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Auch die Langweger lehnen das Gewerbegebiet "Ba/Di/Ho" ab

Auf einer Informationsveranstaltung gibt es ein eindeutiges Votum. In der Bauerschaft gibt es viele Fragen. Eine kleine Gruppe soll nun prüfen, wie es weitergeht.

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Eine idyllische Bauerschaft: Genau an dieser Stelle an der Feldstraße im südlichsten Langwege könnte das Gewerbegebiet entstehen. Foto: Böckmann

Eine idyllische Bauerschaft: Genau an dieser Stelle an der Feldstraße im südlichsten Langwege könnte das Gewerbegebiet entstehen. Foto: Böckmann

In der Diskussion um das umstrittene interkommunale Gewerbegebiet "Ba/Di/Ho“ hat sich nun auch die Bauerschaft Langwege eindeutig positioniert. Während einer Informationsveranstaltung zum möglichen Industriepark zwischen Badbergen, Dinklage und Holdorf entlang der Bundesstraße 214 lehnten laut einer Pressemitteilung alle 117 anwesenden Langweger die Pläne der drei Kommunen ab. In dem Gewergebebiet, das in seiner maximalen Ausdehnung eine Größe von 240 Hektar haben kann, liegen 70 Hektar im südlichen Bereich von Langwege II.

Die Initiatoren der Veranstaltung, darunter Hans-Heinrich Klöker und Marzella Arlinghaus, begrüßten als Gäste unter anderem den Holdorfer Landvolk-Chef Felix Heil, Ralf Rottinghaus aus Badbergen, Alfons Pille  und Andreas Lucht von der Interessengemeinschaft Holdorf. In einer laut der Pressemitteilung sachlichen Diskussion stellte Felix Heil heraus, dass das Gewerbegebiet 240 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche (= 336 Fußballfelder) vernichten würde. Gleichzeitig müssten 1000 Hektar Ausgleichsfläche geschaffen werden. Dies seien "gigantische Dimensionen und in der heutigen Zeit mehr als fraglich“, sagte Felix Heil. Der frühere Holdorfer Ratsherr Pille meinte: "Wir schaffen seit Jahren in allen Kommunen Möglichkeiten für Industrie- und Gewerbegebiete. Wenn diese Planungen plötzlich hinfällig werden, was hinterlassen wir unseren nächsten Generationen dann für eine Umwelt?“

Großes Interesse: 117 Langweger und weitere Gäste informierten sich im Gasthof Kathmann-Gerling über die Planungen für das Gewerbegebiet BaDiHo. Foto: HeitmannGroßes Interesse: 117 Langweger und weitere Gäste informierten sich im Gasthof Kathmann-Gerling über die Planungen für das Gewerbegebiet "Ba/Di/Ho". Foto: Heitmann

Hans-Heinrich Klöker stellte diese Fragen: Benötigen Dinklage, Holdorf und Badbergen ein derartig überdimensioniertes Industrie- und Gewerbegebiet überhaupt – obwohl es nahezu Vollbeschäftigung gibt? Wie groß ist die Gefahr, dass qualifizierte Arbeitskräfte der heimischen Industrie abwandern? Wer ist in vielen Jahren tatsächlich ernsthaft interessiert, sich anzusiedeln? Warum wird eine Vielzahl von Gutachten und Bauplanungen für horrende Summen erstellt und keine reelle Bedarfsanalyse? Welche hydrologischen Analysen wurden durchgeführt, wie sich der Wasserhaushalt, insbesondere in Holdorf und Langwege, durch den Klimawandel in den nächsten Jahrzehnten auswirkt? Warum wurde die betroffene Bevölkerung erst über die OV informiert?

Gleichzeitig stellte er fest, dass sich die Infrastruktur in Bezug auf den Straßenverkehr mit dem Ausbau der Marienstraße, der Feldstraße und gegebenenfalls der Straße Zur Vosshögde deutlich verändern werde – zusätzlich zu den entstehenden Kosten. Ralf Rottinghaus monierte derweil: "Als ich morgens die Zeitung aufschlug, die Planungen sah, war mein Haus schon nicht mehr eingezeichnet. Bis heute hat sich niemand der Verantwortlichen trotz Nachfragen gemeldet.“

Laut der Pressemitteilung wird eine kleine Gruppe um Hans-Heinrich Klöker nun prüfen, in welchem rechtlichen Rahmen man sich mit einer Interessensgemeinschaft oder eine Bürgerinitiative bewegen könne. Weitere Folgeveranstaltungen seien geplant.

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