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Aufstockung der Visbeker Gerbertschule wird teurer als gedacht

Ursprünglich wurde mit 2 Millionen Euro kalkuliert. Nun muss von Kosten von fast 3 Millionen Euro ausgegangen werden. Besonders ärgerlich dabei: der Stopp der KfW-Förderung.

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Wird erweitert: Der bislang eingeschossige Mittelbau der Gerbertschule erhält eine Aufstockung.   Foto: C. Meyer

Wird erweitert: Der bislang eingeschossige Mittelbau der Gerbertschule erhält eine Aufstockung.   Foto: C. Meyer

Die Aufstockung der Gerbertschule in Visbek wird voraussichtlich etwa 1 Million Euro teurer als ursprünglich geschätzt. Das ergibt sich aus den allgemeinen Kostensteigerungen in der Baubranche sowie energetischen Maßnahmen, um dem KfW-Standard 40 EE gerecht zu werden, wie Sebastian Latal vom zuständigen Büro PLA den Mitgliedern des Finanz- und Sozialausschusses am Dienstagabend erklärte. Wurde im Frühjahr noch mit rund 2 Millionen Euro kalkuliert, liegen die geschätzten Kosten für die Aufstockung der Visbeker Grundschule nun bei rund 2,8 Millionen Euro.

Sebastian Latal legte dar, dass es von der ersten Schätzung im Januar 2021 bis zum November 2021 eine Kostenerhöhung auf rund 2,45 Millionen Euro gab – allein durch die Preissprünge in der Baubranche. Zunächst war man nämlich noch von circa 2 Millionen Euro ausgegangen. Besonders ins Gewicht fallen die Zimmerer- und Fassadenarbeiten mit einer Preissteigerung von rund 40 Prozent, wie der Architekt erläuterte. Das sei eine "Steigerung, die treibt", da die Gerbertschule mit einem Holzrahmenbau aufgestockt wird. Wohin sich die – im vergangenen Jahr stark gestiegenen – Holzpreise noch entwickeln, "weiß kein Mensch", sagte Latal. Mit weiterhin so starken Schwankungen werde aber nicht gerechnet.

Gesamtkosten von voraussichtlich 3 Millionen Euro

Die aktuelle Schätzung von 2,8 Millionen Euro kalkuliere eine generelle Kostensteigerung von sieben Prozent mit ein, ließ der Architekt wissen. Darin seien aber zusätzlich Maßnahmen berücksichtigt, um dem KfW-Standard 40 EE gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang wies er auf den aktuellen Umstand hin, dass die KfW-Förderung kürzlich von der Bundesregierung gestoppt wurde. Er habe sich aber mit einigen Experten ausgetauscht, die der Meinung seien, dass "es noch was geben wird". Weiteres muss abgewartet werden.

Latal führte aus, welche Möglichkeiten es aber zum Sparen gebe. Verzichte die Gemeinde Visbek auf den KfW-Standard 40 EE wären dies schon einmal generell 40.000 Euro weniger. Die geplante Dachbegrünung kostet zusätzlich rund 40.000 Euro. Auf den angedachten Fahrstuhl könnte beispielsweise zugunsten eines Plattformlifts verzichtet werden – weitere 20.000 Euro. Insgesamt ließen sich also rund 100.000 Euro sparen, so der Architekt.

Nicht in den 2,8 Millionen Euro enthalten ist die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe (rund 25.000 Euro mehr) sowie einer Photovoltaik-Anlage inklusive Speicherung (rund 120.000 Euro mehr), wie noch einmal auf Nachfrage von Maria Freese (CDU) verdeutlicht wurde. Die Photovoltaik-Anlage habe aber eine Amortisationszeit von etwa zehn Jahren, sagte Sebastian Latal. Freese schloss daraus, dass mindestens mit Gesamtkosten von rund 3 Millionen Euro gerechnet werden muss. Bürgermeister Gerd Meyer schloss sich dieser Einschätzung an.

Fertigstellung zum Sommer 2023 geplant

Wie Gaby Tönnies vom Visbeker Bauamt auf Nachfrage von André Hüttemeyer (CDU) sagte, habe die Verwaltung mit einer KfW-Förderung in Höhe von 220.000 Euro gerechnet. Diese fehlende Planungssicherheit "nervt", sagte Hüttemeyer, der sich über den Stopp vonseiten der Ampel-Koalition empörte und von einem "riesengroßen Unding" sprach. Schließlich habe man sich auf diese Förderung verlassen. Nichtsdestoweniger halte er Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen für sinnvoll und plädierte dafür, diese auch durchzuführen. Zudem hoffen die Visbeker Lokalpolitikerinnen und
-politiker auf eine Wiederaufnahme der Förderung.

Überdies informierte Sebastian Latal die Ausschussmitglieder über den Bauzeitenplan. Der Bauantrag könne zeitnah eingereicht werden. Er rechne mit einem Baustart im Juli. Bis zum Sommer 2023 soll die Aufstockung abgeschlossen sein. Im künftigen Obergeschoss gibt es dann drei Klassenzimmer mit angrenzenden Gruppenräumen, Toiletten sowie einen zusätzlichen Fachraum. Bei Letzterem lasse man sich die Möglichkeit offen, eine Anbindung zu einer Mensa, die eventuell in Zukunft auf dem benachbarten Parkplatz errichtet wird, zu schaffen. Dafür sei eine Erschließung mit einer Art Brücke denkbar, erklärte Latal. Im Erdgeschoss werden das Lehrerzimmer sowie die Pausenhalle vergrößert.

Er finde das vorgestellte Konzept insgesamt rund, sagte Josef Langfermann (Grüne) – "bis auf den Fahrstuhl". Er regte an, genügend Platz zum Nachrüsten zu lassen, falls man sich jetzt für die Variante mit dem Lift entscheide. Wie sich dieser Vorschlag gestalten lasse, darüber wolle er noch einmal nachdenken und das in der kommenden Ratssitzung am Dienstag (8. Februar) vorstellen, sagte Sebastian Latal. Die Ausschussmitglieder sprachen sich schließlich einstimmig dafür aus, dass die Aufstockung der Gerbertschule entsprechend dem KfW-Standard 40 EE durchgeführt werden soll – einschließlich der Dachbegrünung sowie der Installation der Photovoltaik-Anlage und der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Über einen möglichen Fahrstuhl werde in der Ratssitzung gesprochen.

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