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Atomkraft ist keine Lösung und wird es auch nie sein

Zur Debatte um eine Laufzeitverlängerung der AKW: Der Nutzen dieser todbringenden Technik ist gering, Kosten und Gefahren sind dagegen hoch.

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Anhänger von abgewirtschafteten Energieträgern wie Markus Söder, Friedrich Merz und Christian Dürr haben es nie verwunden, dass die angeblich so fortschrittlichen, kostengünstigen und umweltfreundlichen Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz genommen werden sollen. Und dass dieser Ausstieg im Jahr 2011 auch noch von ihrer eigenen Bundesregierung beschlossen wurde, bereitet ihnen immer noch seelische Schmerzen.

Im russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und der daraus resultierenden Energiekrise sehen sie jetzt die letzte Chance, diese real sehr teure, problemverschärfende und todbringende Technik am Leben zu erhalten. Und nicht nur das: Ihre ständigen Einlassungen, wie gut Deutschland doch über den Winter kommen würde, wenn die Laufzeiten der drei noch aktiven Atomkraftwerke über das Jahresende hinaus verlängert würden, haben natürlich auch das Ziel, die aktuelle Bundesregierung – vor allem die Grünen – in die Enge zu treiben. Motto: Was wollt Ihr? Den Anti-Atom-Idealismus pflegen oder Wohlstand durch Kernkraft sichern?

Dabei ist die Antwort auf diese Frage relativ simpel: Jeder Euro, der jetzt noch in dieses Milliardengrab investiert wird, bremst die Energiewende aus, leistet keinen nennenswerten Beitrag zur Wärmeversorgung in Deutschland und vergrößert stattdessen die Probleme – hierzulande und in der gesamten Welt. Atomkraft ist keine Lösung. Sie war es nie und sie wird es auch nie sein.

  • Weil Atomkraft nie sicher war. Tschernobyl, Fukushima, Harrisburg & Co. lassen grüßen. Und angesichts der Atombombendrohungen von Putin muten die Rufe nach mehr Atomkraft schon fast schizophren an.
  • Weil Atomkraft nie billig war. Seit Beginn der zivilen Nutzung im Jahr 1955 sind fast 300 Milliarden Euro an direkten und indirekten staatlichen Förderungen geflossen. Ein Großteil davon war nie im Strompreis enthalten. Und selbst wenn Ende dieses Jahres die letzten AKW vom Netz gehen, belaufen sich die Folgekosten, unter anderem für Endlagersuche, Sanierungen und Stilllegungen auf mindestens 7 Milliarden Euro.
  • Weil Atomkraft die bestehenden geopolitischen Abhängigkeiten aufrechterhält, sogar befeuert. 40 Prozent der europäischen Uranimporte stammen aus russischen Quellen.
  • Weil die Betreiber der noch verbliebenen AKW wegen des baldigen Endes auf Nachrüstungen und Instandsetzungen verzichtet haben und nunmehr auch die notwendigen wie zeitaufwendigen Sicherheitsüberprüfungen fehlen. Vieles von all dem wissen auch Merz, Söder, Dürr & Co. ganz genau.

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