische. Allerdings seien bisher nur wenige Kinder im Kindergartenalter nach Essen gekommen, berichtete König.

Kreismusikschule unterrichtet Grundschüler

Auch für die Krippen rechnet der Rathaus-Experte bis zum Sommer  mit weiteren Anmeldungen. Aktuell bieten die Einrichtungen ein gutes Dutzend freie Plätze für  Unter-3-Jährige an. Die meiste Luft hat die 6-gruppige "Schatzkiste". Die Vormittagsgruppe im katholischen St.-Josef-Kindergarten ist dagegen schon voll belegt. In Bevern sieht es nicht viel anders aus. Neben dem St.-Marien-Kindergarten hat dort aber eine private Tagespflege zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen.

Thema im Ausschuss war auch die musikalische Erziehung an den beiden Grundschulen. Plan ist, sie in jedem Jahrgang ein Stückchen voranzubringen. So sollen Lehrer der Kreismusikschule den Erstklässlern in Bevern und Essen Elementarunterricht erteilen. Die Schüler der 2. Klassen dürfen anschließend unterschiedliche Instrumente kennenlernen. Die Bandbreite reicht von der Blockflöte bis zur Trommel. Wer sein Lieblingsinstrument gefunden hat, kann in den beiden darauffolgenden Schuljahren an einer Musikklasse teilnehmen.

"Jedes Kind sollte die Gelegenheit haben, ein Instrument zu erlernen."Hildegard Middendorf, Gleichstellungsbeauftragte

In Bevern gibt es die meisten Musikprojekte bereits. Die Essener Grundschule soll jetzt nachziehen. Die Schulen arbeiten dafür auch mit dem Blasorchester Essen und dem Musikverein Bevern zusammen. Der Ausschuss stimmte der Kostenübernahme für die Lehrkräfte zu. Gleichstellungsbeauftragte Hildegard Middendorf hob die Bedeutung von Musik für die persönliche Entwicklung hervor. "Jedes Kind sollte die Gelegenheit haben, ein Instrument zu erlernen", befand sie.

Mit dem Programm "Speed20.000" fördert die Gemeinde demnächst Angebote von Vereinen, Gruppen und privaten Initiatoren. Hauptziel sei, die Lebensqualität und damit die Attraktivität des Ortes zu steigern, erläuterte Christin Kreßmann von der CDU. Ihre Fraktion hatte das Konzept erarbeitet. 20.000 Euro sollen jetzt jährlich zur Verfügung stehen. Wichtig sei, die Anträge möglichst unkompliziert zu bearbeiten. So soll die Verwaltung den Veranstaltern Mittel bis 500 Euro selbst bewilligen können. Für alles, was darüber liegt, wäre dann der Verwaltungsrat zuständig.

Reitplatz: Kein Geld vom Landessportbund

Am Schluss der Sitzung übermittelte Heiner Kreßmann eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Der von der Uni Vechta bereits vor der Pandemie begonnene Jugendbericht ist fertig und soll nach Pfingsten dem Rat vorgestellt werden. Die schlechte: Die Finanzierung des vom Reit- und Fahrverein geplanten Ebbe-Flut-Reitplatzes steht auf der Kippe. Der Landessportbund bewilligt dem Verein keine Fördermittel. Der Platz kostet rund 100.000 Euro, von denen der Sportbund fast ein Drittel hätte zahlen sollen. Das Innenministerium prüfe, wie es weitergehen könnte, berichtete der Bürgermeister.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

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