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Auf das piepsige Morgenkonzert könnten wir schon bald verzichten müssen

Thema: 36 Vogelarten vom Aussterben bedroht – Die heimische Population nimmt mehr und mehr ab. Wundern darf uns das – inmitten von Neubaublöcken und Schottergärten – nicht.

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Das niedersächsische Umweltministerium schlägt Alarm: Insgesamt 36 Vogelarten sind hierzulande vom Aussterben bedroht – so viele, wie nie zuvor. Laut der „Roten Liste Brutvögel“ stehen 43 Prozent aller 212 betrachteten Arten auf der Gefährdungs-, weitere 14 Prozent auf der Vorwarnliste.

Wie schön ist es doch alljährlich, im Frühjahr und Sommer aufzuwachen und durchs offene Fenster dem emsigen Tirilieren der Brutpaare lauschen zu können. Mit einem „Ach, herrje!“ nehmen wir dann Meldungen wie die oben genannte zur Kenntnis – und machen uns anschließend wieder daran, die Waschbetonplatten auf der heimischen Terrasse zu schrubben und den Kirschlorbeer zu beschneiden, damit er auch fein akkurat ins Bauhaus-Bild unserer modern-kastigen Wohngebiete passt.

Japanischer Steingarten lädt Vögel nicht gerade zu Tisch

Keine Frage, im Agrarland Nummer eins, als das sich Niedersachsen versteht, gibt es größere „Baustellen“, um durch eine landschaftsgerechte Mahd und Gehölzpflege Lebensraum für Vögel und Insekten zu erhalten. Gleichwohl: Auch im Kleinen kommt es auf jeden Einzelnen von uns an. Bedenkt man, dass ein einziges Meisenpaar im Jahr schätzungsweise 35 bis 75 Kilogramm Insekten vertilgt, dürfen wir uns nicht wundern, dass es diese nicht in japanischen Steingärten auftun kann.

Doch wir setzen lieber auf Verdichtung des Wohnraums: Menschen leben im Acht-Parteien-Block, wo ihre Großeltern einst den Garten mit Apfelbaum hegten. Wir dürfen uns nur nicht wundern, wenn nach durchschwitzten Tropennächten bald nur noch eines ins Schlafzimmer dringt: Stille.

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