Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Auch Holdorf kritisiert die geplante Wahlkreis-Auflösung

Bürgermeister Wolfgang Krug und die Ratsfraktionen äußern ihr Unverständnis zur Neueinteilung der Bundestagswahlkreise. Für Vechta habe bereits die Aufteilung auf zwei Landtagswahlkreise Nachteile.

Artikel teilen:
Klares Statement: Die Holdorfer Politik lehnt die geplante Auflösung des Bundestagswahlkreises Oldenburger Münsterland ab. Foto: Vollmer

Klares Statement: Die Holdorfer Politik lehnt die geplante Auflösung des Bundestagswahlkreises Oldenburger Münsterland ab. Foto: Vollmer

Liegt die Gemeinde Holdorf künftig in einem Bundestagswahlkreis mit Melle und Bad Essen, mit Bramsche und Bohmte, mit Ostercappeln und den vier Samtgemeinden Artland, Bersenbrück, Fürstenau und Neuenkirchen? Was jahrzehntelang undenkbar schien, könnte zur Bundestagswahl 2025 tatsächlich Realität werden, wenn die von einer Kommission vorgeschlagene neue Aufteilung beschlossen wird. Die Holdorfer Politik hat von der geplanten Zerschlagung des Wahlkreises 32 Cloppenburg-Vechta jedenfalls "mit ungläubigem Staunen" bei OM-Online erfahren. 

In einem Schreiben an den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius hat Holdorfers Bürgermeister Dr. Wolfgang Krug auch im Namen der 3 Ratsfraktionen CDU/FDP, SPD und IGeHo sein Unverständnis über die Pläne geäußert. Das Oldenburger Münsterland bilde eine mehrere Jahrhunderte hinweg gewachsene politische und kulturelle Einheit und sei ein wirtschaftlicher Tragpfeiler Niedersachsens, von dessen Vitalität das ganze Land profitiere. Das Wort der Südoldenburger Mandatsträger habe Gewicht. Ein Pfund, das zum Wohle des Oldenburger Münsterlandes eingesetzt werde. Das es bei der Auflösung des Wahlkreises so aber nicht mehr geben werde, warnt Krug.

"Das gesamte Oldenburger Münsterland wird geschwächt werden."Wolfgang Krug zur geplanten Auflösung des Wahlkreises

Mittendrin im Oldenburger Münsterland liegt Holdorf. Daher sei es aus Sicht der Gemeinde "absolut nicht hinnehmbar, dass gerade dieser  Standortvorteil ohne zwingenden Grund beseitigt und dadurch das gesamte Oldenburger Münsterland gravierend geschwächt werden soll", schreibt der Holdorfer Bürgermeister und blickt auch auf die Wahlkreise für den niedersächsischen Landtag.

Krug findet die Aufteilung des Landkreises Vechta auf zwei Landtagswahlkreise – Damme und Neuenkirchen-Vörden sind dem Wahlkreis Bersenbrück zugeordnet –  schlecht. Die Zersplitterung zeige jeden Tag "sehr deutlich, welche Nachteile beziehungsweise Mehrbelastungen in der politischen Arbeit bei einem Abweichen der Wahlkreisgrenzen von den Kommunalgrenzen einhergehen".

Zum Hintergrund: Es gibt einen Beschluss des Bundestages, die Wahlreise von derzeit 299 auf 280 zu reduzieren. In Niedersachsen müssen qua Gesetz zwei Wahlkreise abgebaut werden. Und: Die Wahlkreise selbst sollen so gut wie möglich den Bevölkerungsschnitt abbilden.

Kritik aus dem OM wird immer breiter

Über die Umsetzung von 17 Unterpunkten will die Kommission das für Niedersachsen erreichen. Zu diesen Punkten soll jetzt das Innenministerium Stellung nehmen. Das hat seinerseits die Landesverbände der im Bundestag vertretenen Parteien einbezogen.

Die Grünen im Kreis Vechta hatten als Erste ihr Nein bereits formuliert. Danach folgten weitere Ablehnung und Kritik zu dem Vorhaben von weiteren Parteien, Kommunen und Institutionen.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Auch Holdorf kritisiert die geplante Wahlkreis-Auflösung - OM online